Bayern 2

Evangelische Perspektiven Posaunenchöre

Landesposaunentag in Mannheim | Bild: picture-alliance/dpa

Sonntag, 08.06.2014
08:30 bis 09:00 Uhr

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BAYERN 2

"Lobet ihn mit Posaunen!"
Die Geschichte der evangelischen Posaunenchöre
Von Elke Worg
Als Podcast verfügbar

Soll man beschreiben, was "typisch evangelisch" ist, dann gehören die Posaunenchöre auf jeden Fall dazu. Die Posaunenchorbewegung zählt zu den größten Laienbewegungen im deutschen Protestantismus. Ihren Anfang nahm die evangelische Posaunenbewegung bei den Herrnhuter Brüdergemeinen. So richtig populär wurden die Bläsergruppen allerdings erst durch den "Posaunengeneral" Johannes Kuhlo. Er führte eine vereinfachte Spielweise ein und sorgte für die Verbreitung entsprechender Notenbücher. Leider waren weder Kuhlo noch andere seiner Mitstreiter gegen den Nationalsozialismus gefeit, obwohl die Chöre von den braunen Machthabern nach Lust und Laune schikaniert wurden. Viele sahen keinen anderen Ausweg als sich in den vom NS-Staat gegründeten Verband Evangelischer Posaunenchöre (VEP) einzugliedern - oder aber sich aufzulösen.
Der Neuanfang nach dem Krieg war durch den Mangel an Bläsern, Noten und Instrumenten mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Doch nun schlug die Stunde der Frauen. Heute gibt es in Deutschland etwa 120.000 Bläserinnen und Bläser aller Altersgruppen, die einem evangelischen Posaunenchor angehören. Sie begleiten Gottesdienste und setzen mit schwungvollen Rhythmen Highlights auf jedem Kirchentag. Seit den Herrnhutern hat sich bei den Posaunenchören viel verändert, kann Elke Worg berichten, - nicht nur in der Besetzung, auch beim Repertoire. Geblieben ist die Begeisterung für den Posaunenchor.