Bayern 2

Bayern - Land und Leute Bayerische Trojaner

"Das Urteil des Paris", Gemälde von Anselm Feuerbach, 1870, Öl auf Leinwand | Bild: picture-alliance/dpa

Sonntag, 29.11.2015
13:30 bis 14:00 Uhr

BAYERN 2

Bayerische Trojaner
Dem Ilias-Nachdichter Hans Jörg Schuster auf der Spur
Von Justina Schreiber
Als Podcast verfügbar

Man kann Homers "Ilias" auch auf bayerisch erzählen! Dann allerdings lautet die entscheidende Frage, die den Trojanischen Krieg auslöst: "wer besser beieinand ist vo de drei Madel" - und wer nach dem Urteil des Paris schließlich "den Apfel kriagn ko". Außerdem stellt sich in der "Bayerischen Ilias" heraus, dass der edle Held Achilleus offenbar Schmalznudeln liebte.

Hans Jörg Schuster ließ Griechen und "Malefiz-Trojaner" bayerisch parlieren

Das derb-komische Mundart-Epos fand jüngst auf verschlungenen Wegen auf die Bühne des Münchner Metropoltheaters. Der Schauspieler Rüdiger Hacker folgte nämlich der Anregung des Bavarica-Sammlers Karl Pest aus Markt Indersdorf, der wiederum eine Ausgabe der Zeitschrift "Rundfunkhörer" - Untertitel: "Organ des Verbandes der Rundfunkhörer und Fernsehteilnehmer in Bayern" - hervorgekramt hatte: in diesem "Organ" nämlich war "Die Bayerische Ilias" Ende der 1950er Jahre erstmals publiziert worden. Ach ja … der kongeniale Nachdichter hieß übrigens Hans Jörg Schuster. Er lebte von 1910 bis 1973 in München und Herrsching.

Justina Schreiber deckt für "Land und Leute"die Geschichte des vielseitig begabten Graphikers und Kunstmalers auf, der Griechen und "Malefiz-Trojaner" bayerisch parlieren ließ …