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Zeitstrahl Die Berliner Mauer - Chronologie 1961 bis 1989

Im Jahr 1961 erbaut, stand die Berliner Mauer über 28 Jahre lang für das geteilte Deutschland. Sie war Teilungssymbol und Todesfalle zugleich. Viele derer, die versuchten, die Mauer zu überwinden, wurden ermordet. Eine Chronologie.

Stand: 13.08.2014

  • 1. Juni 1961
    [1961 Flucht] Menschen flüchten in den Westteil Berlins | Bild: picture-alliance/dpa

    Juni 1961

    In den Monaten vor dem Bau der Berliner Mauer schnellt die Zahl der Flüchtlinge in die Höhe. 1960 flüchteten rund 200.000 Menschen aus der DDR, drei Viertel davon über die noch offene Sektorengrenze von Ost- nach West-Berlin. Von Januar bis Juli 1961 waren es fast 135.000, die Hälfte davon Jugendliche unter 25 Jahren. Im Juli erreicht der Flüchtlingsstrom der höchsten Stand seit Juni 1953.

  • 15. Juni 1961
    [15.06.1961] Der Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht am 15.06.1961 | Bild: picture-alliance/dpa

    Juni 1961

    Am 15. Juni 1961 sagt der Staats- und Parteichef der DDR, Walter Ulbricht, den Satz: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!" Eine Lüge. Fest steht, dass Ulbricht die offene Grenze zwischen dem West- und dem Ostteil Berlins nicht länger akzeptieren wollte. Er wollte verhindern, dass weiterhin tausende Menschen über Berlin in den freien Westen flohen – darunter viele Facharbeiter und Akademiker.

  • 13. August 1961
    [13.08.1961] Bürger aus Westberlin schauen Ostberliner Grenzsoldaten bei der Errichtung von Granzanlagen am Potsdamer Platz zu | Bild: picture-alliance/dpa

    August 1961

    In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 gibt Walter Ulbricht den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze in Berlin. Das letzte Schlupfloch, durch das Ausreisewillige zuletzt noch entkommen konnten, wird versperrt. Die Aktion war unter völliger Geheimhaltung durch den für Sicherheitsfragen zuständigen Sekretär des SED-Zentralkomitees, Erich Honecker, vorbereitet worden.

  • 13. August 1961
    [13.06.1961] Die vor dem Brandenburger Tor errichtete Mauer | Bild: picture-alliance/dpa

    August 1961

    Am 13. August begannen Grenzpolizisten, das Straßenpflaster aufzureißen. Asphaltstücke und Pflastersteine wurden zu Barrikaden aufgeschichtet, Betonpfähle eingerammt. Die Absperrung lief entlang der sowjetischen Sektorengrenze. In der Nacht zum 18. August wurde der Stacheldraht durch eine Mauer aus Hohlblocksteinen ersetzt. Damit war die Grenze zwischen West- und Ost-Berlin dicht.

  • 13. August 1961
    [13.08.1961] Willy Brandt spricht am 16.8.1961 bei einer Demonstration gegen die Abriegelung Berlins | Bild: picture-alliance/dpa

    August 1961

    Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, erklärt auf einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses, die verfügten Maßnahmen zur Abriegelung der Sowjetzone und des Sowjetsektors von West-Berlin seien „empörendes Unrecht“. Es werde "die Sperrwand eines Konzentrationslagers" gezogen. Die DDR-Führung setze sich über rechtliche Bindungen und Gebote der Menschlichkeit hinweg.

  • 15. August 1961
    [15.06.1961] Der Volkspolizist Conrad Schumann flüchtet am 15.8.1961 mit einem Sprung über eine Stacheldrahtabsperrung in den Westteil Berlins | Bild: picture-alliance/dpa

    August 1961

    An der Sektorengrenze Bernauer/Ecke Ruppiner Str. Bernauer Straße springt der 19-jährige DDR-Grenzpolizist Conrad Schumann über den Stacheldraht in die Freiheit. Ausschlaggebend für seine Flucht sei gewesen, so Schumann, dass er kurz zuvor gesehen habe, wie ein kleines Mädchen, das seine Großmutter im Ostteil Berlins besucht hatte, nicht wieder zurück zu seinen Eltern nach West-Berlin gelassen worden sei.

  • 24. August 1961
    [24.08.1961] Mauergedenkstätte "Kieler Eck" in der auch an das erste Maueropfer Günter Litfin erinnert wird | Bild: picture-alliance/dpa

    August 1961

    Bei einem Versuch, durch den Humboldthafen nach West-Berlin zu fliehen, wird der 24-jährige Schneidergeselle Günter Litfin von Transportpolizisten erschossen. Todesursache ist laut Obduktionsbefund vom 24. August 1961: "Hals- und Mundbodendurchschuss, vermutlich kombiniert mit Ertrinken". An der Mauergedenkstätte "Kieler Eck" wird an das erste Maueropfer erinnert.

  • 26. September 1961
     [26.09.1961] Der Sowjetische Außenminister Andrej Gromyko während der Genfer Abrüstungskonferenz 1962 | Bild: picture-alliance/dpa

    September 1961

    In seiner Rede vor den Vereinten Nationen sagt der sowjetische Außenminister Andrei Gromyko, die Geschichte der DDR sei "eine Geschichte des Kampfes um den Sieg der Ideen der Freundschaft zwischen den Staaten". Hinter der demokratischen Fassade der Bundesrepublik Deutschland dagegen wirkten die Kräfte, die nur darauf warteten, "um Revanche für den verspielten Krieg zu nehmen".

  • 25. Oktober 1961
    [27.101961] Sowjetische und Amerikanische Panzer am Checkpoint Charlie | Bild: picture-alliance/dpa

    Oktober 1961

    Nach den Ereignissen der vergangenen Monate fahren die USA am 25. Oktober am Checkpoint Charlie zehn Panzer auf, um ihre Entschlossenheit zu demonstrieren. Am 27. Oktober stellt die Sowjetunion ebenfalls Panzer auf. 16 Stunden stehen sich je 30 amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber. Am 28. Oktober ziehen sich die Panzer zurück. Die Sowjets machen den ersten Schritt.

  • 1. Dezember 1961
    [02.06.1984] Grenzkontrolle am Berliner Grenzübergang Staaken. | Bild: picture-alliance/dpa

    Dezember 1961

    Bis Dezember 1961 zementiert die DDR-Staatsführung die Trennung zwischen Ost und West. Die sieben Grenzübergänge zwischen beiden Teilen Berlins werden auf östlicher Seite befestigt, Schlagbäume errichtet. Schilder mit dem DDR-Staatsemblem sollten den Eindruck einer Staatsgrenze hervorheben. Seit dem 13. August registriert die West-Berliner Polizei auf der Ostseite den Neubau von 57 Wachtürmen.

  • 17. Dezember 1961
    [17.12.1961] Weihnachtsbäume an der Grenze zur DDR (Aufnahme vom 01.12.1963) | Bild: picture-alliance/dpa

    Dezember 1961

    Am späten Nachmittag des 17. Dezember werden entlang der westlichen Seite der Mauer an mehr als 1.000 Weihnachtsbäumen zahllose Kerzen entzündet. Die „Aktion Licht an die Mauer“ soll die Verbundenheit aller Deutschen an den Weihnachtstagen unterstreichen. Die Reaktion: DDR-Grenzpolizisten bewerfen die Weihnachtsbäume an den folgenden Tagen mehrfach mit Steinen.

  • 17. August 1962
    [17.08.1962] Mehrtägige Demontrationen nach dem Tod von Peter Fechter (20.8.1962) | Bild: picture-alliance/dpa

    August 1962

    Am 17. August wird der 18-jährige Bauarbeiter Peter Fechter bei einem Fluchtversuch an der Mauer angeschossen und verblutet im Grenzstreifen. Weder von östlicher noch von westlicher Seite wird ihm geholfen. Noch in der Nacht und in den folgenden Tagen kommt es zu Protestkundgebungen empörter West-Berliner gegen die Mauer und gegen die Untätigkeit der amerikanischen Schutzmacht.

  • 8. September 1962
    [08.09.1962] Archivbild von Walter Ulbricht vom 15.09.1961 | Bild: picture-alliance/dpa

    September 1962

    In seiner Rede auf der XVI. "Deutschen Arbeiterkonferenz" verteidigt Walter Ulbricht am 8. September die Mauer als "antifaschistischen Schutzwall". Es solle niemand denken, dass die Staatsführung in die Mauer verliebt sei. Das sei keineswegs der Fall. "Der antifaschistische Schutzwall war notwendig, um den militaristischen Abenteurern ein Paroli zu bieten".

  • 12. Mai 1963
    [12.05.1963] Der am Grenzübergang Sandkrug-Brücke stecken gebliebene Personenbus  | Bild: picture-alliance/dpa

    Mai 1963

    Spektakulärer Fluchtversuch am Grenzübergang Invalidenstraße: Ein Bus mit mehr als zehn Menschen an Bord versucht am 12. Mai, die Kontrollanlagen zu durchbrechen, wird von allen Seiten beschossen und kommt kurz vor dem letzten Schlagbaum zum Stehen. Mehrere Menschen werden bei diesem letztlich gescheiterten Versuch, die DDR zu verlassen, schwer verletzt.

  • 26. Juni 1963
    [26.06.1963]John F. Kennedy bei seiner histoprischen Rede vor dem Rathaus Schöneberg | Bild: picture-alliance/dpa

    Juni 1963

    US-Präsident John F. Kennedy kommt am 26. Juni nach West-Berlin. Auf einer Kundgebung am Rathaus Schöneberg sagt Kennedy: "Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger Berlins. Und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner". Die Wiedervereinigung Deutschlands werde eines Tages Realität, gibt sich Kennedy überzeugt.

  • 3. Oktober 1964
    [03.10.1964] Der Westberliner Fluchthelfer Klaus-Michael von Keussler beim Tunnelbau unter der Berliner Mauer (Archivfoto vom November 1963). Am 3. und 4.10.1964 konnten 57 Menschen von der Ostberliner Strelitzer Straße in die Bernauer Straße in West-Berlin gelangen.  | Bild: picture-alliance/dpa

    Oktober 1964

    In der bis dahin größten Tunnelaktion seit dem Mauerbau gelingt am 3. und 4. Oktober insgesamt 57 Menschen die Flucht nach West-Berlin. Kurz vor dem Ende der Aktion wird der Eingang des 145 Meter langen Tunnels unter der Bernauer Straße von DDR-Grenzschützern entdeckt. Es kommt zu einem Schusswechsel, bei der der Grenzsoldat Egon Schultz getötet wird.

  • 7. Februar 1966
    [07.02.1966] Blick auf den Kontrollpunkt am Grenzübergang Staaken an der Interzonenstrecke, an dem die Sperren ausgebaut werden (Archivbild vom 04.01.1963). | Bild: picture-alliance/dpa

    Februar 1966

    Am 7. Februar versucht Willi Block, bei Staaken - am Außenring um Berlin - West-Berliner Gebiet zu flüchten. Beim Durchkriechen der Drahthindernisse wird er entdeckt. Da er im Stacheldraht festhängt, kann er der Aufforderung von Grenzsoldaten, zurückzukehren, kann er nicht folgen. Daraufhin werden 72 Schüsse auf den Wehrlosen abgefeuert. Bock stirbt noch vor Ort.

  • 16. Dezember 1966
    [16.12.1966] Zonengrenzpolizisten auf einem Panzerspähwagen an der Grenze gegenüber dem West-Berliner Bezirk Spandau, beobachten mit einem Fernglas den Westen. | Bild: picture-alliance/dpa

    Dezember 1966

    Am 16. Dezember versuchen zwei junge Männer, die Grenzanlagen in Richtung Berlin-Zehlendorf zu überwinden. Sie werden von Grenzposten bemerkt und gezielt beschossen. Einer der beiden wird getötet. Die Todesschützen und beteiligten Grenzsoldaten werden mit der "Medaille für vorbildlichen Grenzdienst" bzw. mit dem "Leistungsabzeichen der Grenztruppen" ausgezeichnet.

  • 15. Juni 1971
    Delegierte der Berliner Parteiorganisation gratulieren dem Genossen Erich Honecker (r) zu seiner Wahl als Erster Sekretär des ZK der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).  | Bild: picture-alliance/dpa

    Juni 1971

    Nach dem Sturz Walter Ulbrichts wird Erich Honecker Erster Sekretär des SED-Zentralkomitees. Auf dem VIII. SED-Parteitag vom 15. bis 19. Juni gibt Honecker eine neue Linie vor. Einerseits wird eine "Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes propagiert, andererseits wird der Ausbau der Staatssicherheit und die flächendeckende Bespitzelung beschlossen.

  • 13. August 1971
    Marschkolonnen der Kampfgruppen der Betriebe auf der Straße Unter den Linden paradieren zum 10. Jahrestag des Mauerbaus am 13.08.1971 in Ostberlin.  | Bild: picture-alliance/dpa

    August 1971

    Zum 10. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August marschieren "Kampfgruppen der Arbeiterklasse" in Ost-Berlin auf. Die SED gibt ihren Funktionären eine rechtfertigende Argumentation für den Mauerbau in die Hand. Darin heißt es unter anderem, mit den "entschlossenen Maßnahmen zur Sicherung der Staatsgrenze der DDR" sei die "geplante imperialistische Aggression gegen die DDR vereitelt" worden.

  • 1. September 1971
    (l-r): Kenneth Rush (USA), Pjotr A. Abrassimow (Sowjetunion), Sir Roger Jackling (Großbritannien) und Jean Sauvagnargues (Frankreich), nachdem sie sich am 23. August 1971 in Berlin auf die Rahmenvereinbarungen über Berlin geeinigt haben und diese jetzt ihren Regierungen vorlegen werden. | Bild: picture-alliance/dpa

    September 1971

    Am 3. September unterzeichnen die USA und die UdSSR, Großbritannien und Frankreich das "Viermächte-Abkommen" über Berlin. Die Sowjetunion gewährleistet, dass der zivile Verkehr zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik ohne Behinderungen sein wird. Auf der Basis des in der Folge unterzeichneten "Transitabkommens" gibt es zudem Erleichterungen im Besucherverkehr zwischen West-Berlin und der DDR.

  • 25. Juli 1973
    Foto eines geplanten Fluchttunnels | Bild: BStU

    Juli 1973

    In der Nacht vom 25. zum 26. Juli 1973 flüchten zwei Brüder mit ihren Ehefrauen und fünf Kindern von Klein Glienicke durch einen selbst gebauten, 19 Meter langen Tunnel nach West-Berlin. Gegraben haben sie nur mit einer Kinderschaufel und einem stiellosen Spaten. Die Flucht gelingt, obwohl ein Spitzel – eine nahe Verwandte der beiden Familien – die Stasi über die Fluchtabsichten informiert.

  • 1. März 1980
    [03.07.1980] Ostberliner Bauarbeiter haben unter Aufsicht der Volkspolizei am 29.05.1980 damit begonnen die alte Mauer in der Bernauer Straße in Berlin abzureissen und mit einem Drahtzaun zu ersetzen. | Bild: picture-alliance/dpa

    März 1980

    Von März bis Juli entfernen Pioniereinheiten der DDR-Grenztruppen an der Berliner Sektorengrenze in der Bernauer Straße die Ruinen von Wohnhäuserfronten, die an dieser Stelle immer noch die Mauer bilden. Die Hausmauern werden durch die "Grenzmauer-75" ersetzt, die aus industriell vorgefertigten, 3,60 Meter hohen Betonsegmenten besteht.

  • 25. März 1982
    Die Mauer am Brandenburger Tor in Berlin. | Bild: picture-alliance/dpa

    März 1982

    Am 25. März verabschiedet die DDR-Volkskammer ein "Grenzgesetz". Erstmals gibt die SED-Führung den Todesschüssen an der Grenze eine gesetzliche Grundlage. "Wenn notwendig, dann treffen mit dem ersten Schuss", heißt es etwa in einem Manuskript des Chefs der DDR-Grenztruppen, Klaus-Dieter Baumgarten. Der "richtige und wirksame Einsatz der Schusswaffe" sei "gesetzliche Pflicht" und "moralisches Recht".

  • 9. Juni 1982
    [11.06.1982] (l-r) Berlins Regierender Bürgermeister Richard von Weizsäcker, US-Präsident Ronald Reagan und Bundeskanzler Helmut Schmidt am Ausländerübergang Checkpoint Charlie am 11. Juni 1982 in Berlin (Archivfoto). | Bild: picture-alliance/dpa

    Juni 1982

    Vom 9. bis 11. März besucht US-Präsident Ronald Reagan die Bundesrepublik und West-Berlin. In der geteilten Stadt besucht Reagan das Schloss Charlottenburg und den Checkpoint Charlie. Am Rande des Staatsbesuchs finden in West-Berlin sowohl friedliche als auch gewalttätige Demonstrationen statt, die sich gegen die Nato-Nachrüstungspolitik richten.

  • 1. Januar 1983
    Wachturm im Grenzstreifen an der Berliner Mauer zwischen Kreuzberg und Treptow. | Bild: picture-alliance/dpa

    Januar 1983

    Zum Jahresanfang beginnen die DDR-Grenztruppen entlang der Berliner Mauer mit dem Aufbau neuer Beobachtungstürme. Die Türme sind fortan nicht mehr rund, sondern werden aus quadratischen Betonfertigteilen errichtet. Die alten Türme hatten eine geringe Stabilität und mussten bei Gewitter und ab Windstärke 7 geräumt werden. Die neuen Türme dürfen bis Windstärke 11 besetzt sein.

  • 21. November 1983
    Der Grenzübergang Boesebrücke (Bornholmer Straße) an der Grenze zum Westberliner Bezirk Wedding mit Schlagbaum und Fahrzeugsperren. | Bild: picture-alliance/dpa

    November 1983

    Am 21. November durchbrechen zwei Junge Männer in ihrem Fahrzeug mit etwa 100 Kilometern in der Stunde die Schranken und Schlagbäume am Grenzübergang Marienborn Richtung Westen. Als der Wagen bei dem Aufprall Totalschaden erleidet und die Grenzsoldaten das Feuer eröffnen, ist ihr Fluchtversuch gescheitert.

  • 2. Juni 1984
    [02.06.1984] Grenzkontrolle am Berliner Grenzübergang Staaken. | Bild: picture-alliance/dpa

    Juni 1984

    Ebenso wenig erfolgreich verläuft der Fluchtversuch eines 38-jährigen Kraftfahrers am 2. Juni des folgenden Jahres. Die Fahrt des Mannes endet an einem Sperrschlagbaum, der den Wagen abrupt zum Stehen bringt. Kurz nach Mitternacht wird der Schwerverletzte am 2. Juni 1984 von den DDR-Grenzsoldaten festgenommen.

  • 14. Juli 1985
    Der innerstädtische Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße zwischen Ost- und Westberlin mit "Todesstreifen" am 15.06.1988. | Bild: picture-alliance/dpa

    Juli 1985

    Die DDR-Grenzanlagen gleichen Mitte der 80er Jahre echten Festungen. Dennoch gelingen immer wieder spektakuläre Fluchten. So kletterte am 14. Juli ein 18-Jähriger in Kleinmachnow mithilfe einer Leiter in den Todesstreifen. Die Schüsse der DDR-Grenzsoldaten können ihn nicht stoppen. Mit seiner Leiter gelingt ihm die Flucht nach West-Berlin. Unverletzt wird der Flüchtling in West-Berlin aufgenommen.

  • 13. August 1986
    [13.08.1986] Die Sondermarke zum 25. Jahrestag des Mauerbaus in Ost-Berlin. Aufnahme vom 03.08.1986. Zum 25. Jahrestag des Mauerbaus in Ost-Berlin gibt die DDR eine Sonderbriefmarke heraus. Die mehrfarbige 20-Pfennig-Briefmarke mit dem Aufdruck "25Jahre antifaschistischer Schutzwall" zeigt als Motiv "Mitglieder der Kampfgruppen der Arbeiterklasse und der freien deutschen Jugend (FDJ) vor dem Brandenburger Tor" sowie das Staatswappen der DDR. | Bild: picture-alliance/dpa

    August

    Ungeachtet fortwährender Fluchtversuche feiert die DDR-Staatsführung am 13. August den 25. Jahrestag des Bestehens der Berliner Mauer. Der "antifaschistische Schutzwall", so die allgemeine Sprachregelung, gewährleiste den Schutz der DDR von den imperialistischen Ambitionen des Westens. Anlässlich des Jubiläums gibt die Post eine Jubiläumsbriefmarke heraus.

  • 12. Juni 1987
    [12.06.1987] Der damalige US-Präsident Ronald Reagan redet vor der Berliner Mauer am Brandenburger Tor (Archivfoto vom 12.06.1987). Rechts sitzt der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), links der damalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger (CDU). | Bild: picture-alliance/dpa

    Juni 1987

    Am 12. Juni besucht US-Präsident Ronald Reagan erneut Berlin. Anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt hält Reagan am Brandenburger Tor eine Rede und richtet sich direkt an die Sowjetführung: "Generalsekretär Gorbatschow, wenn Sie nach Frieden streben (...) dann kommen Sie hierher zu diesem Tor, Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!"

  • 18. Januar 1989
    [18.01.1989] Der Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker, aufgenommen am 8. Oktober 1989 während der Feierlichkeiten anlässlich des 40-jährigen Bestehens der DDR. | Bild: picture-alliance/dpa

    Januar 1989

    Am 18. Januar bescheinigt SED-Generalsekretär Erich Honecker der Berliner Mauer eine lange Zukunft. Die Mauer werde "in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen". Dies sei erforderlich, "um unsere Republik vor Räubern zu schützen" sowie vor denen die "Stabilität und Frieden in Europa zu stören". Die Sicherung der Grenze sei das souveräne Recht eines jeden Staates, und "so auch unserer DDR".

  • 8. März 1989
    [08.03.1989] Ein Foto erinnert am 04.03.2014 an der Mauer-Gedenkstätte der Bernauer Straße in Berlin an das letzte Todesopfer an der Berliner Mauer, Winfried Freudenberg. Winfried hat versucht mir einem Gasballon nach West-Berlin zu fliegen und stürzte in dem Bezirk Zehlendorf ab. | Bild: picture-alliance/dpa

    März 1989

    Ein Foto erinnert an der Mauer-Gedenkstätte der Bernauer Straße in Berlin erinnert an das letzte Todesopfer an der Berliner Mauer. Der 32-jährige Winfried Freudenberg versuchte am 8. März, mit einem selbstgebastelten Heißluftballon aus der DDR nach West-Berlin zu fliegen. Der Versuch misslingt. Freudenberg stürzte in dem Bezirk Zehlendorf ab und kam dabei ums Leben.

  • 4. Mai 1989
    [06.05.1989] Übersiedler aus der DDR stehen in einer langen Schlange im Aufnahmelager in Gießen, um sich registrieren zu lassen. Für viele DDR-Bürger war die Stadt Gießen die erste Station im Westen. | Bild: picture-alliance/dpa

    Mai 1989

    Die Zahl der DDR-Übersiedler erreicht Rekordhöhen. Am 4. Mai kamen alleine im Aufnahmelager Gießen 345, am 5. Mai 250 Übersiedler an. Laut hessischem Sozialministerium sind die Aufnahmekapazitäten "restlos erschöpft". Normal seien Zugangszahlen von 50 bis 80 Personen pro Tag. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Übersiedlerzahl von Januar bis April verdreifacht.

  • 12. Juni 1989
    13. Juni 1989: Michail Gorbatschow (Mitte) und seine Frau Raissa (rechts) auf dem Bonner Marktplatz | Bild: picture-alliance/dpa

    Juni 1989

    Der Staatsbesuch von KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow in der Bundesrepublik, bei dem ihm vom 12. bis 15. Juni die Sympathie und Begeisterung der Bevölkerung entgegenschlägt, begründet eine Vertrauensbeziehung zwischen Gorbatschow und Bundeskanzler Helmut Kohl. Der sowjetische Gast distanziert sich erstmals vorsichtig von der Staatsführung in Ost-Berlin.

  • 15. Juni 1989
    Grenzöffnung DDR | Bild: picture-alliance/dpa; Montage:BR

    Juni 1989

    Nichts hält sie jetzt mehr auf. Tausende DDR-Bürger beginnen ihre Flucht in den Westen. In Berlin steht die Mauer zwar noch - der Weg in die Bundesrepublik ist noch versperrt. Es gibt aber andere Wege in den Westen. Unter anderem geht es für die DDR-Bürger in die Vertretungen der Bundesrepublik in osteuropäische Hauptstädte wie Budapest, Prag oder Warschau.

  • 27. Juni 1989
    Demontage des Grenzzauns nahe Nickelsdorf (Österreich) und Hegyeshalom (Ungarn). Angehörige der ungarischen Grenztruppe haben am 2. Mai 1989 damit begonnen, die Sperranlagen an der ungarisch-österreichischen Grenze zu entfernen. | Bild: picture-alliance/dpa

    Juni 1989

    Am 27. Juni 1989 durchschneiden die Außenminister Ungarns und Österreichs, Gyula Horn und Alois Mock, symbolisch den Grenzzaun zwischen beiden Staaten. Die Bilder dieses Ereignisses gingen um die Welt und wurden zum Wahrzeichen für den Fall des "Eisernen Vorhangs". In den Folgewochen beginnt eine Ausreisewelle aus der DDR. Der Fall der Mauer nimmt hier seinen Ausgang.

  • 19. August 1989
    DDR-Flüchtlinge mit ihren Kindern gehen durch das geöffnete Grenztor (Archivbild vom 19. August 1989). Etwa 600 DDR-Bürger nutzten ein paneuropäisches Picknick an der ungarisch-österreichischen Grenze, bei dem ein Grenztor symbolisch geöffnet wurde, zur Flucht in den Westen. | Bild: picture-alliance/dpa

    August 1989

    Am 19. August laden ungarische Oppositionsgruppen unter der Schirmherrschaft des Europaabgeordneten Otto von Habsburg und des ungarischen Reformpolitikers Imre Pozsgay zu einem "paneuropäischen Picknick" an die ungarisch-österreichische Grenze. Über 600 DDR-Bürger stürmen durch ein nur angelehntes Grenztor nach Österreich. Nach wenigen Stunden wird das Tor wieder geschlossen.

  • 4. September 1989
    Auf Transparenten fordern Teilnehmer des friedlichen Demonstrationszuges durch die Leipziger Innenstadt immer wieder "Freiheit".  | Bild: picture-alliance/dpa

    September 1989

    Im Anschluss an das montägliche Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche findet am 4. September eine Demonstration von etwa 1.200 Menschen statt. Die Demonstranten skandieren: "Wir wollen raus!" und fordern freie Fahrt in den Westen. Die "Montagsdemonstrationen" beginnen, nach Leipzig in den Folgewochen auch in zahlreichen anderen Städten der DDR.

  • 10. September 1989
    Glücklich halten Übersiedler aus der DDR, die am 11. September 1989 in einem Reisebus über Österreich in Bayern eintreffen, ihre bundesdeutschen Reisepässe in die Fensterscheibe des Busses. | Bild: picture-alliance/dpa

    September 1989

    Die ungarische Regierung öffnet in der Nacht zum 11. September die Grenze zu Österreich für DDR-Bürger. Zehntausende von DDR-Bürgern reisen in den nächsten Tagen und Wochen über Österreich in die Bundesrepublik aus. KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow bestätigt später, dass die Ungarn für diesen Schritt nicht mehr in Moskau um Erlaubnis gebeten hatten.

  • 30. September 1989
    Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (r) informiert neben Kanzleramtsminister Wolfgang Seiters am 30.9.1989 vor der Bonner Vertretung in Prag die Journalisten. Er hatte den rund 4000 DDR-Bürgern, die sich in der Vertretung aufhielten, die bewilligte Ausreise in die Bundesrepublik verkündet. | Bild: picture-alliance/dpa

    September 1989

    Die DDR gibt sowjetischem Druck nach: Außenminister Genscher und Kanzleramtsminister Seiters reisen am 30. September nach Prag und verkünden die Ausreiseerlaubnis für die Botschaftsbesetzer, die sich seit Wochen in dem Gebäude aufhalten. In Sonderzügen werden einige tausend DDR-Flüchtlinge über das Territorium der DDR in die Bundesrepublik gebracht, viele von ihnen nach Bayern.

  • 16. Oktober 1989
     Montagsdemonstration auf dem Karl-Marx-Platz in Leipzig am 30.10.1989 | Bild: picture-alliance/dpa

    Oktober 1989

    Immer mehr Menschen nehmen an den Montagsdemonstrationen teil: Am 16. Oktober demonstrieren mehr als 100.000 Menschen in Leipzig und fordern die Zulassung der Reformorganisation "Neues Forum", freie Wahlen sowie Reise-, Presse- und Meinungsfreiheit. Auch Demonstrationen mit je 10.000 Teilnehmern in Dresden und Magdeburg, 5.000 in Halle und 3.000 in Berlin verlaufen friedlich.

  • 18. Oktober 1989
    Der ehemalige Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker, (Archivbild vom 3. Dezember 1992) | Bild: picture-alliance/dpa

    Oktober 1989

    Ein Machtkampf im SED-Politbüro endet am 18. Oktober mit dem Sturz Erich Honeckers. Egon Krenz wird neuer SED-Generalsekretär. In seiner Antrittsrede verspricht Krenz, einen Gesetzentwurf über Reisen von DDR-Bürgern ins Ausland und die Aufhebung bzw. Modifikation von "einschränkenden Maßnahmen zum Reiseverkehr in sozialistische Bruderländer".

  • 26. Oktober 1989
    26. Oktober 1989: Diskussionsveranstaltung mit den Gründern der DDR-Oppositionsgruppe "Neues Forum" | Bild: picture-alliance/dpa

    Oktober 1989

    Auf zahlreichen Demonstrationen im ganzen Land fordern tausende Menschen in den folgenden Tagen die Zulassung des "Neuen Forums" (im Bild: Veranstaltung mit den Gründern der DDR-Oppositionsgruppe "Neues Forum" am 26. Oktober). In Berlin werden Vertreter der Reformorganisation von SED-Politbüromitglied Günter Schabowski zu einem Gespräch empfangen.

  • 4. November 1989
    Nahezu eine Million Menschen strömten nach offiziellen Schätzungen am 4. November 1989 auf den Ostberliner Alexanderplatz. Oppositionsgruppen und Künstler hatten die Veranstaltung organisiert. | Bild: picture-alliance/dpa

    November 1989

    Auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz demonstrieren am 4. November 250.000 bis 500.000 Menschen für Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Mit der Volkspolizei ist eine Sicherheitspartnerschaft vereinbart. Sie hält sich im Hintergrund. Die Kundgebung in Ost-Berlin ist die größte an diesem Tag, aber auch in mehr als 40 weiteren Städten in der DDR wird demonstriert.

  • 8. November 1989
    Während einer Sitzungspause des ZK am Abend des 08.11.1989 in Berlin spricht SED-Generalsekretär Egon Krenz (M) zu den Kundgebungsteilnehmern. Rechts das alte und neue Politbüromitglied Günter Schabowski. | Bild: picture-alliance/dpa

    November 1989

    Die DDR-Führung versucht zu retten, was längst nicht mehr zu retten ist. Während einer Sitzungspause des Zentralkomitees am Abend des 8. Novmber spricht SED-Generalsekretär Egon Krenz zu den Kundgebungsteilnehmern. Rechts von ihm sitzt das alte und neue Politbüromitglied Günter Schabowski, der am nächsten Tag internationale Bekanntheit erlangen sollte.

  • 9. November 1989
    Politbüro-Mitglied Günter Schabowski am 9. November 1989 | Bild: picture-alliance/dpa

    November 1989

    Egon Krenz verliest am 9. November im SED-Zentralkomitee den Reiseregelungsentwurf, der ihm nun als Beschlussvorlage des Ministerrates vorliegt. Krenz händigt die Vorlage Günter Schabowski aus, der als Sprecher des SED-Zentralkomitees fungiert. Schabowski verkündet anschließend in einer vom DDR-Fernsehen und Hörfunk live übertragenen Pressekonferenz die Öffnung der Grenze.

  • 9. November 1989
    Der Mauerfall am 09. November 1989. | Bild: picture-alliance/dpa

    November 1989

    Jetzt gibt es kein Halten mehr. In der Nacht überwinden Tausende von West- und Ost-Berlinern die Mauer am Brandenburger Tor und spazieren über den Pariser Platz. Der Betonwall bleibt von einigen Tausend Menschen besetzt. Von den Übergängen strömen die Menschen zum Kurfürstendamm, der in eine Partymeile verwandelt wird. Die Mauer ist gefallen, bald darauf ist auch die DDR Geschichte.


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