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BSH in Dillingen Schwaben entwickeln Stäbchenspülmaschine für China

Stäbchen und Spezialgeschirr - Die Mitarbeiter des Entwicklungszentrums für Geschirrspüler von BSH in Dillingen sind gerade dabei, einen passenden Geschirrspüler für China zu entwickeln. Er soll dann auch in China vom Band gehen.

Von: Judith Zacher

Stand: 28.06.2016

 Eine Sonderanfertigung von BSH in Dillingen für China. | Bild: BR/Judith Zacher

Viele kleine Schüsseln – und: Stäbchen statt Besteck. Sie sollen Platz im Geschirrspüler finden – und vor allem: sauber werden , sagt Christian Mesarosch, Projektleiter für Entwicklung:

"Es ist so, dass die Stäbchen eine Position finden, dass sie optimal umspült werden, um gereinigt zu werden, es sind spezielle Öffnungen in die die Stäbchen platziert werden können, um optimale Reinigung zu erzielen."

Christian Mesarosch


Der Besteckkasten für die Stäbchen ist damit etwas kleiner, als der für unser Besteck, und hat kleine Löcher oben, wo die Stäbchen reinkommen. Außerdem gibt’s Halterungen für die vielen Schüsseln. Das betrifft das Innere des Geschirrspülers – aber: auch das Gerät insgesamt muss anders konzipiert werden, denn:

"Die chinesische Küche ist ganz anders gestaltet als in Deutschland oder Europa – sehr viel kleiner und die Arbeitsplattenhöhe ist niedriger, damit müssen die Geräte umgestaltet werden. Wir benötigen auch eine etwas andere Bauform, um optimal in die chinesische Küche zu passen."

Christian Mesarosch

Sprich: Die chinesischen Geschirrspüler könnten gar nicht in Dillingen produziert werden – dafür müsste man hier umbauen. Es gehen hier also wegen der neuen Produktionsstätte in China mit Sicherheit keine Arbeitsplätze verloren – ganz im Gegenteil, sagt der Dillinger Standortleiter Peter Kaltenstadler:

"Diese Fabrik, die dort gebaut wird, die wird hier geplant, auch das Produkt. Wir haben hier Arbeitsplätze. Das läuft alles hier in Dillingen. Das heißt, wir in Dillingen haben hier Arbeitsplätze durch das Werk in China und verlieren keine"

Peter Kaltenstadler

Bislang spülen übrigens die meisten Chinesen per Hand – danach lassen sie das Geschirr an der Luft trocknen und  - wer sich das leisten kann – gibt es dann in einen Sterilizer – wegen der Hygiene.

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Die Wasserqualität in China ist nämlich recht schlecht. Deshalb sollen die Geschirrspüler für China auch  möglichst schnell und möglichst gut Trocknen – eben weil Hygiene dort eine so große Rolle spielt.

"Der Geschirrspüler löst das ab und bringt mehr Lebensqualität für chinesische Haushalte – wenn Spülen, Trocknen und Hygiene in einem Gerät vereint werden."

Peter Kaltenstadler

Der Markt für Geschirrspüler ist somit in China da – da ist Kaltenstadler überzeugt. Gefertigt werden sollen die Geräte dann in Chuzhou in der Nähe von Nanjing, an der chinesischen Ostküste, wo schon anderen Produkte von BSH hergestellt werden. Zum einen entfällt dann der Transport – zum anderen kann wegen der niedrigeren Löhne billiger produziert – und auch verkauft werden. Probleme mit den chinesischen Behörden gibt’s bislang übrigens überhaupt keine, sagt  Peter Kaltenstadler, der selbst schon in China gearbeitet hat:

"Es gab keine großen Hürden für uns. Die normale Baugenehmigung, wie man sie hier auch kennt. Die freuen sich, wenn sie von uns High Tech bekommen, diese Technologie, wenn sie von uns ausgebildete Personen bekommen, die das aufbauen - das sagen die auch offen – da gibt’s kein Problem."

Peter Kaltenstadler


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