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Rutschgefahr in Regensburg Ärger um den Donauradweg

Erst vor kurzem ist der beliebte Donauradweg im Bereich um Regensburg saniert worden. Jetzt gibt es allerdings erneut Ärger: Die Fahrbahn ist für Radfahrer zu rutschig. Jetzt muss die Stadt nachbessern.

Von: Gabriele Dunkel

Stand: 04.07.2016

Ärger über Donauradweg in Regensburg | Bild: BR/Gabriele Dunkel

Ingenieur Christian Schröfl, beauftragt vom Regensburger Gartenamt, erstellt ein Gutachten. Mit einem Bohrer gräbt er rund 20 Zentimeter tiefe Löcher in den Donauradweg. Die Deckschicht des Weges soll untersucht und die Korngrößenverteilung ermittelt werden. Dadurch kann Schröfl sehen, ob das eingebaute Material den Anforderungen der Ausschreibung entspricht.

Schilder warnen vor "Splitnestern"

Der Donauradweg

Der Donauradweg ist ein etwa 2.850 Kilometer langer Radfernweg, der von der Quelle der Donau bis zu ihrer Mündung im Schwarzen Meer führt. Er geht dabei durch Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien.

Das Problem: Der Weg ähnelt derzeit eher einer Geröllstrecke, mit zwei Spuren und Split auf der Fahrbahn. Schilder warnen vor sogenannten Splitnestern, eine besondere Gefahrenquelle für Radfahrer, die darauf leicht wegrutschen könnten. Für Architekten Ulrich Gauterin ist der Weg für Radfahrer nicht geeignet.

"Bei so einem Weg müssen die richtigen Steingrößen in den richtigen Schichten liegen, aber auf keinen Fall dürfen so große Steine an der Oberfläche liegen. Deswegen besteht wirklich Rutsch- und Sturzgefahr."

Ulrich Gauterin, Architekt

Und das trotz Sanierung. Laut Michael Lehmann vom zuständigen Gartenamt sind die Radfahrer selbst schuld an dem schlechten Zustand des Donauradwegs:

"Der Weg hätte bis zur endgültigen Benutzung eigentlich vier bis sechs Wochen nachbehandelt werden müssen. Diese Zeit hat der Weg nicht bekommen. Die Leute haben uns die Absperrungen zur Seite geräumt und haben sich so teilweise mit Gewalt Zugang verschafft."

Michael Lehmann, Gartenamt

Gutachten: obere Schicht nicht in Ordnung

Das Gutachten hat jetzt tatsächlich bestätigt, dass die obere, lose Schicht des Fahrbelags nicht in Ordnung ist. Es sind nicht genügend Feinanteile vorhanden. "Die frühe Freigabe des Weges und die damit verbundene, nicht durchgeführte Nachbehandlung haben zu dem jetzigen Zustand geführt. Die Ruhezeit hat einfache gefehlt", sagt Michael Lehmann.

Jetzt wird die obere Schicht abgekehrt und nachbehandelt. Das Amt hofft, dass dieses Mal die Absperrungen respektiert werden und der Weg seine Ruhezeit bekommt.


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