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Niederbayerisches Stonehenge in Velden Sonnwende wie in Großbritannien

Heute ist Sonnwende, der längste Tag im Jahr. Den feiert Landschaftsbauer Werner Wick aus Velden (Lkr. Landshut) wieder ganz besonders: In seinem persönlichen Stonehenge, das er in seinem Garten nachgebaut hat.

Stand: 20.06.2016

Stonehenge in Velden | Bild: BR/Andreas Mack

Der Mythos Stonehenge

Stonehenge ist eines der berühmtesten Monumente von Großbritannien, das vor rund 4.000 Jahren im Süden Englands entstand. Um die Steinformation ranken sich viele Mythen und Legenden. Die gängigste Theorie von Historikern lautet, dass die Kultstätte den Menschen in der Jungsteinzeit als astronomischer Kalender diente und die Steine mit Blick auf die Sonnwende angeordnet wurden.

Die mächtigen Steine, die in einem Kreis angeordnet sind, sind einen Tick niedriger als das Original, das in Wiltshire in England steht. Aber das niederbayerische Monument an der B388 zwischen Vilsbiburg und Taufkirchen macht trotzdem großen Eindruck. Fast zehn Jahre hat Landschaftsbauer Werner Wick in Steinbrüchen im Bayerischen Wald passende Steinblöcke gesucht.

Schwieriger Nachbau

Ein großer Altarstein liegt in der Mitte, umgeben von fünf Toren und weiteren brusthohen Brocken, die zum Teil bis zu 20 Tonnen schwer sind. Beim Bau sind Mensch und Maschine an ihre Grenzen gestoßen, sagt Thomas Wick. Mit seinem Vater und einem Freund der Familie haben sie Stonehenge in Niederbayern aufgestellt.

"Die Deckplatten sind nur draufgelegt, da ist keiner befestigt. Dass man da im Stein die Position findet, dass er nicht wackelt und nicht runterrutscht, das hat schon lange gedauert. Wir haben da lange rumprobiert, aber am Ende haben wir's nur draufgelegt und das ist besser gegangen als gedacht."

Thomas Wick

Niederbayerisches Stonehenge ist besonders

Vor vielen Jahren hatte Werner Wick das Original in Südengland besucht. Danach wollte er die Kultstätte unbedingt in seinem Garten nachbauen. Es ist ein besonderer Ort für ihn.

"Ich sag' jetzt nicht, dass ich esoterisch drauf bin, ich steh mit zwei Füßen ganz fest am Boden. Aber ich leg' mich oft des nächtens eine viertel Stunde auf den Altarstein und schau' in den Himmel. Man kann sich gut entspannen und die Seele baumeln lassen."

Werner Wick, Stonehenge-Nachbauer

So mancher Besucher ist "merkwürdig"

Zur Sonnwende will Werner Wick schon gegen halb vier Uhr früh auf eines der Tore klettern. Es ist so ausgerichtet, dass hier die Sonne beim Aufgang durchscheint. Vielleicht kommen dann auch wieder einige Besucher. Aber das niederbayerische Stonehenge zieht ab und zu auch merkwürdige Figuren an.

"Da stand schon mal einer in einem Kartoffelsack, mit wuscheligen Haaren und Hühnerfedern darin, der hatte einen Gickerl unter dem Arm. Und dann hab' ich ihm schon gesagt, dass er sich zupfen soll. Sowas brauch' ich nicht, dass da einer einen Gickerl niedermacht in meinem Garten. Wo samma denn?!"

Werner Wick

In Werner Wicks Garten, hinter den Bäumen, liegen noch mehr Steinbrocken. Sie sind für das nächste Ziel des Landschaftsbauers. Er will auch den äußeren Kreis von Stonehenge nachbauen.

Der Bau des niederbayerischen Stonehenge


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ZenkerMona, Dienstag, 21.Juni 2016, 16:17 Uhr

1. Stonehenge in Niederbayern

Brauchst nicht mehr nach England