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Untersuchung zu Flugabsturz MH17 Ermittler: Rakete stammte aus Russland

Die Buk-Rakete, die im Juli 2014 zum Absturz des Fluges MH17 über der Ukraine führte, stammte nach Erkenntnissen internationaler Ermittler aus Russland. Das gab die Untersuchungskommission bei der Vorstellung erster Ergebnisse im niederländischen Nieuwegein bekannt.

Von: Petra Zimmermann

Stand: 28.09.2016

Absturzstelle des Fluges MH17 in der Ostukraine | Bild: picture-alliance/dpa

Die Passagiermaschine mit Flugnummer MH17 ist mit einer russischen Luftabwehrrakete abgeschossen worden. Zu diesem Schluss kamen internationale Ermittler in Nieuwegein bei Utrecht. Demnach sei die Buk-Rakete vom Gebiet der pro-russichen Rebellen im Süden des Ortes Snischne aus abgefeuert und die Abschussrampe anschließend nach Russland zurückgebracht worden. "Das können wir überzeugend beweisen", so die Ermittler. Die Erkenntnisse stützten sich auf die Auswertung von Satellitenbildern und Informationen der Geheimdienste.

Kreml beschuldigt Ukraine

Moskau wies indessen erneut jegliche Veranwortung scharf zurück und beschuldigte stattdessen die Ukraine. Neue russische Radardaten zeigten, dass das Flugzeug nicht von Gebiet der prorussischen Separatisten aus beschossen worden sei, entgegnete Kremlsprecher Dmitri Peskow und sprach von "unwiderlegbaren Beweisen". Von russischer Seite wurden seit der Tragödie immer wieder widersprüchliche Angaben zum möglichen Hergang gemacht.

Bereits die zweite Untersuchung

Bei der strafrechtlichen Untersuchung arbeiten Malaysia, die Ukraine, Belgien und die Niederlande mit. Die niederländische Staatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen, da aus diesem Land die meisten Opfer stammten. Bereits 2015 war eine Untersuchung des niederländischen Sicherheitsrates zu dem Schluss gekommen, dass eine Buk-Rakete die Maschine auf ihrem Flug von Amsterdam nach Kuala Lumpur am 17. Juli 2014 über der umkämpften Ostukraine getroffen und zum Absturz gebracht hatte.

Offen blieb dann aber, wer sie von dem Gebiet unter Kontrolle der prorussischen Separatisten abfeuerte.

Bei dem Abschuss der Maschine der Malaysia Airlines waren alle 298 Menschen an Bord getötet worden. Die Angehörigen waren von der Staatsanwaltschaft bereits am Morgen über die ersten Ergebnisse informiert worden. Namen von Verdächtigen nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Die Ermittlungen seien auch noch nicht abgeschlossen.


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