3

Bayern wählt den Bundespräsidenten Hurra, Hurra, wir fahren nach Berlin

Am 12. Februar wählt die Bundesversammlung den neuen Bundespräsidenten. Wahlberechtigt sind alle Bundestagsabgeordneten - und daneben 97 Wahlfrauen und -männer aus Bayern, die heute einstimmig vom Landtag gewählt wurden.

Von: Rudolf Erhard

Stand: 22.11.2016

Bundesversammlung | Bild: picture-alliance/dpa

Mit dabei ist zum Beispiel Landtagsvizepräsidentin Inge Aures von der SPD. Sie freut sich schon darauf, dass dann aller Voraussicht nach ein Parteifreund zum Staatsoberhaupt gewählt wird. Sie formulierte es dann aber etwas zurückhaltender:

"Ich freu mich natürlich, wenn eine Kollege von uns - von der SPD - vorgeschlagen ist, weil ich dann eine Stimme habe, um ihn auf diesen Weg zu bringen."

Landtagsvizepräsidentin Inge Aures, SPD

Weil ja Noch-Außenminister Frank Walter Steinmeier mit den Stimmen von SPD und Union ein überwältigendes Ergebnis bekommen wird. Die Landtags-SPD loste neben der gesetzten Fraktionsspitze ihre 23 Wahlmänner und –frauen aus. Garniert noch von Filmemacher Markus H. Rosenmüller, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler und der Behindertenbeauftragten Verena Bentele.

Die SPD lost, die CSU entscheidet nach Prominenz

Bei der CSU ging es dagegen streng nach Hierarchie und Parteiprominenz, neben ein paar von den neuen Abgeordneten, wie Carolina Trautner aus Stadtbergen: Sie freute sich über die "unbandig große Ehre", bei der Wahl im Februar in Berlin dabei zu sein. So oft wähle man ja schließlich keinen Bundespräsidenten. Da kann einer wie Ex-CSU-Chef Erwin Huber, seit 38 Jahren im Landtag nur schmunzeln:

"Nach meiner Erinnerung war ich bisher sechsmal dabei, ich hab schon den Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker in der alten Bundesrepublik gewählt."

Erwin Huber, CSU

Diese Bayern wählen den Bundespräsidenten

Auch die Ex-CSU-Größen Edmund Stoiber, Theo Waigel und Günther Beckstein fahren für die CSU nach Berlin zur Bundesversammlung. Daneben die gesamte Parteispitze, sofern sie nicht als Bundestagsabgeordnete sowieso schon nominiert sind, und dazu mit Ministerpräsident Seehofer alle Minister und Ministerinnen. "Für mich ist das sehr spannend", freute sich Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. Promis von außerhalb der Politik gibt es bei der CSU nicht.

Auch wenn es viele verdiente Bürgerinnen und Bürger gebe - aus 13 Millionen Bayern gerecht auszuwählen, das wäre ja dann sowieso wieder unmöglich, so Fraktionschef Thomas Kreuzer.

Grüne entsenden nur Parteimitglieder

Die Grünen nominierten ihre neun vom Landtag entsandten Vertreter bei der Bundespräsidentenwahl auch nur aus der Partei. Die Landtagsabgeordnete Ulrike Gote fährt gespannt nach Berlin:

"Warten wir mal ab, was sich noch tut - hier kommen ja jeden Tag neue Kandidatinnen und Kandidaten aufs Spielfeld."

Ulrike Gote, Grüne

Ein Delegierter, der sich selber wählen kann

Bei den Freien Wählern verzichtete Landes-, Bundes- und Fraktionschef Hubert Aiwanger zugunsten des Fernsehrichters Alexander Hold auf sein Wahlmännerticket - weil er ja Hold auch noch als Freie-Wähler-Bundespräsidentenkandidat ins - aussichtslose - Rennen schickt. Der Rest der 10 Plätze wurde ausgelost, sehr zur Freude des Freisinger Freie-Wähler Abgeordneten Benno Zierer:

"Normal ist bei mir, dass ich nie was gewinn - nicht einmal bei der Feuerwehr."

Benno Zierer, Freie Wähler


3

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Erich, Dienstag, 22.November, 20:39 Uhr

1. Welche Wahl???

Nennt man das Abnicken eines im Hinterzimmer bestimmten Präsidenten, jetzt schon Wahl?