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Zuhause bin ich in Israel Erinnerungen bayerischer Juden

Der Film schildert die Schicksale in Bayern geborener Juden, die während der Nazizeit vor Kriegsbeginn verfolgt und vertrieben worden waren bzw. die Konzentrationslager überlebten, und ihre späteren Lebenswege in Israel.

Stand: 25.11.2015

Die 1922 geborene Lotte Ramot kam 1939 von Fürth nach Palästina. Seit 70 Jahren lebt sie schon im Kibbuz Givat Brenner. Hier ist sie im Museum der Anlage. | Bild: Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: Bild: BR/Bettina Stummeyer. Die Nutzung im Social Media-Bereich, sowie inhaltlich andere Verwendungen nur nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildarchiv, Tel. 089 / 5900 10580, Fax 089 / 5900 10585, Mail Pressestelle.foto@br.de

"Ich war froh, dass ich auf dem Weg nach Palästina bin. Man hat uns ja vertrieben. Für meine Eltern war das viel schwieriger. Sie kamen aus einem geordneten Leben und waren plötzlich heimatlos." Wie Lotte Ramot aus Fürth geht es Ende der 1930er-Jahre Zigtausenden.

50.000 deutsche Juden entscheiden sich nach der Machtübernahme der Nazis für die Auswanderung in das damalige Völkerbund Mandatsgebiet Palästina, das "Land Israel". Für die meisten ist es ein schwerer Weg, da sie gezwungenermaßen ihre deutsche Heimat verlassen müssen und nicht aus zionistischer Überzeugung nach Palästina gehen.

Der damals 17-jährigen Lotte und ihrer Familie gelingt Anfang 1939, drei Monate nach der Reichspogromnacht, noch die Ausreise aus Bayern nach Palästina. Es ist ein schmerzlicher Aufbruch aus einem Leben, das von der deutsch-jüdischen Fabrikantenfamilie aus Fürth bis 1933 nie infrage gestellt wurde. Lottes Vater, Offizier im Ersten Weltkrieg, zerbricht daran, dass man ihn in seiner bayerischen Heimat nicht mehr haben will. Er stirbt ein halbes Jahr nach der Ankunft in Palästina. Lotte ist Zionistin, die Einzige in der Familie. Sie geht den Weg der Pionierin und wird Mitglied im Kibbuz Givat Brenner, der 1928 von deutschen Auswanderern gegründet worden war. Dort lebt sie nun seit fast 70 Jahren.

Lotte Ramot ist eine von sechs Frauen und Männern, die in diesem Film zu Wort kommen. Damals Kinder oder Jugendliche, mussten sie alle mehr oder weniger freiwillig ihre bayerischen Wurzeln in die fremde Erde Palästinas verpflanzen.


Der Filmemacherin Bettina Stummeyer erzählen die Protagonisten ihre Geschichten vom Abschied und vom Ankommen in einer ihnen vollkommen fremden Welt.


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