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22.-30.12. Chanukka Jüdisches Lichterfest

Das achttägige Lichterfest Chanukka, das jährlich im November oder Dezember gefeiert wird, zählt zu den erst nach der biblischen Zeit entstandenen jüdischen Festen.

Stand: 21.10.2019

Das Fest erinnert an den dreijährigen jüdischen Aufstand der Makkabäer gegen die hellenistisch-seleukidische Fremdherrschaft Mitte des zweiten Jahrhunderts christlicher Zeitrechnung. Unter der Besatzung war Juden die Ausübung der Religion untersagt, zudem war der Jerusalemer Tempel entweiht. Das Wort Chanukka bedeutet "Weihe" und erinnert an die Wiederaufnahme des jüdischen Lebens im Tempel.

Der wundersame Ölkrug

Im Zentrum des Festes steht eine wundersame Begebenheit. Als die jüdischen Rückeroberer die siebenarmige Menora wieder zum Leuchten bringen wollten, fanden sie im entweihten Tempel nur einen einzigen Krug Öl aus der Zeit vor der Entweihung des Allerheiligsten vor. Zur Herstellung neuen Öls mussten weitere acht Tage vergehen. Aber dann geschah etwas ganz Unerwartetes: Das Öl, das normalerweise nur für einen Tag bestimmt war, sollte ganze acht Tage reichen.

An das Chanukka-Wunder erinnert heute ein Leuchter, die Chanukkia, die nicht wie die Menora sieben, sondern acht Arme hat – wie die acht Tage, die der Legende nach das Öl im Tempel leuchtete. Ein neunter Arm ist der Diener, mit dem die anderen acht Kerzen angezündet werden. An jedem Tag von Chanukka wird eine neue Kerze gezündet, mit ihr die Kerze oder die Kerzen der abgelaufenen Tage des Festes. Symbolisch für jüdisches Leben wird die leuchtende Chanukkia ans Fenster des Hauses oder der Wohnung gestellt. Kinder basteln sich ihre eigene Chanukkia, die sie gemeinsam mit den Eltern anzünden dürfen. Dabei werden die Segenssprüche auf das Fest und das Wunder gesagt und fröhliche Lieder gesungen. Die Kinder bekommen kleine Geschenke, es werden Geschichten erzählt, es wird gemeinsam gegessen und gespielt.

Dreidel-Spiel

Das Dreidel ist ein Drehwürfel mit vier Seiten. Auf jeder der Seiten ist jeweils ein Buchstabe, stehend für Ness Gadol Hajah Scham – ein großes (gadol) Wunder (ness) geschah (hajah) dort (scham). Jeder Buchstabe hat seinen bestimmten wert. Der Hauptpreis gilt natürlich dem G. Der Spieleinsatz sind Nüsse oder kleine Süßigkeiten.

Sufganiot - beliebte Speise zu Chanukka

Das Ölwunder von Chanukka hat sich auch im Kulinarischen niedergeschlagen. An Chanukka werden die jüdischen Pfannkuchen (Lattkes) mit besonders viel Öl zubereitet. Dasselbe gilft für die Sufganiot, die Chanukka-Krapfen, die man auch beim jährlichen Zünden des Chanukkia-Leuchters am Münchner Jakopsplatz kosten kann. Auch in Berlin und vielen anderen Städten in Deutschland wird das Chanukka-Fest heute mitten in der Stadt gefeiert.

Als jüdisches Pendant zum christlichen Weihnachten gewann das Fest, das in Israel mit wesentlich weniger Aufwand begangen wird, eine mehr und mehr hohe Relevanz in den jüdischen Gemeinden Europas und Nordamerikas. So auch bei den Juden in Deutschland.


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