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Publizist und NS-Raubgut-Forscher Rosenberg, Leibl

Leibl Rosenberg ist Publizist, Journalist und Beauftragter zur Erforschung und Restitution von Buchbeständen aus NS-Raubgut der Stadtbibliothek Nürnberg. In dieser Funktion versucht er, die Eigentümer der Bücher der "Sammlung Israelitische Kultusgemeinde" zu ermitteln, die von den Nationalsozialisten geraubt worden waren.

Stand: 14.02.2013 | Archiv

Leibl Rosenberg zu Gast im alpha-Forum | Bild: BR

"Man muss sich vor Augen führen, dass im Zusammenhang mit der Herrschaft des Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg nicht nur sehr viele Menschen gestorben sind, umgebracht worden sind – wir schätzen, dass es im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit davor und danach ungefähr 55 Millionen Tote gegeben hat –, sondern dass auch der Besitz der Opfer der Nationalsozialisten geraubt worden ist. Nachdem niemand freiwillig seinen Besitz hergibt – und schon gar nicht sein Leben –, nahm man das mit Gewalt. Deswegen sprechen wir hier von Raubgut. Aber juristisch ist das kein ganz korrekter Ausdruck und deswegen haben diejenigen, die wie ich damit zu tun haben, sich darauf geeinigt, dass das 'verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut' genannt wird. Das können Bücher sein, das können Gemälde sein, das können Archivalien sein, das können Möbel sein, das können andere museale Dinge sein. Ich für meinen Teil beschäftige mich nur mit Büchern. Raubgut heißt, dass das, was wir vorfinden, nicht dort ist, wo es eigentlich hingehört hätte."

Leibl Rosenberg

Zur Person

  • Geboren
  • 27. Januar 1948 im DP-Lager Lagerlechfeld bei Landsberg am Lech
  • Ausbildung
  • Studium Judaistik, Bibelwissenschaften, Sprachwissenschaften, Germanistik und Anglistik an der Hebräischen Universität Jerusalem und an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Beruf
  • Journalist und Publizist

Funktionen und Ämter

  • Aktuelle Funktion
  • Beauftragter zur Erforschung und Restitution von Buchbeständen aus NS-Raubgut der Stadtbibliothek Nürnberg
  • Ämter/berufliche Stationen
  • Seit 1979 freier Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks
  • 1982–1984 herausgebender Redakteur der Neuen Jüdischen Nachrichten des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinde Bayern; Mitgeschäftsführer des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinde in Bayern
  • 1990–1993 Redakteur der Nürnberger Nachrichten
  • Seit 1997 Beauftragter zur Erforschung und Restitution von Buchbeständen aus NS-Raubgut der Stadtbibliothek Nürnberg
  • 1999–2006 Vorsitzender des Forums für Jüdische Geschichte und Kultur in Nürnberg
  • 2011 Berufung zum ehrenamtlichen Berater des European Holocaust Research Infrastructure Project

Veröffentlichungen

  • Spuren und Fragmente, Nürnberg: Stadtbibliothek, 2000.
  • Jerusalem, München: Bucher, 1989.
  • Das Dingsbuch ist da! (zusammen mit Thomas Kania), 8. Auflage, München: Goldmann, 1988.
  • Flimmericks (zusammen mit Thomas Kania), München: Goldmann, 1986.
  • Das Hausgespenst, München: Edition Text und Kritik, 1977.

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