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Traumatherapeut Pieper, Georg

Dr. Georg Pieper ist Traumaexperte und Spezialist für Krisenintervention. In seinem jüngsten Buch "Die neuen Ängste. Und wie wir sie besiegen können" (2017) zeigt er, wie wir angesichts von Gewalt und Terroranschlägen mit unseren Ängsten umgehen können.

Stand: 23.03.2017 | Archiv

"Es ist nicht so wie bei einer Grippe, bei der nach einiger Zeit eben alle Symptome verschwunden sind und man wieder richtig gesund ist; das gibt es nicht beim Trauma. Stattdessen geht es darum, dass man lernen muss, damit umzugehen. Man muss einen Weg finden, zu akzeptieren, was passiert ist, und trotzdem weiterleben. Wir haben hier in der Therapie den Begriff der sogenannten 'radikalen Akzeptanz' geprägt. Das ist ein ganz wichtiger Begriff in der Traumatherapie, denn radikale Akzeptanz bedeutet: 'Ich muss einsehen, dass da etwas passiert ist, was ich nicht wollte.' Radikale Akzeptanz ist nämlich das genaue Gegenteil von 'wollen': Es passieren immer wieder Dinge, die wir nicht wollen, die wir aber auch nicht ändern können. Wir können also immerzu damit hadern, dass solche Dinge passieren, wir können permanent versuchen, uns dagegen aufzulehnen: Der Schmerz, den wir empfinden, wird auf diese Art und Weise jedoch zu einem langen, langen Leiden."

Georg Pieper

Zur Person

  • Geboren
  • 1953
  • Ausbildung
  • Psychologiestudium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • 2006 Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Beruf
  • Psychologischer Psychotherapeut

Funktionen und Ämter

  • Aktuelle Funktion
  • Geschäftsführer des Instituts für Traumabewältigung ITB, Psychotherapeut, Traumaexperte, Autor
  • Ämter/berufliche Stationen
  • Tätigkeit in der Drogentherapie
  • Tätigkeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Marburg
  • 1988-1993 Betreuung der Opfer, Angehörigen und Einsatzkräfte des Grubenunglücks Borken
  • 1988 Betreuung von Betroffenen und Einsatzkräften der Flugschaukatastrophe Ramstein
  • 1989 Betreuung der Betroffenen des Tanklastunglücks Herborn
  • 1993-1996 Betreuung deutscher Geiselopfer im Libanon
  • Seit 1998 Betreuung der Opfer und Angehörigen der ICE-Katastrophe Eschede
  • Seit 1999 Betreuung einer Meißener Schule nach der Ermordung einer Lehrerin
  • 2002 Organisation der psychologischen Nachsorge nach dem Amoklauf eines Schülers in Erfurt
  • Seit 2004 deutscher Vertreter in der "Task Force on Disaster and Crisis" der European Federation of Psychologists Associations EFPA

Veröffentlichungen

  • Die neuen Ängste. Und wie wir sie besiegen können (zusammen mit Alexandra Berger), München: Knaus, 2017.
  • Überleben oder Scheitern. Die Kunst, in Krisen zu bestehen und daran zu wachsen, München: Knaus, 2012.
  • Traumatherapie in sieben Stufen. Ein kognitiv-behaviorales Behandlungsmanual (zusammen mit Jürgen Bengel), Bern: Huber, 2007.

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