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Geschlechterforschung Universität Luxemburg Baltes-Löhr, Christel

Prof. Dr. Christel Baltes-Löhr ist Genderbeauftragte der Universität Luxemburg und Leiterin des Instituts für Geschechterforschung, Diversität und Migration. 2014 erschien ihr Buch "Normierte Kinder. Effekte der Geschlechternormativität auf Kindheit und Adoleszenz".

Stand: 15.06.2015 | Archiv

"Die Vorstellung ist also, dass das soziale Geschlecht konstruiert wird, dass es erlernt wird, dass man das sozusagen erst nach der Geburt über die Eltern, über die Familie, über die Nachbarn, die Freundinnen und Freunde, über den Kindergarten, über die Schule usw. lernt. Es gibt dabei aber auch die Frage – und das ist das, worum es in der Geschlechterforschung geht –, ob eben auch das biologische Geschlecht sozusagen konstruiert ist. Die Frage lautet also: Gibt der Körper das Geschlecht sozusagen vor oder ist auch die Materie, so wie wir hier sitzen mit unseren Körperzellen, mit unserem Blut, das durch unsere Adern fließt usw., ist also auch dieser biologische Körper, der früher 'Leib' genannt wurde, sozusagen konstruiert? Wenn das so ist, wie geschieht in den verschiedenen Gesellschaften die Konstruktion des Geschlechts eigentlich genau? Meine Position ist folgende: Auch aufgrund der vielen Arbeiten, die in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Trans- und Intergeschlechtlichkeit erschienen sind, gehe ich davon aus, dass wir Menschen plural verfasst sind, dass es Geschlecht als Kontinuum gibt, mit einer biologischen, also sozusagen mit einer körperlichen, einer physischen Komponente, mit einer psychischen Komponente, mit einer erotischen Komponente, die das Begehren regelt, und mit dem sozialen Verhalten."

Christel Baltes-Löhr

Zur Person

  • Ausbildung
  • Studium an der Universität Trier
  • Promotion zum Thema Identität und Migration
  • Beruf
  • Genderforscherin

Funktionen und Ämter

  • Aktuelle Funktion
  • Lehrbeauftragte am Institut d'Etudes Educatives et Sociales (IEES)
  • Ämter/berufliche Stationen
  • Seit 1997 Lehrbeauftragte am Institut d’Etudes Educatives et Sociales (IEES), Organisation, Koordination und Teilnahme am monatlich stattfindenden Arbeitskreis Feministische Theorie
  • Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation von Seminaren, Tagungen und Workshops im Rahmen des EU-Projektes des luxemburgischen Frauenministeriums

Veröffentlichungen

  • Normierte Kinder. Effekte der Geschlechternormativität auf Kindheit und Adoleszenz (zusammen mit Erik Schneider), Bielefeld: Transcript, 2014.
  • Migration und Identität. Portugiesische Frauen in Luxemburg, Frankfurt am Main: IKO – Verlag für Interkulturelle Kommunikation, 2006.
  • (Hrsg.) Gender-Perspektiven: interdisziplinär – transversal – aktuell, Frankfurt am Main u.a.: Lang, 2004.

Erstsendung: 15.7.2015


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