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Bundestagswahl in Schwaben Alte Hasen und junges Gemüse

Viele bekannte Gesichter, aber auch einige Neulinge sind zwischen Nördlingen und Oberstdorf auf den Plakaten zur Bundestagswahl in Schwaben und im Allgäu zu sehen. Bei den Direktmandaten hat klar die CSU die besseren Chancen.

Von: Barbara Leinfelder, Rupert Waldmüller und Joseph Weidl

Stand: 11.09.2017 | Archiv

Bundestagswahl Schwaben | Bild: BR

Nachdem im Großraum Augsburg bereits zur letzten Bundestagswahl mit Volker Ullrich (CSU, Wahlkreis Augsburg-Stadt), Hans-Jörg Durz (CSU, Augsburg-Land) und Ulrike Bahr (SPD, Augsburg-Stadt) eine jüngere Riege nachgerückt ist, die in Berlin bleiben will, steht nun auch in Nordschwaben ein Generationswechsel an.

Donau-Ries: Frischzellenkur

Dort hat die langjährige SPD-Abgeordnete Gabriele Fograscher den Stab an den bisherigen Bürgermeister von Alerheim, Christoph Schmid, weitergegeben. Er ist Markt- und Werbepsychologe. Zum Wahlkreis Donau-Ries gehören die Landkreise Donau-Ries und Dillingen sowie einige Gemeinden aus dem Landkreis Aichach-Friedberg. Schmid tritt gegen Rechtsanwalt Ulrich Lange von der CSU an, der mit bereits zwei Legislaturperioden im Gepäck als sicherer Kandidat für ein erneutes Mandat gilt.

Augsburg-Stadt: Wieder Heimspiel für Roth?

Claudia Roth

Auch ein "alter Hase" ist die Augsburgerin Claudia Roth (Grüne). Sie ist seit 1998 im Bundestag und Direktkandidatin des Wahlkreises Augsburg-Stadt. SPD-Frau Ulrike Bahr ist es gelungen, in der Sex-Affäre des SPD-Landtagskandidaten Linus Förster mit klarem Vorgehen Schaden von der Partei abzuwenden. Sie ist inzwischen Chefin der SPD in Schwaben.

Auch wieder in den Bundestag einziehen will die Aichacher Mathematiklehrerin Iris Eberl (CSU). Sie rückte im April 2015 für den zurückgetretenen Peter Gauweiler in den Bundestag nach.

Die AfD hat für den Wahlkreis Augsburg-Stadt Markus Bayerbach aufgestellt. Der Lehrer macht derzeit Politik im Augsburger Stadtrat. Für Die Linke nach Berlin will Frederik Hintermayr, bisher schwäbischer Bezirksrat. Ebenfalls ein Mandat will der schwäbische Bezirkschef der Jungen Liberalen, Immobilienverwalter Maximilian Funke-Kaiser. Er ist mit 23 Jahren der Jüngste – und als Direktkandidat nominiert worden. Für die ödp tritt Robert Huemer an.

Augsburg-Land: Pädagogen, Chemiker und Landwirte

Für die SPD im Wahlkreis Augsburg-Land tritt der bisherige Landtagsabgeordnete Herbert Woerlein an. Für die Grünen geht Franz Bossek an den Start, der aus der kleinen Gemeinde Kutzenhausen im Westen Augsburgs stammt. Gute Chancen auf ein Bundestagsmandat rechnet sich auch Karlheinz Faller aus Dasing (Lkr. Aichach-Friedberg) von der FDP aus; alle drei sind Pädagogen oder Lehrer.

Für die AfD geht in Augsburg-Land der Diplom-Chemiker Rainer Kraft aus Langweid an den Start. Die Linke hat den Kaufmann Cengiz Tuncer zum Bundestagskandidaten gekürt. Für die Freien Wähler will der promovierte Landwirt Markus Brem aus Gersthofen Bundespolitik machen. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) schickt die Studienrätin Constanze Freifrau Tucher von Simmelsdorf aus Friedberg ins Rennen.

Der Wahlkreis Augsburg-Land wurde bei der Bundestagswahl allerdings seit 1949 stets von den Direktkandidaten der CSU gewonnen, ebenso der Wahlkreis Donau-Ries.

Oberallgäu und Ostallgäu: Gute Plätze auf den Landeslisten

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

Im Allgäu sind keine großen Überraschungen bei der Bundestagswahl zu erwarten. Die Direktkandidaten der CSU in den beiden Wahlkreisen, Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Oberallgäu und Stephan Stracke im Ostallgäu, sitzen recht fest im Sattel. Bei der Wahl 2013 haben beide je rund 60 Prozent der Erststimmen geholt.

Interessant wird sicher die Frage, was nach der Wahl aus Müller wird: Sollte die CSU mit in der Regierung bleiben, ist er weiterhin als Entwicklungsminister im Gespräch. Aber auch als möglicher Bundeslandwirtschaftsminister wurde Müller schon gehandelt.

Wegen relativ aussichtsreicher Plätze auf den Landeslisten können sich aber auch drei weitere Bewerber aus dem Allgäu Hoffnungen machen: Der Oberallgäuer Jurist Stephan Thomae (FDP) steht auf Platz sieben der FDP-Landesliste und könnte damit eventuell nach vier Jahren Pause wieder in den Bundestag einziehen. Auch der AfD-Kandidat für das Oberallgäu, der Kemptener Unternehmer Peter Felser, belegt mit Platz sieben auf der AfD-Landesliste einen nicht aussichtslosen Platz. Und die Kandidatin der Linken im Ostallgäu, die Kaufbeurer Betriebsratsvorsitzende Susanne Ferschl, steht mit Platz drei weit oben auf der Landesliste. Die ödp tritt mit Krimhilde Dornach (Ostallgäu) und Lucia Fischer (Oberallgäu) zur Wahl an.

Neu-Ulm: Die Messlatte liegt bei 57 Prozent

SPD-Mann Karl-Heinz Brunner

Neben den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg sind auch die Verwaltungsgemeinschaften Babenhausen, Boos, Erkheim und Pfaffenhausen aus dem Landkreis Unterallgäu mit im Neu-Ulmer Wahlkreis. Als Direktkandidat dürfte erneut Georg Nüßlein von der CSU die größten Chancen haben. Bei der Wahl 2013 bekam er rund 57 Prozent der Stimmen.

Wieder im Rennen als Direktkandidaten sind ebenfalls Karl-Heinz Brunner für die SPD und Ekin Deligöz für die Grünen. Brunner steht bei der SPD auf Landeslistenplatz 15. Auf der Landesliste der Grünen steht Ekin Deligöz, die seit 1998 Mitglied des Bundestags ist, auf Platz drei hinter Claudia Roth und Toni Hofreiter.

Auch Kathrin Albsteiger, die 2013 mit 29 Jahren für die CSU erstmals in den Bundestags gewählt wurde, hofft auf Landeslistenplatz 29 auf einen erneuten Einzug in den Bundestag. Weitere Kandidaten sind Richard Böhringer, der für die FDP antritt, Gerhard Friedrich Großkurth für die AfD, Elmar Lorenz Heim für Die Linke, Rudolf Felix Ristl für die Piratenpartei, Wolfgang Erwin Schrapp für die Freien Wähler, Gabriela Johanna Schimmer-Göresz für die ÖDP und Andreas Beier für die Unabhängigen.


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Juanita, Montag, 11.September 2017, 20:02 Uhr

1. Hallo

Hat ein Landwirt Politikwissenschaft studiert was sucht der überhaupt dort.
Lauter Deppen hier!