BR Fernsehen - Vereinsheim


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Hannes Ringlstetter "Bühne kann ich "

Als Moderator begrüßt und begeistert Hannes Ringlstetter im Vereinsheim Schwabing Bühnenneulinge, alte Kabarett-Hasen und das Publikum. Auch als Musiker, Kabarettist und Schauspieler hat er sich inzwischen einen Namen gemacht.

Stand: 26.10.2015

Bühnensport mit Hannes Ringlstetter | Bild: BR/Martina Bogdahn

Pfarrer, Rockstar, Liedermacher

Seine Liebe zur Bühne beginnt früh: Schon als Kind wollte Ringlstetter Pfarrer werden: "weil man sich da hinstellt, predigt und alle hören zu". Später - Ringlstetter hat sich längst Musik und Kabarett zugewandt - werden Georg Kreisler, Helmut Qualtinger und Fredl Fesl seine großen Vorbilder.

Alles beginnt mit Musik: Als Germanistik- und Geschichtsstudent in Regensburg gründet Ringlstetter die Band "Schinderhannes". Sie haben Erfolg, touren mit Ambros und Goisern, ihr Lied "Mach di frei" wird 2001 bei Rock im Park von Anastacia und den H-Blockx gecovert. Der Traum Rockstar zu werden klappt "halb", wie er selbst sagt.

Ganz ungewöhnlich für die Branche schließt Ringlstetter sein Studium trotz der vielen Verpflichtungen nebenbei ab und als sich die Band auflöst, probiert er es 2004 zum ersten Mal solo. Er nimmt eine Platte mit Liedern auf und heraus kommt – "ganz ohne Absicht" : Sein erstes Musik-Kabarettprogramm.

Geschichten aus der Heimat

Nach und nach etabliert sich Ringlstetter als Kabarettist, er tritt bei "Ottis Schlachthof" und in der "Grünwald Freitagscomedy" auf und tourt mit seinen Soloprogrammen durch den Freistaat. Er musiziert weiterhin, er dreht und moderiert, 2012 zeigt das Bayerische Fernsehen erstmals sein Soloprogramm "Meine Verehrung".

Österreicher im Herzen

Kaum zu glauben, dass dieser Tausendsassa, den die Presse gerne als Multitalent bezeichnet, auch ganz andere Seiten hat: Seine österreichischen Vorbilder Kreisler und Qualtinger bewundert er vor allem für ihre Lebenshaltung: Sich das Recht heraus zu nehmen "ultimativ grantig zu sein und an manchen Tagen alles sch... zu finden, das ist kein schwarzer Humor, das ist eine eigene Sicht auf die Welt", erklärt Ringlstetter.

Auch er selbst kennt solche Momente. In seinem Haus auf dem Land, "im Off," genießt er die Einsamkeit und Abgeschiedenheit. "Wenn ich das Tempo meines Berufes nicht habe, werde ich extrem still und in mich gekehrt", verrät Ringlstetter.

Beobachter

Als stiller Beobachter "mit einem Record-Knopf im Kopf" findet er auch seine Geschichten, Figuren und Anekdoten für sein Soloprogramm. "Bevor ich damit allerdings auf die Bühne gehe, probiere ich die Pointen im Bekanntenkreis aus und je nachdem wie sie ankommen, werden sie dann noch verändert" verrät er.

Bühne als Handwerk

Tatsächlich ist es bei all seinen unterschiedlichen Tätigkeiten die Bühne die Ringlstetter am meisten liebt. "Die Bühne ist das Handwerk für alles, was danach kommt", so Ringlstetter. "Nur dort gibt es diese einmalige 1:1 Verbindung mit dem Publikum". Und auch wenn er sich selbst als seinen kritischsten Beobachter bezeichnet, in einem ist sich Ringlstetter ganz sicher: "Bühne kann ich!"

Schließlich hat Ringlstetter über 20 Jahre hart an seinem Erfolg gearbeitet und ist dabei auch, wie er selbst sagt, "in regelmäßigen Abständen an die Wand gefahren". Dass er auch deswegen heute viel Zeit in die Talentschmiede "Blickpunkt Spot" investiert und als Juror bei der Talentshow "mia san mia" auftritt, hat einen einfachen Grund: Junge Leute sollen es heute einfacher haben, sich als Freigeist auszuprobieren, als er es damals hatte.

Hannes Ringlstetter über ...

Vereinsheim

"Das Schönste am Vereinsheim ist, dass es die Bühnenshow schon länger gab und dass es uns allen miteinander gelungen ist - und damit meine ich wirklich alle miteinander: vom Kabelträger bis zum Redakteur, bis zu Till Hofmann und mir - diesen Charme ins Fernsehen zu bringen. Das finde ich großartig!"

Grünwald Freitagscomedy

"Günter ist der, den ich aus dieser Branche am allerlängsten kenne. Wir haben uns 1994 auf einem OpenAir kennengelernt. Ich habe dort mit meiner Band "Schinderhannes" gespielt und er hat mit Ali Schlamp zusammen ein anarchistisches Musik-Duo gemacht und moderiert - seitdem kennen wir uns. Sich jetzt mit ihm, nach fast 20 Jahren, lustige Dinge auszudenken und Sketche zu spielen, das ist super."

sein Soloprogramm

"Mein Soloprogramm spiele ich wahnsinnig gerne, weil es, glaube ich, das Programm ist, das am nächsten an mir dran ist. Außerdem freut es mich total, dass sich offensichtlich sehr viele Leute in meinen absurden Heimatgeschichten und meiner Sicht der Dinge wiederfinden. Wenn man ein Soloprogramm macht, das sehr persönlich ist, freut es einen noch mehr, wenn die Leute über die eigene Sicht der Dinge gut lachen können."

mia san mia

... ist im Prinzip ähnlich wie das Vereinsheim. Es geht dort auch darum, Leute zu finden, die etwas Eigenes auf die Beine stellen. Das zu sehen und mitzuerleben ist toll. Wenn man dazu dann auch noch etwas sagen darf, weil man das selber schon länger macht - umso schöner!


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