BR Fernsehen

berggeschichten Die neue Höllentalangerhütte

Mittwoch, 31.08.2016
20:15 bis 21:00 Uhr

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2015

Im Frühtau zu Berge, zünftige Brotzeiten, kaltes Wasser, Plumpsklo und Matratzenlager in einer urig-rustikalen Hütte – so stellen sich viele Bergvagabunden nach wie vor eine gelungene Tour vor. Modernere Schutzhütten werden gerne als „Wellnessoasen“ abgekanzelt, die den umweltschädigenden Massentourismus in den Alpen noch verstärken. Dabei achten die für die Schutzhütten verantwortlichen Alpenvereine bei den vielen dringend notwendigen Modernisierungsmaßnahmen stets auf hohe Umweltverträglichkeit. Und neu – im Sinne von mehr – gebaut wird schon gar nicht. Zu den bestehenden Hütten dürfen keine weiteren dazukommen. Oft sind jedoch die alten Gebäude so marode, dass ein Ersatzbau nötig wird.

So war es auch bei der Höllentalangerhütte unterhalb der Zugspitze. Teile des alten, immer wieder erweiterten Gebäudes, waren über hundert Jahre alt. Insgesamt entsprach der verschachtelte Bau nicht mehr den behördlichen Auflagen zu Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, Energieeffizienz, Brand- und Lawinenschutz.

Hochgedämmt, mit Kläranlage und eigenem Wasserkraftwerk für die ökologisch nachhaltige Stromerzeugung erfüllt der moderne Neubau nun die neuesten Vorgaben. Und trotzdem löste er anfangs eine Protestlawine aus. Vom „modernistischen Schachtelbau mit einer 60er-Jahre-Architektur, die eher in ein Industriegebiet passt“ war die Rede. „Steril und ungemütlich“ sei der Neubau und erinnere „eher an einen Plattenbau als an eine gemütliche Berghütte“.

BR-Autorin Gabriele Dinsenbacher und ihr Kamerateam haben den Abriss der alten und den Bau der neuen Höllentalangerhütte beobachtet, unterschiedlichste Meinungen eingesammelt und die neue Hütte, die am 23. August 2015 eröffnet wurde, unter die Lupe genommen.

Autor: Gabriele Dinsenbacher
Redaktion: Sabine Reeh