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Unter Beschuss Diyarbakirs Bürger zwischen den Fronten

Die ehemalige Karawanserei Hasan Pasa Hani (spätes 16. Jahrhundert) in der Stadt Diyarbakir beherbergt heute Restaurants und Läden, aufgenommen. Die Stadt Diyarbakir gilt als eine der größten kurdischen Städte weltweit.  | Bild: picture-alliance/dpa

Sonntag, 17-4-2016
4:45 nachm. to 5:15 nachm.

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Türkei 2016

Eine Anschlagsserie erschüttert die Metropolen der Türkei - der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und der als terroristisch eingestuften PKK eskaliert. Der Friedensprozess ist gescheitert. Die Folge: Mehr als 1000 Menschen haben seit Sommer 2015 ihr Leben in dem Konflikt gelassen, davon über 300 Zivilisten. Die BR-Reporterinnen Gülseren Ölcüm und Katharina Willinger sind nach Diyarbakir gereist, der Hauptstadt der kurdischen Protestbewegung.

Diyarbakir im Südosten der Türkei: Um PKK-Anhänger zu finden, laufen seit Monaten Militäroperationen. Die Altstadt ist komplett abgeriegelt, Militär-Fahrzeuge patrouillieren auf den Straßen, alle paar Minuten sind Explosionen und Schusswechsel zu hören. Für die Bewohner mittlerweile fast Alltag: Die Stadt Diyarbakir befindet sich seit vier Monaten offiziell im Ausnahmezustand.

Doch wie lebt es sich in so einer Situation und das über Monate hinweg? Wie empfinden die Bewohner persönlich den Konflikt? Auf welcher Seite stehen sie?

Die BR-Reporterinnen Gülseren Ölcüm und Katharina Willinger sind für eine Woche nach Diyarbakir gereist. Getroffen haben sie verzweifelte Bewohner, gefangen zwischen Angst und Wut, entschlossene Politiker und Aktivisten - und türkische Journalisten, die jeden Tag damit rechnen müssen, festgenommen zu werden. Misstrauen und Argwohn haben die Menschen fest im Griff. Wer ist Freund, wer Feind in diesem Kampf? Und die schwierige Frage: Ist eine Lösung in dieser verfahrenen Situation überhaupt noch möglich?

Autor/Autorin: Katharina Willinger
Redaktion: Brigitte Abold