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Ruhmeshalle Rage Against The Machine

Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum zünden Rage Against The Machine im November 1992 endgültig die Bombe: Crossover ist das Wort der Stunde.

Stand: 18.09.2007 | Archiv

Rage Against The Machine | Bild: SonyBMG

Die von Nirvanas Jahrhundertalbum Nevermind noch gebeutelten Grungekids bekommen 1992 die viel härtere Packung. Metal und Hardcore treffen auf Rap. Rapcore nennen es manche. Aus dem Dunstkreis befreundeter Bands wie Public Enemy, Pearl Jam oder auch den musikalisch sehr verwandten Body Count durchbrechen Rage Against The Machine auch inhaltlich den letzten Wall der Zurückhaltung. Schluss mit der Nullbock-Generation.

Fuck You, I Won't Do What You Tell Me

Albumcover von "Rage Against The Machine" | Bild: Sony/BMG

Gleich mit ihrer ersten Single "Killing in The Name Of" ruft Frontmann Zack de la Rocha die Meute zum offensiven politischen Protest auf. Schon das Albumcover macht deutlich: Rage meinen es ernst. Zu sehen ist der buddhistische Mönch Thích Quảng Đức, der sich 1963 als Protest gegen die Unterdrückung seiner Religion auf offener Straße selbst verbrennt. Mit dem roten Stern des Kommunismus und Che Guevara als Begleitmotiv geht es geschlossen gegen das Establishment. Der Anführer: die Sloganeering-Maschine Zack de la Rocha. Mit unüberhörbarer Wut im Bauch schreit und rappt er wie niemand anderer gegen die soziale und politische Ungerechtigkeit auf der Welt. "Fuck You, I Won't Do What You Tell Me" wird zum Leitspruch einer Generaton.

Revolutionäre Gitarrensounds

In jedem der zehn Albumtracks feuern Rage Against The Machine eine Verbalattacke nach der anderen ab. Parolen, die noch heute auf Buttons, T-Shirts und Demobanner gedruckt werden. Ihre Revolution findet allerdings nicht nur politisch, sondern vor allem in ihrer Musik statt. Neben funkigen HipHop-Beats und straighten Metalriffs holt Tom Morello Töne aus seiner Gitarre, wie sie normalerweise nur aus Samplern kommen. Aber alles ist handmade! Die Flächen, Soundeffekte und natürlich auch die Scratches wie bei "Bullet in Your Head", ihrer Hymne gegen den stumpfen Opportunismus.

In nur zwei Monaten Produktionszeit haben Rage Against The Machine den Grundstein für Bands wie Clawfinger, Dog Eat Dog, Limp Bizkit oder Linkin Park gelegt. Und auch wenn das Debüt nicht ihr erfolgreichstes Album gewesen ist, wurde es von unzähligen Kritikern und auch von uns zu einem der besten Alben aller Zeiten gekürt.


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