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Ruhmeshalle Manu Chao - Clandestino

Manu Chao ist Friedensmessias und Trommelguru. Mit seinem Latino-Reggae-Clash-Debüt "Clandestino" wollte er Kulturen verbinden – und stürmte damit überraschend die Charts. Und einen zeitlosen Sommerhit gab's noch obendrauf.

Von: Caroline von Eichhorn

Stand: 22.06.2011 | Archiv

Manu Chao - Ruhmeshalle on3-radio | Bild: EMI

Was ist das? Definitiv einer der ungewöhnlichsten Sommerhits überhaupt: "Bongo Bong". Als das Lied im Jahr 2000 zum ersten Mal im Radio gespielt wird, ist die Popwelt verwirrt und entzückt: Der Mann schafft es, sich mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Reggae, Latino und Elektro zwischen formatiertem Pop-Geplänkel zu platzieren. Manu Chao macht nicht nur Weltmusik, er ist ein Mann von Welt. Ein rastloser Vagabund, der nichts Geringeres im Sinn hat als Frieden zu stiften.

Seine Texte sind politische Parolen

Albumcover "Clandestino" von Manu Chao | Bild: EMI

Manu Chao - Clandestino (Cover)

Vom Ethno-Punk in der Band Mano Negra hat sich der in Paris bekannt gewordene Spanier zum Multikulti-Rocker gemausert. Beeinflusst von seinen Reisen durch Lateinamerika Ende der 90er klingt seine Musik auf "Clandestino" fröhlicher und eingängiger als früher. Außerdem hat der König der Bongos Recycling als Stilmittel für sich entdeckt: Er wiederholt dieselben Textzeilen in verschiedenen Songs. Für Kritiker ist das allerdings ein Makel des Albums "Clandestino", Manu Chao manifestiert damit seine Botschaften.

Das Reisen verändert nicht nur seinen Musikstil, sondern auch Manu Chaos Blick auf die Welt, die in seinen Augen vor allem ungerecht ist. Also verbrüdert er sich mit den gebeutelten Minderheiten. Um die Ärmsten zu erreichen, wagt er sich in Slums, musiziert mit psychisch Kranken und gibt Konzerte in Gefängnissen. An diesen Orten entstehen auch viele seiner Songs, denn das Aufnahmegerät hat Manu Chao überall dabei. Konsequent wie er ist, widmet Manu Chao sein Album den "Clandestinos", also Menschen ohne Papiere.

Er trotzt jedem Kommerz

Der Mann mit der Mütze verpackt seine Botschaften in einfache Worte und verbindet Englisch, Französisch, Spanisch, und Portugiesisch zu einem ganz eigenen Kauderwelsch, das doch verständlich ist. Damit erreicht er wirklich alle: Kids, Coolios, Ökos, Hausfrauen.

Mit seiner Musik die Gräben zwischen den Menschen aufzubrechen – das gelingt Manu Chao mit "Clandestino". Über 2,5 Millionen Mal verkauft er die Platte. Trotzdem entscheidet sich der Freigeist sechs Jahre nach der Veröffentlichung gegen den kommerziellen Erfolg und trennt sich vom Label Virgin Records. Der heute 50-Jährige kämpft lieber auf bescheidene Art für eine bessere Welt - ohne Millionenkonzern im Rücken. Damit bewahrt er sich ein Gut, das nicht käuflich ist - seine Glaubwürdigkeit.


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