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Ruhmeshalle Sublime - Sublime

Sublime haben das kalifornische Lebensgefühl vertont. Aber als sie die große Bühne betreten sollten, war die Party vorbei. Bevor ihr Hit-Album "Sublime" 1996 erschien, wurde der Band die Heroinsucht ihres Sängers zum Verhängnis.

Von: Florian Kreier

Stand: 13.07.2012 | Archiv

Sublime | Bild: Universal

Eigentlich sind Sublime die Beach Boys der 90er. Auf dem Album "Sublime" übersetzt die Band die Strandatmosphäre Kaliforniens in Musik. Aber doch ganz anders als es die Vorgänger in den 60er Jahren taten: Sublime verbinden Reggae, Dub und HipHop mit Punkattitüde. Durch jahreslanges Jammen ist ihre Rhythmusfraktion geschliffen, das Zusammenspiel von Drums und Bass ist geschmeidig und die perfekte Rampe für Bradley Nowells fantastische Stimme. Das Ergebnis bleibt sonnig, und das, obwohl dieses Album unter so tragischen Umständen entstanden ist.

I like my Reggae, I like my Punk

Ende der 80er: Sublime sind DIE Legenden der kalifornischen Surf-, Skate- und Skapunkszene. Die Crew aus Sänger und Gitarrist Bradley Nowell, Bassist Eric Wilson und Drummer Bud Gough ist auf Dauertour, spielt auf jeder Party, jedes Konzert. Sie gelten als unberechenbar, feierwütig und extrem in jeder Hinsicht. Musikalisch geht es für sie immer weiter nach oben - aber die Heroinsucht von Mastermind Nowell wird der Band zum Verhängnis.

1995 sollen Sublime auf dem Majorlabel MCA veröffentlichen. Ein Traum geht in Erfüllung, fast gleichzeitig wird Sänger Bradley Nowell Vater. Klingt eigentlich nach der besten Zeit seines Lebens, aber trotzdem - oder gerade deswegen - verfällt er weiter dem Heroin. Die ersten Aufnahmesessions müssen abgebrochen werden. Seine Freundin Troy Dendekker flüchtet mit Sohn Jacob James zu ihrer Mutter. Erst dann beginnt Nowell einen erneuten Drogenentzug. Der Warnschuss scheint nötig gewesen zu sein: Der Sublime-Sänger gewinnt seine Freundin zurück, sie heiraten, die zweiten Aufnahmesessions laufen super, und der neuen Platte scheint nichts im Weg zu stehen.

Zwei Wochen später: Nach einem grandiosen Konzert in San Francisco zieht Bradley Nowell nochmal los. Am nächsten Morgen wird er reglos im Zimmer aufgefunden. Diagnose: Tod durch eine Überdosis.

Nach diesem Schock ist unklar, ob die Aufnahmen der Band veröffentlicht werden sollen. Am Ende entscheidet man sich dafür, und das Album schlägt ein: "Sublime" geht auf Platz 13 der Billboard Charts. "What I Got" und "Santeria" werden US-Sommer-Hits.

Lovin' Is What I Got

Die Texte auf "Sublime" handeln von Sex, Gewalt, Depression und Drogen. Die Schizophrenie aus Lockerheit und Aggression, Lebensfreude und Selbstzerstörung ist tief in Nowell verankert. Und so klingt auch die Band: verträumt und entspannt im einen, hart und schroff im nächsten Moment.

Der makabre Twist des Schicksals: Nowells tragischer Tod hat den Erfolg des Albums zusätzlich angeschoben. Hier schließt sich der Kreis der Gegensätze. Auf ihren tiefsten Punkt folgt der größte kommerzielle Erfolg. Aber Sublime konnten diesen Erfolg nicht genießen, zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Bands bereits aufgelöst.


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