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Ruhmeshalle Bad Religion - Recipe For Hate

Über ein Dutzend Alben haben die Ami-Punker von Bad Religion in mehr als 30 Jahren Bandgeschichte rausgebracht. Doch keines ist so offen und experimentierfreudig wie "Recipe For Hate".

Von: Christoph Gurk

Stand: 01.03.2013 | Archiv

Bad Religion | Bild: MLK

1993 war ich ein Teenie-Punk und ging nie ohne Palästinenser-Tuch und Lederjacke aus dem Haus. Einen eigenen CD-Player hatte ich noch nicht, nur den alten Plattenspieler meiner Eltern durfte ich benutzten. Damit kopierte ich meine LPs auf Kassette. Slime zum Beispiel oder The Exploited, harten und rauen Punk also. Und eigentlich dachte ich immer: Songs ohne Gebrüll sind nicht zu gebrauchen. Dann kam Bad Religion.

Als "Recipe For Hate" erscheint, ist die Band schon fester Bestandteil der amerikanischen Punk-Szene. Bad Religion haben bereits eine Trennung, eine Reunion und sechs Studioalben hinter sich, allesamt mit melodiösem, aber kompromisslosem Punk. Auf der siebten Platte nehmen Sänger Greg Graffin und seine Bandkollegen jetzt den Fuß ein bisschen vom Gas - und bekommen so mehr Zeit für Melodien und Experimente.

Melodien statt Gerumpel

Bad Religion - Recipe For Hate (Cover)

Bad Religion öffneten mir mit "Recipe For Hate" das Tor in eine neue Welt. Abseits des engen Punk-Geheges mit aggressivem Geschrei und Drei-Akkord-Gerumpel gab es auf einmal noch mehr: Melodiöse Songs mit mehrstimmigem Gesang und Anleihen auch aus Genres wie Folk und Country. Dazu kamen die sozialkritischen Texte von Greg Graffin. Mit meinem Unterstufen-Englisch verstand ich sie zwar noch nicht - doch es war klar: Der Mann hatte was zu sagen.

Mit Geschwindigkeit gegen Kommerz

Seit Beginn ihrer Karriere veröffentlichen Bad Religion ihre Platten auf Epitaph, dem legendären Punk-Label des Bad-Religion-Gitarristen Brett Gurewitz. Doch nach "Recipe For Hate" wechselt die Band zum Major Sony/Atlantic - und als ob Bad Religion beweisen müssten, dass sie dennoch nicht dem Kommerz anheim gefallen sind, schalten sie bei den folgenden Alben wieder drei Gänge hoch. Bis heute hat Bad Religion über ein Dutzend Alben rausgebracht - dennoch sticht "Recipe For Hate" immer noch heraus: Weil die Band nie wieder so nachdenklich und so experimentierfreudig war.

"Recipe For Hate" machte mich 1993 augenblicklich zum Bad-Religion-Fan. Das Logo mit dem durchgestrichenen Kreuz malte ich mit Edding auf T-Shirts und Rucksäcke. Und ich kaufte mir jedes Album der Band, bald aber nicht mehr auf Platte, sondern auf CD, schließlich hatte ich eine Stereoanlage geschenkt bekommen. Zur Konfirmation. Bad Religion hin oder her.


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