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Vorgestellt // Portmanteau Was bitte ist Schlagtronik?

Die beiden Münchner Greulix Schrank und Taison Heiß nennen sich Portmanteau und haben gerade ihr Debütalbum "Akja" veröffentlicht - das nach eigenen Worten "Schlagtronik" ist. Sprich: Elektronik und echte Schlagzeug-Sounds. Stimmt!

Stand: 28.04.2008 | Archiv

Bandfoto der Weilheimer Portmanteau bei einem Liveauftritt | Bild: portmanteau

Man glaubt eine Figur mit verzerrtem Kopf zu erkennen, die in hellgrünem Eis eingefroren ist - darüber Kratzer von Schlittschuhkufen. Aber das Cover der ersten Portmanteau täuscht: was man wirklich sieht, ist das Bild eines Mannes, der das Unmögliche geschafft hat: die Antarktis zu durchqueren - allein und zu Fuß.

Diese typisch-männliche Heldengeschichte ziert das Cover von "Akja" - das außergewöhnliche Debüt des Münchner Duos Portmanteau. Und auch der Titel selbst hat mit ewigen Schnee und Eis zu tun: der Akja ist der Rettungschlitten der Bergwacht. Und wir verstehen: die beiden Musiker, Taison Heiß und Greulix Schrank sind extrem froh, dass die Jahre dauernden Arbeiten an ihrem Album endlich überstanden sind - sie fühlen sich von "Akja" gerettet.

Was lange währt, wird endlich gut

Dass es wie bei Notwist ganze sechs Jahre gedauert hat, bis nach dem letzten Lebenszeichen, der "Cosy" EP, endlich das Album fertig wurde, hat verschiedene Gründe. Beide nehmen in ihrem Portmanteau-Studio andere Bands auf, komponieren für die Schwabinger Schauburg nebenan Theatermusik und vertonen Kasperl-Hörspiel-CDs. Und die beiden Portmanteaus spielen noch in anderen Bands: Elektronik-Bastler Taison bei Lali Puna und Dolby Buster, Schlagzeuger Greulix bei Iso 68. Und in diesem Umfeld bewegt sich auch der Sound der beiden. Portmanteau tragen mit ihren elf instrumentalen Tracks die nächste Schicht im Indie-Tronica-Universum auf.

Auch wenn Portmanteau elektronischer klingen, Richtung Boards Of Canada gehen: bei manchen Stücken ihrer "Akja"-CD hören sich die melancholisch-verschachtelten Zeitlupen-Beats so vertraut an, dass man förmlich wartet, dass endlich Markus Acher lossingt. Aber Portmanteau fahren auch ohne Notwist ihren Film gut zu Ende. Wir drücken ihnen jedenfalls die Daumen, dass sie auf möglichst vielen Soundtracks landen. Portman-toi-toi-toi!


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