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Spotted:Landwirtschaft Dating-Hilfe für Landwirte

Kitschige TV-Kuppelshows waren gestern: Die junge Landwirtin Julia Gillner ist Macherin der Facebookseite "Spotted:Landwirtschaft". Sie richtet sich an die einsamen Herzen der Landwirtschaft. Im Interview erklärt sie, wie schwer es sein kann, einen Partner für’s Leben zu finden.

Stand: 26.09.2018 | Archiv

Tinder für Landwirte | Bild: BR / Max Fesl

Julia Gillner ist 28 Jahre alt und betreibt mit ihrem Freund einen Bauernof. Und sie weiß: Das Dating-Game als Landwirtin ist nicht einfach. Deshalb hat sie die Facebookseite "Spotted:Landwirtschaft" gegründet. Im Gespräch erzählt sie von nervigen Vorurteilen, weirden Kontaktanzeigen und ihrem Pärchenleben auf dem Hof.

PULS: Julia, welche Erfahrungen hast du selbst bei einem Date schon gemacht?

Julia Gillner: Die Sache mit den Dates war immer, dass oft was dazwischen kam. Also eine Geburt eines Kalbs oder etwas, was dringend gemacht werden muss. Da kann es dann schon vorkommen, dass das Date abgesagt werden muss.

Wenn man an Bauern und Liebe denkt, denkt man unweigerlich an "Bauer sucht Frau". Findest du, dass diese Sendung ein falsches Bild von Bauern vermittelt?

Auf jeden Fall! "Bauer sucht Frau" sucht sich bewusst Landwirte aus, die
Nebenerwerbs- oder Hobbybauer sind, die aber Hauptsache Quote bringen. Ein ganz normaler Landwirt, der nicht den Klischees entspricht, ist natürlich langweilig und passt nicht ins Format. Und das verstärkt schon extrem die Vorurteile.

Welche Vorurteile nerven am meisten?

Was mich wirklich sehr stört, ist, dass Landwirte oft als dumm angesehen werden.
Aber eigentlich sind wir Bauern ziemlich große Allround-Talente, weil wir von der Buchhaltung über Tierproduktion, über Pflanzen, Bau und Technik so viel wissen müssen, dass der "dumme" Bauer ganz verkehrt ist. Oft heißt es auch: Stinkst du auch die ganze Zeit so? Generell kann man sagen: Das Daten als Landwirt ist schon schwieriger, weil "Bauer sucht Frau" auch in aller Munde ist. Dabei ist es auch so schon nicht einfach, jemanden kennenzulernen. Viele Menschen können nicht so gut damit umgehen, wenn sie wissen, dass ein Hof viel Arbeit ist. Das schreckt ab. Im Internet schreiben viele Landwirte deshalb gleich, ob man Rinderbauer oder Ackerbauer ist. Da wissen potenzielle Partner gleich, auf was sie sich einlassen. Das erleichtert das Ganze etwas.

Du hast die Facebookseite "Spotted:Landwirtschaft" gegründet, auf der Landwirte Anzeigen schalten können, um die große Liebe zu finden. Wie kam es dazu?

Ursprünglich mache ich den Blog "Fräulein Deere" – also Öffentlichkeitsarbeit für Landwirtschaft – und da ist es immer wieder vorgekommen, dass sich mehr und mehr Männer gemeldet haben, ob ich nicht auf meiner Seite Anzeigen posten könnte. Das war mir auf meiner "Fräulein Deere"-Seite nicht so recht, weil ich das nicht vermischen wollte. Und da habe ich mir gedacht: So eine Facebookseite kostet nichts, also probier’s mal aus!

Fällt dir spontan eine Anzeige ein, die dir in Erinnerung geblieben ist, weil sie so skurril war?

Es gibt oft skurrile Anzeigen. Zum Beispiel eine Anzeige von einer jungen Frau, die sehr genau geschrieben hat, was sie von einem Mann erwartet – nach dem Motto: möglichst große Maschinen oder so, aber sie selbst möchte nicht wirklich arbeiten. Das Ganze kam gar nicht gut an und ist dann in Beleidigungen übergegangen, so dass wir den Post löschen mussten. Das wird mir für immer in Erinnerung bleiben.

Du postest stündlich neue Anzeigen von Bauern. Bringt’s denn auch was für die Liebe?

Wir bekommen leider nicht ganz so viele Rückmeldungen im Verhältnis zu den Anzeigen, die wir posten. Aber ich würde sagen, 20-30 Paare haben sich schon gefunden. Und durch die Facebookseite sind auch schon ein Kind und zwei Hochzeiten entstanden. Das freut mich richtig!

Du selbst bist in einer Beziehung mit einem Bauern. Welche Vorteile hat es denn, einen Landwirt zu daten?


Der Vorteil ist, dass Landwirte sehr selbstständige Menschen sind, die auch wissen, was sie wollen. Das ist für mich ganz wichtig. Weil einen Betrieb führen oder auf einem Betrieb arbeiten ist schon viel Verantwortung und das merkt man auch im Zwischenmenschlichen. Aber – wenn man ganz ehrlich ist - die Beziehung kann nicht immer an erster Stelle stehen.