21:55 Uhr Miami Anger

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Ruhmeshalle The Smiths - The Queen Is Dead

Zwischen 1984 und 1987 sind alle Alben von den Smiths erschienen. Danach war die Band zerstritten, an ein Weitermachen nicht zu denken. Besser ging's sowieso nicht.

Stand: 27.08.2009 | Archiv

The Smiths | Bild: Warner

Vier Jahre. Das ist der Zeitraum zwischen zwei Fußballweltmeisterschaften. Oder etwas weniger Zeit, als The Notwist für ein einziges Album brauchen. Den Smiths haben diese paar Jahre gereicht, die Musikgeschichte bis heute zu beeinflussen. Es ist wahnsinnig schwer, ein einziges Album aus dem Schaffen der vier Engländer herauszugreifen. Würde man Smiths-Fans fragen, würde wahrscheinlich jeder etwas anderes sagen. Dazu kommt, dass die Smiths immer auch eine Singles-Band waren. Auf jedem ihrer vier Alben befinden sich ausnahmslos potentielle Hits. Und das Niveau ist vom ersten bis zum letzten Album gleich hoch.

Selbst ohne Musik ein Kunstwerk

"The Queen Is Dead" ist vielleicht das typischste von allen Smiths-Alben und damit so etwas wie die Eintrittskarte in die Ruhmeshalles des Pops. Diese seltsam-traurigen Melodien, die man sofort identifizieren kann, auch wenn sie in 200 Meter Entfernung auf einem Kamm geblasen werden. Die Texte: poetisch, ironisch, grausam ehrlich und auch ohne Musik ein Kunstwerk. Und über allem Morrissey. Der düstere Styler, das personifizierte Charisma mit einer Stimme, die nur nach einem klingt - nach Morrissey selbst.

The Smiths: The Queen Is Dead | Bild: Warner

The Smiths - The Queen Is Dead (Cover)

Generationen von Sängern war und ist Morrisseys Gesang Inspiration. Thees Uhlmann, Sänger von Tomte zum Beispiel, würde ohne Morrissey niemals so wunderbar leiern und die Vokale in die Länge ziehen - sagt er übrigens auch selbst. Und viele junge Gitarristen brechen sich heute noch fast die Finger, wenn sie versuchen, so wie Johnny Marr zu spielen. Und auch wenn ihr da draußen kein "The Queen Is Dead"-Album im Plattenschrank oder auf dem iPod habt: Mitsummen könnt ihr alle irgendwas.

"Wenn ihr nicht wisst, wer die Smiths sind, macht das nichts. Stellt euch einfach eure Mutter oder euren Vater oder auch euren Mann oder eure Frau oder euer Kind vor. Überlegt euch, wie sehr ihr sie liebt. Meine Liebe für diese Band ist genauso stark. Es ist die einzig wirkliche Liebe, die ich je empfunden habe."

Marc Spitz, amerikanischer Musikjournalist und Autor

Man darf sicher nicht übertreiben, aber was Marc Spitz sagen will, ist klar: The Smiths sind und bleiben eine der wichtigsten Bands des Universums. Und "The Queen Is Dead" ist deswegen eines der größten Alben der Popgeschichte.


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