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Ruhmeshalle Michael Jackson – Dangerous

Anfang der Neunziger ist Michael Jackson nicht mehr ganz der Superstar, der er mal war. Auf "Dangerous" stellt er sich endlich seinen Dämonen, verpasst sich einen neuen Sound und wird einmal mehr zum King Of Pop.

Von: Florian Nöhbauer

Stand: 25.06.2014 | Archiv

Michael Jackson zusammen mit Gitarrist Slash auf der Bühne | Bild: picture-alliance/dpa

Der Tag an dem Michael Jackson stirbt, ist tatsächlich schwer für mich. Nicht weil ich ein übertriebener Jacko Fan bin, sondern weil es mir weh tut zu sehen, wie sich vor allem jüngere Leute an ihn erinnern: Als operierten Freak, der in einem Vergnügungspark lebt und Kinder verführt. Als großer Musiker wird er meist nur in Verbindung mit seinem Album Thriller bezeichnet.  

Das richtige Händchen

Anfang der Neunziger steht Michael Jackson der fast unlösbaren Aufgabe gegenüber, seine Meilensteine "Thriller" und "Bad" nochmal zu toppen. Zwar ist er immer noch überall beliebt, die Musikwelt hat sich aber verändert: Rap und Grunge übernehmen die Charts und Jackson läuft Gefahr, zu einem nostalgischen Relikt der 80er zu verkommen.

Also fasst Jackson einen Entschluss: Er ersetzt seinen langjährigen Produzenten Quincy Jones durch Teddy Riley – dem Godfather des New Jack Swing, einer Musikrichtung, die souligen Gesang mit HipHop Beats verbindet. Der Sound der Stunde, der ihn in das neue Jahrzehnt tragen soll.

Anatomie des Jacko-Sounds

Riley arrangiert jetzt Tracks, die schlichtweg komplexer sind – mit vertrackten Drums aus dem Sampler, Scratches und einer mechanischen Präzision, die perfekt zu Jacksons robo-artigen Tanzbewegungen passt. Die aggressiven aber fließenden Dance Grooves bilden das perfekte Gegenstück zu seiner gepressten, hauchigen Stimme. Trotzdem bleiben die Jackson-typischen Gitarrenriffs und Piano-Samples.

"Dangerous" wird Michael Jacksons Emanzipation von dem erwachsenen Kind, das er vorher war, zu einem Mann, der sich seinen Dämonen stellt. Mit dem Song "Black Or White" thematisiert er Rassismus und gleichzeitig die Gerüchte rund um die Veränderung seiner Hautfarbe. Und er sagt: Nehmt mich so, wie ich bin.

Die Hitmaschine

Neben den Uptempo-Tracks finden sich auf "Dangerous" auch klassische Pop-Nummern und Gospel-Balladen, die an seine alten Hits wie "Dirty Diana", "Billie Jean" und "We Are The World" erinnern. Das Konzept geht auf: Von den insgesamt 14 Songs landen ganze neun Stück in den Single Top Ten und "Dangerous" verkauft sich weltweit über 30 Millionen Mal.

Michael geht auf mit dem Album auf Tour und ich bin dabei. Als damals 11-jähriger stehe ich mit meinem Vater vor der Bühne im Münchner Olympiastadion. Michael Jackson ist zu dem Zeitpunkt wieder der größte Superstar der Welt. Die Fans tanzen, schreien, weinen und fallen reihenweise in Ohnmacht. Denn seine Musik berührt die Leute auf eine unbeschreibliche Art und Weise. Auch wenn danach viel passiert ist - es wichtig sich daran zu erinnern, dass Michael Jackson einmal viel mehr war, als nur ein schlechter Gag in South Park.


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SeyoMeyo, Montag, 28.Oktober 2013, 16:50 Uhr

2.

R. Kellys erstes Projekt war "New Jack Swing" galore.

Sabse, Mittwoch, 23.Oktober 2013, 19:07 Uhr

1.

Genau so ist es. Michael Jackson war ein musikalisches Genie und seine unzähligen Hits werden noch viele Jahrzehnte als Klassiker der Musikgeschichte überdauern.