Jetzt Üben üben üben Pauls Jets

Info Pauls Jets bezeichnen ihre Musik als adoleszenten Wahnsinn. Das reicht vom Bandnamen bis in die hinterletzte Songzeile. Wir finden, "Üben üben üben" (2018) müssen die drei Österreicher nicht mehr sehr viel. Passt scho so wias is.

07:37 Uhr Geld K.I.Z.


5

Kunst // Hombre SUK Die Kunst liegt im Detail

Super Mario, Comics und 90er-Graffiti: Die Bilder von Hombre aus Nürnberg sind klar von seiner Kindheit geprägt. In seiner Heimatstadt Mannheim gab es kaum Platz zum Sprühen - was seinen Style aber nur verbessert hat.

Von: Florian Nöhbauer

Stand: 14.07.2014 | Archiv

Name: Pablo Fontagnier

Wohnort: Seit 2011 Nürnberg, vorher Mannheim

Alter: 33

Meine Art Bilder zu machen...

Meine Arbeiten entstehen primär mit der Sprühdose. Frei Hand, auf einer Fläche ab 1,5 Quadratmeter. Ein Limit nach oben gibt es nicht – das ist einer der großen Vorteile des Mediums. Seit einigen Jahren haben es meine Ideen auch in die digitale Welt geschafft, so dass ich sehr viel am Rechner illustriere. Egal ob an der Wand oder am Rechner: Es sind immer zwei Stilrichtungen, denen ich mich widme. Auf der einen Seite male ich ganz klassisch comiclastig, mit harten Kanten, Outlines und Cell Shading (also Schattierungen im Comic-Style). Die andere Variante bezeichne ich gerne als "scribbles": skizzenhaft anmutende Portraits, ganz in Schwarz-Weiß gehalten, meist auf Gesicht oder Torso beschränkt.

Zur Kunst bin ich gekommen...

Livepainting von Hombre beim Humphrey's Brillenrelease

Im klassischen Einstiegsalter. Ich denke, wenn man 12, 13 Jahre alt ist und einmal Kontakt mit Graffiti gehabt hat, ist es schwierig, sich davon nicht angezogen zu fühlen: Man gibt sich Geheimnamen, trifft und bespricht sich mit der "Bande" und macht Dinge, die niemand, nicht einmal die Eltern, mitkriegen dürfen. Dann zieht man im Dunklen los um etwas Verbotenes zu tun. Soll heißen: Der Kunst-Aspekt, die ästhetische Anziehung, war zwar ganz klar vorhanden, gefesselt hat mich aber vor allem der Spirit, den dieses Hobby damals noch mitgebracht hat.

Meine Bilder erzählen über mich,…

...dass ich ganz klar ein Kind der 80er und 90er bin. Dass ich in meiner Kindheit Super Mario durch GameBoy, NES und Super NES gejagt habe, ich bis heute Cartoons und Comichefte verschlinge und meine Graffitihelden ebenfalls die der 90er Jahre geblieben sind. Ich versuche die Brücke zu schlagen zwischen "Fahne hochhalten für die alte Schule" und dem "sich nicht neuer Bildsprache und Ausdrucksformen verweigern".

Zum Malen brauche ich unbedingt…

Ich würde gerne sagen "nichts". Aber in Wirklichkeit bin ich ein ganz schön verwöhnter Bengel, was das angeht. Aufgrund der Sauberkeit und der Details, die ich mir selbst auferlege, sind mir glatte Untergründe deutlich lieber. Dann die Sache mit den Farben: Vor etlichen Jahren habe ich der schwarzen Outline abgeschworen. Das heißt, bis auf wenige Details sind die Konturlinien bei mir nicht schwarz, sondern in einem dunklen Ton der Fläche. Wenn ich also ein blaues Shirt male, bekommt das eine dunkelblaue Outline. Das führt dazu, dass ich von jeder Farbe drei Töne brauche: eine Hauptfarbe, eine Nuance dunkler für den Körperschatten und dann eben eine richtig dunkle für die Outline. Sofern ich mich selbst um Dosen kümmere, stellt das kein Problem da. Bei Einladungen oder Veranstaltungen tut es mir schon immer sehr leid, da so die Diva zu spielen. Aber in meinen Augen bleibe ich anders eben weit hinter meinen Möglichkeiten zurück.

Wenn ich 500.000 Euro für ein Kunstwerk hätte, würde ich…

… wahrscheinlich 1.000 Bilder für je 500 Euro Budget malen. Geld macht etwas nicht zwingend besser, aber natürlich gibt es Kosten, die gedeckt werden müssen: Farben, Anreise, ab einer gewissen Größe auch ein Gerüst. Graffiti ist schon nicht immer das Günstigste, was man mit seiner Zeit anfangen kann, aber für mich immer eine der befriedigendsten Tätigkeiten.

Mein Heimatort hat mich geprägt…

Livepainting von Hombre beim Humphrey's Brillenrelease

Was für mich vor allem prägend war, ist eine technische Komponente. Es gab in Mannheim wenige Wände, an denen man sich ausprobieren und üben konnte. Und die Wände, die es gab, waren bestenfalls 2,20 Meter hoch. Sprich: Man musste sich sehr darauf konzentrieren, auf kleinstem Raum sauber zu arbeiten. Dass ich das zwangsweise gelernt habe, nützt mir bis heute sehr, und hat ein Stück weit meinen Style geprägt.

Warum Bayern und nicht Berlin?

Ich kenne tolle Leute aus Berlin und es gibt wirklich schöne Ecken, aber die Stadt hat einfach nicht meinen Flow. Ich halte mich schon für einen urbanen Menschen, aber in Berlin ist es für mich immer so, als würde man als Tropfen ins Meer fallen. Für manche ist es vielleicht genau das, was sie dort hin zieht - ich selbst mag das Brummen einer Stadt, diese bewegende Masse von Leuten und die vielen Einflüsse, die damit einhergehen. Aber ich muss das auch mal ausstellen können, um mich selbst zu hören, um Einflüsse zu sortieren. Dass ich in Bayern bin, hat schlicht den Grund, dass meine tolle Freundin von hier kommt, wir uns gemeinschaftlich entschlossen haben, das gemeinsame Leben hier anzugehen und mittlerweile auch für unseren kleinen Sohn eine Krippe suchen. Das heißt, ich werde definitiv noch ein wenig unter weiß-blauem Himmel werkeln.


5

Kommentare

Inhalt kommentieren

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Matt, Donnerstag, 17.Juli, 13:13 Uhr

1. Graffiti

Unsere Grafitti-Künstler sind zu 99% Sachbeschädiger und der Rest sollte einfach eine Leinwand benutzen.