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Online-Shopping Wie wir nachhaltiger im Internet einkaufen können

Online einzukaufen ist super praktisch - aber es hat auch Auswirkungen auf unsere Umwelt und wir tragen damit indirekt zur Ausnutzung von Paketboten bei. Hier sind sechs Tipps zum besseren Online-Shopping.

Von: Robin Köhler

Stand: 14.05.2019 | Archiv

Einkaufswagen gefüllt mit Blättern | Bild: BR

Shopping im Netz boomt. Über 65 Milliarden Euro haben Online-Händler allein im Jahr 2018 laut dem Branchenverband bevh eingenommen. Ist ja auch super praktisch, sich das neue Smartphone, den Sommerrock oder das nächste Buch einfach nach Hause liefern zu lassen. Leider bringt die schöne, neue Onlinewelt aber nicht nur Vorteile mit sich: Das Hin- und Herschicken der Pakete belastet die Umwelt erheblich, während viele Paketboten unter Lohndumping und langen Arbeitszeiten leiden. Wir haben deswegen für Euch die wichtigsten Punkte zusammengestellt, wie ihr nachhaltiger im Netz einkaufen könnt.

1. Retouren vermeiden

Die Laptoptasche ist zu groß, der Pulli vielleicht doch in Größe M besser und die Sneakers wollten wir eh nur mal anprobieren: Durch kostenloses Zurückschicken alles kein Problem mehr. Alleine im letzten Jahr haben wir Deutsche etwa 487 Millionen Artikeln retourniert - mit großen Auswirkungen auf die Umwelt: Die LKWs, die dafür auf der Straße waren, haben laut einer Studie der Uni Bamberg schätzungsweise 238.000 Tonnen CO² produziert. Dafür könnten wir auch 800.000 Mal mit dem Auto von Hamburg nach Moskau fahren. „Wenn ich Hosen fünfmal zurückschicke, macht das natürlich einen riesigen Unterschied“, sagt Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz vom Bund Naturschutz in Bayern.

Jedes fünfte Kleidungsstück kaufen wir in Deutschland inzwischen online - und wer die richtige Größe nicht weiß, bestellt gerne erst mal drei verschiedene Modelle. Zugegeben, Kleidergrößen können teilweise kompliziert sein, aber wer sich mal ein Maßband nimmt und anständig ausmisst, spart sich langfristig Zeit, anderen Geld und der Umwelt Ressourcen. Bestimmte Seiten im Netz erklären Euch genau, von wo bis wo Ihr messen sollt und was das für Eure Kleidergrößen bedeutet. Das schützt nicht davor, dass eine Bluse mal anders ausfällt, aber in den meisten Fällen sollte es doch hinhauen.

Denn es gibt einen weiteren Grund, warum man Retouren vermeiden sollte: Nicht alle Artikel, die wieder bei Amazon, Otto und Co. landen, werden automatisch für die nächsten Käufer bereitgelegt. Im vergangenen Jahr berichtete das ZDF über tonnenweise neuwertige Produkte, die bei Amazon nicht wieder im Handel landen, sondern einfach vernichtet werden. Laut der aktuellen Retouren-Studie passiert das zwar „nur“ mit 3,9% der zurück geschickten Produkte, trotzdem ist es absolut unnötig.

2. Wege reduzieren

Geht Ihr jeden Tag in den Supermarkt und kauft die Lebensmittel für die nächsten 24 Stunden? Wahrscheinlich nicht, wäre auch viel zu stressig und kostet unnötig Energie. Im Prinzip ist es beim Online-Shopping genauso. „Alles, was die Transportwege der Produkte reduziert, ist sinnvoll“, sagt Herbert Barthel.

Wenn wir also vielleicht nicht mehr jede Woche, sondern nur noch einmal pro Monat eine Online-Bestellung machen, schonen wir die Umwelt. Das gilt natürlich nur, wenn die Artikel auch gemeinsam verschickt werden und nicht trotzdem in acht Paketen bei uns ankommen. Dafür kann man sich auch gerne mit Mitbewohnern, der Freundin oder dem Nachbarn zusammentun.
Entscheidend ist dann natürlich auch, von wo die Produkte zu uns ins Wohnzimmer kommen. Viele Online-Shops zeigen inzwischen an, ob die elektrische Zahnbürste aus Deutschland, Europa oder doch vom anderen Ende der Welt kommt.

3. Grüne Shops nutzen

Einige Shops versuchen es inzwischen besser zu machen als die etablierten Größen der Branche. Wer sich im Netz umschaut, findet schnell grüne Shops, die nur Bio-, fair gehandelte oder gebrauchte Produkte verkaufen, recyclebare Verpackungen nutzen und ihre Transportwege mit CO²-Zertifikaten ausgleichen. Das kann teilweise teurer sein, aber Klimaschutz ist eben nicht kostenlos.

4. Den Einzelfall abwägen

Online-Shopping ist nicht per se der Teufel. Tatsächlich kann die Energiebilanz sich sogar verbessern, wenn sich nicht jeder selbst in sein Auto setzt, sagt Herbert Barthel: „Wenn ich aus einer Kleinstadt in Bayern nach München oder Nürnberg fahren muss, um ein bestimmtes Gerät zu kaufen, ist es sicherlich sinnvoller das über den Online-Handel zu bestellen.“ Doch brauche es generell mehr Bewusstsein dafür, wie die Produkte zu uns kommen.

Dafür lohnt es sich immer den Einzelfall zu betrachten. Kann ich ein Produkt mit dem Fahrrad abholen? Macht es Sinn, mit dem eigenen Auto irgendwo hinzufahren? Welchen Weg nimmt das Paket über den Online-Dienst? Das mag teilweise anstrengend sein, die einfache Lösung gibt es aber eben nicht.

5. Tarifgebundene Paketdienste nutzen

Inzwischen hat sich rumgesprochen, wie schlimm die Arbeitsverhältnisse in der Paketbranche teilweise sind. „In unserem reichen Land arbeiten Paketzusteller bis zu 16 Stunden am Tag und bekommen dafür oft weniger als sechs Euro pro Stunde“, sagt Günter Isemeyer von der Gewerkschaft ver.di. Also selbst, wenn wir alle Faktoren für die Umwelt beachten, bleibt es ein Problem, dass viele Paketdienste mit Sub- und teilweise Subsubunternehmen arbeiten, die ihre Mitarbeiter nicht anständig bezahlen. Aber was können wir dagegen tun? „Ich kann als Verbraucher schon darauf achten, dass meine Pakete mit Diensten verschickt werden, die tarifgebunden arbeiten“, sagt Isemeyer.

Tatsächlich gibt es in manchen Shops die Möglichkeit zu entscheiden, mit welchem Dienst Pakete verschickt werden. Und während ver.di zufolge DHL und UPS vorwiegend mit fest angestellten Zustellerinnen und Zustellern arbeiten und somit nach Tarifen bezahlen, sei das bei Hermes, GLS, DPD und Amazon überwiegend nicht der Fall. Diese Paketdienste zu boykottieren hilft natürlich den dort arbeitenden Paketboten nicht, aber zumindest unterstützt man keine ausbeuterischen Geschäftspraktiken.

6. Nicht einfach neu kaufen

Dieser letzte Punkt betrifft natürlich nicht nur den Onlinehandel. „Das wichtigste ist, sich vor einem Einkauf zu fragen: Brauche ich das auch wirklich?“, sagt Herbert Barthel. Oder mit anderen Worten: Haben wir den Gegenstand schon in alt? Lassen sich diese Schuhe vielleicht reparieren? Oder kann ich diese Hose zu einer Änderungsschneiderei bringen?

Je länger wir Produkte verwenden, desto besser ist ihre und unsere Klimabilanz. Das gilt natürlich auch für Gegenstände, die wir gebraucht kaufen. Und deswegen sollte die Frage nach der Notwendigkeit in Zukunft vielleicht das erste sein, mit dem wir uns vor dem nächsten großen Online-Shoppingtrip beschäftigen.

Sendung: PULS am 15.05.2019 - ab 10.00 Uhr