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Polizeigewalt in den USA Dr. Dre in Handschellen

Dr. Dre hat Streit mit einem Falschparker. Weil er das filmen will und dafür sein Telefon benutzt, werden dem Rapper Handschellen angelegt. Warum? Das Handy wird für eine Waffe gehalten.

Stand: 26.07.2016 | Archiv

Rapper Dr. Dre | Bild: picture-alliance/dpa

Wer ist schon mal in Handschellen abgeführt worden, weil er sein Handy aus der Hosentasche geholt hat? Bei uns in Deutschland wahrscheinlich eher niemand. In den USA ist das gar nicht mal so selten und passiert vor allem Leuten, die schwarz sind. Das aktuelleste Beispiel dafür ist ziemlich prominent: Bei Dr. Dre ist die Polizei aufgeschlagen. Der Rapper und Produzent wollte sein Auto in der Einfahrt seines Hauses in Malibu parken, aber jemand anderes hatte die Einfahrt blockiert und ist da auch erst mal nicht weggefahren. Zwischen Dr. Dre und dem Falschparker kam es dann laut der Promi-Seite TMZ zu einem Streit und Dre hat sein Handy aus der Hosentasche geholt, um die Situation zu filmen. Daraufhin hat der andere Typ die Polizei gerufen und meinte etwas im Sinne von: "Here we go, another black guy with a gun."

Ob der Falschparker nicht gesehen hat, dass Dr. Dre ein Handy und keine Waffe in der Hand hat, ist nicht klar. Fest steht auf jeden Fall: Wenn er es gesehen hat und trotzdem so tut, als hätte Dr. Dre eine Waffe in der Hand, ist das mindestens genauso uncool wie die Idee, dass es für ihn gar keine andere Möglichkeit gegeben hat, als dass ein Schwarzer natürlich sofort eine Waffe zückt.

Die Polizei hat Dr. Dre auf jeden Fall erst mal vorsichtshalber Handschellen angelegt – und sich auf die Suche nach der Waffe gemacht. Gefunden hat sie nichts und Dr. Dre wurde wieder freigelassen.

Dr. Dre hat sich zu dem Ereignis noch nicht geäußert. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass in den USA jetzt nochmal eine Welle der Empörung losgetreten wird. Erst vor Kurzem hatten sich schon Alicia Keys, Beyoncé, Pharrell, Pink und andere Popgrößen in einem Video zur Gewalt gegenüber schwarzen Amerikanern geäußert. Das Video heißt "23 Ways You Could Be Killed If You Are Black In America" und da sind genau solche simplen Sachen aufgezählt worden wie: Man hat ein Portemonnaie in der Hand, man trägt nen Kapuzenpulli, man läuft nach Hause, man ruft jemanden nach einem Unfall an - und wird dafür angeschossen oder sogar getötet.


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