DGB mit neuem Ladenschlussgesetz in Bayern nur bedingt zufrieden

München: Der Kabinettsbeschluss zu den Ladenöffnungszeiten in Bayern stößt beim Deutschen Gewerkschaftsbund nur bedingt auf Zustimmung. Der bayerische DGB-Chef Stiedl äußerte sich im BR-Fernsehen einerseits zufrieden darüber, dass die 20-Uhr-Grenze erhalten bleibt. Stiedl sagte, ausgedehntere Öffnungszeiten hätten nur eine zusätzliche Belastung für die Beschäftigten mit sich gebracht. Er bezweifelt auch, dass Geschäfte dadurch mehr Umsatz machen würden. Außerdem fehlten im Handel ohnehin Arbeitskräfte. Kritisch sieht Stiedl die digitalen Kleinstsupermärkte, die im Kommen seien. Durch sie ließen sich die strikten Ladenöffnungszeiten umgehen, insbesondere wenn sie auch am Sonntag geöffnet seien. Stiedl sagte: "Wir werden feststellen, dass diese digitalen kleinen Supermärkte in den Ballungsgebieten entstehen. Und wir werden erleben, dass die Handelsfirmen, Unternehmen, Geschäfte, die jetzt einen großen Personaleinsatz haben, dadurch verdrängt werden.“ Es werde zu einer Verschiebung kommen, dass mehr Menschen in diesen Supermärkten auch am verkaufsfreien Sonntag ihren Wocheneinkauf machten. Der DGB wolle dies nicht, zumal auch diese kleinen Supermärkte nicht gänzlich ohne Personal betrieben werden könnten. Der Sprecher des Handelsverbandes Bayern, Ohlmann, sagte ebenfalls im BR-Fernsehen, in anderen Bundesländern habe man Ladenöffnungszeiten wieder zurückfahren müssen, weil nicht ausreichend Kunden gekommen seien. Das Kabinett hatte beschlossen, dass Geschäfte in Bayern weiterhin bis höchstens 20 Uhr geöffnet haben dürfen. Einige Lockerungen gibt es aber. So sollen künftig mindestens acht verkaufsoffene Event-Abende an Werktagen erlaubt sein.

Sendung: BR24 Nachrichten, 24.07.2024 09:15 Uhr

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