Bayern 2 - Zeit für Bayern


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Bayern genießen Ab ins Beet!

Na, juckts schon in den Fingern? Was ein echter Gartler ist, der ist natürlich längst an der Arbeit, weil er's gar nimmer aushält in den vier Wänden und die Sonne ihn spätestens im Mitte März regelrecht 'nausgetrieben hat.

Von: Gerald Huber

Stand: 01.04.2012 | Archiv

Die Themen von Bayern genießen im April

  • Mainfranken: Viel zum Anschauen - Die Dorfgartenschau im mainfränkischen Himmelstadt (Klaus Rüfer)
  • München: Viel zu tun - Die Rentnerin Inge Kendl und ihr Schrebergarten (Ulrich Trebbin)
  • Oberbayern: Viel zum Pflanzen - Tipps für Setzlinge von der Biobäuerin (Christine Gaupp)
  • Niederbayern/Oberpfalz: Viel zu essen - Der Sternekoch Thomas Kellermann und seine Kräuter-/Gemüse-Spezialküche (Angelika Schüdel)
  • Ober- und Mittelfranken: Viel zu pflegen - Die berühmte Orangerie von Schloss Seehof macht sich fit für die Außensaison (Andreas Höfig)
  • Schwaben: Viel zu viele - Der Gartler und seine Feinde (Thomas Stottrop)

Redaktion und Regie: Gerald Huber

Mainfranken

Viel zum Anschauen - Die Dorfgartenschau im mainfränkischen Himmelstadt

Glücklich, wer einen Garten hat. Und wer kein Gartenbesitzer ist, der genießt jetzt halt die Gärten der anderen oder öffentliche Anlagen und Parks. Das hat den Vorteil, dass man sich dabei die Händ nicht dreckig machen muss.

Besonders interessant für viele sind da natürlich diverse Gartenschauen – hochsubventionierte Riesenveranstalltungen mit viel Gewurl, wobei das beschauliche Gartenerlebnis naturgemäß etwas in den Hintergrund tritt. In Himmelstadt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart ist das alles ein bisserl anders. Die gut eineinhalbtausend Himmelstädter, deren Gemeinde ansonsten nur von der Christkindlpost her bekannt ist, veranstalten nämlich eine "Dorf-Gartenschau" in eigenen Gärten unter dem Motto "Himmelstadt blüht auf".

München

Viel zu tun - Die Rentnerin Inge Kendl und ihr Schrebergarten

Der Kleingarten hat eine Geschichte, die weit ins Mittelalter zurückreicht. In Ingolstadt beispielsweise die Gärten im Moos im Westen vor der Stadt. Dort versorgen sich die alteingesessenen Ingolstädter Bürger seit Jahrhunderten mit eigener Hände Arbeit. Im 18. Jahrhundert wurden solche Gärten für die Stadtbürger von vielen Fürsten gefördert – zur Bekämpfung der Armut in der Stadt.

Erst im 19. Jahrhundert kam der Begriff "Schrebergarten" auf, nach dem Leipziger Arzt Moritz Schreber, der zusammen mit anderen den Schreberverein gegründet hat. Erst mit dem Wirtschaftswunder, in denen der Ziergarten modern wurde, hat der Klein- oder Schrebergarten mit seinen Nutzbeeten ein spießiges Image bekommen, das sich heute wieder ins Gegenteil verkehrt hat. Heut gelten wiederum exakte Rasenkanten, eingerahmt von Thujenhecken als spießig. Langer Rede kurzer Sinn. Wir haben die 81-jährige Inge Kendl in ihrem Kleingarten in München Neuhausen besucht.

Oberbayern

Viel zum Pflanzen - Tipps für Setzlinge von der Biobäuerin

Freilich könnt man hergehen und die Samen für die meisten Gemüsesorten direkt ins Beet sähen. Dann allerdings heißt's warten. Denn bis der Samen aufgeht kann dauern.

Setzlinge auf dem Biohof des Ehepaars Soier-Falk

Da hat es sich eingebürgert, die Pflanzl schon im Gewächshaus oder auf der Fensterbank vorzuziehen, um sie hernach – tunlichst aber erst nach den Eisheiligen im Mai – ins Freiland umzupflanzen. Freilich kann man die Jungpflanzen auch kaufen.

Wer da keine Massenware aus Großgärtnereien haben will, dem empfiehlt sich dafür ein Gang auf den Wochenmarkt, wo kleine Gärtner und Biobetriebe die Setzlinge anbieten. Einen solchen Biohof haben wir besucht - in Teising bei Neumarkt Sankt Veit. Dort zieht das Ehepaar Soier-Falk seit Jahrzehnten in ihrem Hof Pflanzl und baut auch Gemüse an, um es dann vor allem in der Münchener Stadt unter die Leute zu bringen.

Niederbayern und Oberpfalz

Viel zu essen - Der Sternekoch Thomas Kellermann und seine Kräuter-/Gemüse-Spezialküche

Strahlender Besitzer des 2 Michelin-Sterns

Wer sich im Garten an die Arbeit macht, der will auch möglichst bald was davon haben – nicht nur einen schönen Frühlingsnachmittag auf der Terrasse. Kräuter und Gemüse sprießen im Frühlingsgarten.

Und einer, der sich bestens damit auskennt, ist Thomas Kellermann auf seiner Oberpfälzer Burg Wernberg. Er ist ein regelrechter Gemüsefanatiker, der vor einem halben Jahr immerhin seinen zweiten Michelin-Stern gekriegt hat. Bayerisch-französische Frühlingsstimmen aus der Oberpfalz ...

Ober- und Mittelfranken

Viel zu pflegen - Die berühmte Orangerie von Schloss Seehof macht sich fit für die Außensaison

Panna Cotta | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Rezept Panna Cotta "orange" von Küchenchef Gerhard Neubauer

Panna Cotta "orange" ist eine Spezialität, die Gerhard Neubauer, Küchenchef im Restaurant-Café Schloss Seehof in Memmelsdorf bei Bamberg, zum Start der Saison anbietet. Sein Rezept hat er uns verraten ... [mehr]

Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn? Nicht erst seit Goethe gehört das mediterrane Klima, wo die Winter kurz, Frühling, Sommer und Herbst entsprechend lang sind, zu den Wunschträumen so manches nordalpinen Gärtners. In unseren Zeiten sind Mediterranitá und Italianitá dermaßen zur Mode geworden, dass beides heute manchmal schon ein gwisses Gschmackerl hat. Der Gipfel an Spießigkeit dürfte übrigens die heute weit verbreitete Übung sein, für die Bestellung beim Italiener sein Urlaubsitalienisch herauszukramen. Aber das nur nebenbei.

Da loben wir uns die ungeheizten Pionierzeiten des 16., 17. und 18. Jahrhunderts, in denen das Ziehen von mediterranen Zier- und Nutzpflanzen noch ein Abenteuer war, das einigen Aufwand erfordert und so eine ganz neue Gebäudegattung hervorgebracht hat: die Orangerie.

Schloss Seehof

Ein Prachtexemplar eines solchen Gewächshauses steht auf Schloss Seehof in Memmelsdorf bei Bamberg. Dort braucht man fürs Ausräumen der Pflanzen ins Freie eine ganze Woche. Das barocke Orangeriegebäude beherbergt nämlich über 200 der kostbarsten Hochstämme.

Schwaben

Viel zu viele - Der Gartler und seine Feinde

Bei soviel Gartenlust darf auch der Gartenfrust nicht fehlen. Denn ganz egal, ob in Unter-, Ober oder Mittelfranken, in der Oberpfalz, Nieder- und Oberbayern oder, wie in unserem folgenden Beitrag in Schwaben, genauer im Allgäu, sind des Gartlers größter Schrecken: Schnecken.

Ganz egal, auf welche Ideen zur Bekämpfung der schleimigen Monster man kommt – sie scheinen alles zu kennen und geschickt zu vermeiden. Und wenns für uns ab ins Beet heißt, sind sie schon längst da.

Mehr Bayern genießen im Fernsehen

Bayern genießen geht übrigens im Fernsehen weiter. Ab ins Beet heißt es bei unseren Kollegen auf BR-alpha in "Zwischen Spessart und Karwendel".


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