Bayern 1 - Experten-Tipps


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Blühende Tradition Barbarazweige

Nach einem schönen alten Brauch holt man sich zu Beginn der Adventszeit kahle Zweige ins Haus, damit sie zu Weihnachten blühen. Damit Ihre Barbarazweige aufblühen, hat die Bayern 1-Pflanzenexpertin Karin Greiner Tipps für Sie.

Von: Karin Greiner

Stand: 04.12.2013 | Archiv

Barbarazweige: Kirsche | Bild: Karin Greiner

„Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.“ Nach einem schönen alten Brauch holt man sich zu Beginn der Adventszeit kahle Zweige ins Haus, damit sie pünktlich zu Weihnachten in voller Blüte stehen. Welch ein Wunder in der dunklen Jahreszeit – und doch keine Hexerei!

Am Tag der heiligen Barbara

Am Barbaratag, 4. Dezember, werden traditionell Zweige ins Haus geholt.

Die Legende berichtet über Barbara von Nikomedia, die um 300 n.Chr. zum Christentum übergetreten war. Dafür wurde sie von ihrem Vater ins Gefängnis geworfen und zum Tode verurteilt. Ein Kirschzweig verfing sich ihrem Gewand, sie tränkte das Reis im Kerker mit Wasser aus ihrer Trinkschale. Am Tage ihrer Hinrichtung erblühte der Kirschzweig – der zornige Vater wurde später vom Blitz erschlagen. Zu Ehren der Märtyrerin Barbara stellt man bis heute am 4. Dezember, dem Barbaratag, ein paar Zweige in die Stube und hofft, dass sie bis zum Christfest in Blüte kommen.

Was Blüten treibt

Es muss nicht immer Kirsche sein. Auch Forsythien eignen sich als Barbarazweige.

Traditionell schneidet man als Barbarazweige Äste von Kirschen, gerne auch von Zierkirschen. Bei diesen, wie auch bei Zwetschgen oder Pflaumen, Blut- und anderen Zierpflaumen, funktioniert es sehr zuverlässig, dass sich die Knospen in den drei Wochen bis Weihnachten wirklich öffnen. Ebenso lassen sich Forsythien, Mandelbäumchen, Zierjohannisbeere, Zierquitte, Ginster sowie Zweige von Wildsträuchern wie Kornelkirsche und Schlehe antreiben. Auch bei Winterjasmin und Zaubernuss gehen die Knospen bestimmt auf.

Bei Apfel, Flieder und Goldregen gelingt das nicht immer. Suchen Sie Triebe mit dicken, eher rundlichen Knospen, das sind Blütenknospen. Aus schlanken Knospen treiben dagegen meist nur Blätter. Bei Birken-, Weiden- und Haselzweigen ist das sehr reizvoll.

Zum Blühen bringen

Kornelkirschen und andere Barbarazweige müssen einen Frost erlebt haben, damit sie zu Weihnachten blühen.

Mehrere Frostphasen sind schon nötig, damit das Antreiben gelingt. Dieses Jahr stehen deshalb die Chancen sehr gut, denn die Gehölze haben bereits ein winterliches Intermezzo erlebt. In sehr milden, bis Anfang Dezember frostfreien Jahren, muss man die Zweige dafür in den Kühlschrank oder gar in die Tiefkühltruhe legen. Damit gaukelt man den Zweigen den Frühling vor.

Die Zweige werden schräg angeschnitten und in lauwarmes Wasser gestellt. Die Vase kommt in ein kühles bis mäßig warmes Zimmer – im richtigen Frühling wird es auch nicht gleich bacherlwarm. Und in trockener, überheizter Luft würden die Äste, vor allem die Knospen, allzu schnell vertrocknen.

Deshalb ist Geduld angesagt. Das Aufblühen der Knospen dauert eben seine Zeit, man kann es durch mehr Wärme nicht beschleunigen. Mein Tipp: Besprühen Sie die Zweige täglich mit etwas kalkfreiem Wasser, das sorgt für saftig-frische Knospen. Und das Vasenwasser öfter mal wechseln.

Blüten verheißen Glück

Winterjasmin eignet sich ebenfalls als Barbarazweig.

Wenn die Blüten dann wirklich erblühen, durchzieht ein feiner Duft und ein besonderes Strahlen das Haus. Wenn das kein Glück bringt! Noch ledige Mädchen können an jeden Zweig einen Zettel mit dem Namen eines Verehrers hängen. Der Auserwählte wird sein, an dessen Zweig sich die Blüten zuerst öffnen.

Aber man kann daraus auch ein Familienspiel gestalten: Jedes Familienmitglied schreibt einen Wunsch auf einen Zettel, dieser kommt jeweils an einen Zweig – und wo sich als erstes Blüten zeigen, dessen Wunsch wird erfüllt.

Das ist Ihre Expertin


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