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Uni ohne Abi? Wie ihr ohne Abitur studieren könnt

Wer in Deutschland Abitur macht, darf studieren, klar. Aber: Es geht auch ohne Abi. Das haben 2017 knapp 60.000 Menschen gemacht. Drei Studenten ohne Abi erzählen, wie sie es an die Hochschule schafften und dort klar kommen.

Von: Caroline von Eichhorn

Stand: 06.04.2018 | Archiv

Studieren ohne Abitur | Bild: BR

Eigentlich hatte Daniel gar nicht vor an die Uni zu gehen. Doch dann brachte ihn sein Chef auf die Idee – obwohl Daniel gar kein Abitur hat. Als sein Arbeitgeber ihm anbot das Studium auch noch zu finanzieren, konnte er nicht ablehnen. Mittlerweile studiert Daniel an zwei Tagen die Woche Wirtschaftsinformatik an der FOM Hochschule in München. Qualifiziert hat sich Daniel für den Studiengang indem er drei Jahre Berufserfahrung vorweisen konnte. Für ihn ist das Teilzeitstudium die beste Lösung, weil er weiterhin verdient und damit finanziell unabhängig bleibt. Auch wenn die Doppelbelastung stressig ist und er seit zwei Jahren kaum richtigen Urlaub hatte, will er es unbedingt durchziehen.

Daniel Pfeil (25) studiert Wirtschaftsinformatik.

"Viele, die Vollzeit studieren, können mehr Party machen. Das ist bei mir weniger der Fall, da ich am Wochenende lernen muss. Zu den Prüfungszeiten im Mai, Juni ist es besonders anstrengend. Das knabbert schon an einem. Dafür hab ich bereits mehr Geld verdient als andere."

Daniel Pfeil

Knapp 60.000 Menschen haben 2017 in Deutschland ohne Abi studiert – mehr als je zuvor. Mittlerweile kann man ohne Abitur an jeder deutschen Hochschule studieren – und nicht nur an Fachhochschulen, sondern auch an Universitäten. Fast die Hälfte aller Studiengänge nimmt Studenten ohne Abi auf, zum Beispiel auch Medizin, Kunst oder Lehramt. In der Regel braucht man dafür die Mittlere Reife, eine Ausbildung, und dann je nach Fach entweder den Meisterbrief, den Fachwirt oder drei Jahre Berufserfahrung. Die genauen Aufnahmebedingungen sind aber je nach Hochschule und Bundesland unterschiedlich.

Ist das Abi überflüssig?

Steffi ist sich sicher, dass ihr das Abitur keinen Mehrwert gebracht hätte. Sie findet, dass sie auf ihrem Weg mehr Erfahrungen sammeln konnte. Die 23-Jährige studiert Wirtschaftspsychologie im dritten Semester, neben ihrer Arbeit bei Airbus. Nach ihrer Ausbildung hat sie den Abschluss als Industriefachwirtin gemacht – und danach gemerkt, dass sie ihr theoretisches Wissen im Studium weiter vertiefen möchte.

"Das was ich im Studium über Psychologie lerne, nützt mir freilich für die Karriere, aber kann ich das auch privat anwenden. Psychologie finde ich einfach spannend. Ich denke jetzt viel mehr über Reaktionen der Menschen nach."

Steffi Straßburger

Ist das Abi also mittlerweile überflüssig? Das würde Stefan nicht unterschreiben. Denn in vielen Fächern wird Abiturwissen vorausgesetzt. Stefan arbeitet bei den Stadtwerken München und studiert nebenher Wirtschaftsinformatik. Vor allem in Mathematik hat er am Anfang sein Abi vermisst.

Stefan Erl (23) aus Moosinning studiert Wirtschaftsinformatik.

"Für Mathe wär es wirklich nicht schlecht gewesen. Da war es hart reinzukommen. Analysis und Statistik hat man nicht in der Realschule. Da habe ich mich am Anfang schwer getan. Es waren diverse Abende und Bücher notwendig, um das nachzuholen. Das war sehr aufwendig."

Stefan Erl

Einige Semester lang müssen die drei noch büffeln. Doch wenn Daniel, Steffi und Stefan in ein paar Jahren ihren Bachelor in der Tasche haben, fragt sie keiner mehr nach ihrem Abitur.

Sendung: Filter am 6. April 2018 - ab 15 Uhr.