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Mitlachen oder Miesmachen Auch Politiker können Satire - manchmal

Wenn Politiker in Satireshows auftreten, wird es entweder super - oder megapeinlich. Der Grat dazwischen ist sehr schmal. Wir hätten da ein paar Tipps für Erdogans Spaßberater.

Von: Tobias Krone

Stand: 13.04.2016 | Archiv

Politiker im Satire-Check | Bild: BR

Nicht alle Politiker bekämpfen Satire, so wie gerade der autoritäre türkische Präsident Erdogan. Viele arrangieren sich mit dem komödiantischen Show-Geschäft - und nutzen die Auftritte bei "heute-show" und Co. ganz bewusst. Da erreichen sie nämlich vor allem Wähler, die sonst selten oder nie politische Sendungen gucken. Hier können sie beweisen, dass sie auch humorvoll sein können. Der Medienwissenschaftler Benedikt Porzelt hat für ein Forschungsprojekt an der Uni Marburg Auftritte von Politikern analysiert. Sein Fokus: Wo kommen Politiker gut weg, wo werden sie in die Pfanne gehauen? Für PULS erklärt Porzelt gute und schlechte Beispiele.

1. Der Souveräne: Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei "Pelzig hält sich"

Porzelt: "Ein positives Beispiel. Denn da ging es nicht darum, dass ein Politiker seine Politik auf Teufel komm raus verteidigt. Sondern Kretschmann hat selbstironisch Einblicke in Aspekte gegeben, von denen er selbst gesagt hat: Okay, ist nicht gut gelungen."

2. Der Außenseiter: FDP-Mann Wolfgang Kubicki in der "heute-show"

Porzelt: "Ein weiteres positives Beispiel: Wolfgang Kubicki ist in der 'heute-show' ganz offen mit Problemen in der FDP und den schlechten Umfragewerten umgegangen."

3. Der Lächerliche: Ex-AfD-Chef Bernd Lucke bei "Stuckrad-Barre"

Porzelt: "Lucke hat jeden Scherz mitgemacht und einfach nur darüber gelacht, obwohl er als Politiker, der eigentlich auch ein gewisses Ansehen genießen muss, eigentlich hätte sagen müssen, man kann nicht alles mitmachen."

4. Der Ausgetrickste: Ex-Entwicklungsminister Dirk Niebel in der "heute Show"

Porzelt: "Dirk Niebel versucht hier humorvoll und umgänglich zu sein. Aber er gibt die Deutungshoheit über das Interview ab. Er ist völlig der Postproduktion ausgeliefert - mit ihren Schnitten und Einspielern. Die kannte Niebel nicht, wusste also nicht, in welchem überspitzten Kontext seine Aussagen verwendet werden. Ein Minister sollte sich auf so etwas nicht einlassen."

Zwar kein Politiker, aber unfreiwillig komisch: der "Check der Pressefreiheit" eines türkischen Fernsehsenders beim ZDF

Mevlüt Yüksel ist zwar kein Politiker, sondern Reporter beim regierungstreuen türkischen Fernsehsender A Haber. Doch auch über ihn haben viele Menschen in Deutschland gelacht. Auch wenn der aufgebrachte Journalist seinen "Test auf Pressefreiheit" vor dem ZDF-Gelände wahrscheinlich ernst gemeint hat. Wie gut kommt er weg im Satire-Test des Wissenschaftlers?

Porzelt: "Für mich und aus unserem deutschen Kontext heraus ist das ein Beispiel für unfreiwillige Komik. Es wirkt zuerst wie eine Parodie. Wenn das etwas für eine Unterhaltungssendung gewesen wäre, wäre es sehr gut gemacht. Für mich ist es vergleichbar mit Fox-News, dem konservativen amerikanischen Fernsehsender. Der verfolgt auch oft so krude Theorien, dass es Satire wie die der 'Daily Show' sehr leicht hat, sie zu entlarven. Klar ist aber auch die Betrachterperspektive: Von unserer deutschen Warte aus ist das absoluter Blödsinn, für manche Menschen in der Türkei wird das aber eine andere Bedeutung haben."


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