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Ein Jahr Revolution in Ägypten Ganz nah dran an der Tahrir-Bewegung

Zwei Freunde werden zufällig zu Zeitzeugen. Sie sind am Tahrirplatz, als die Demonstrationen losgehen und machen Fotos. Andere kommen bewusst zum Ort des Geschehens, um zu berichten. Die Revolution in Reportagen und Bildern.

Stand: 25.01.2012

Vom Besucher zum Zeitzeugen wider Willen

Januar 2011: Alex Fehlner fliegt nach Ägypten, um seinen Freund Sammy Khamis zu besuchen. Er studiert in München Kulturwissenschaften und möchte in Ägypten ein paar Wochen Urlaub machen. Sammy ist auch Student in Deutschland und Halbägypter. Er ist für ein paar Monate zu Besuch bei seiner Familie. Als am 25. Januar 2011 auf dem Tahrirplatz die Revolution losgeht, sind die beiden Freunde mittendrin. Sie machen Fotos und fahren auch die nächsten Tage immer wieder zum Ort des Geschehens.
Während dieser Zeit berichtet Sammy auch vor Ort und beschreibt die Lage.

Vom Strand auf den Tahrir-Platz


Sonne, Strand und Meer - das war der Plan. Eigentlich wollte unser Reporter Jakob Gross nur Urlaub in Ägypten machen. Im November 2011 waren die großen Unruhen vorüber, die Lage im Land relativ stabil. Doch die angekündigten Wahlen brachten die Gemüter in Aufruhr und die Lage in Ägypten wieder durcheinander. So wurde Jakob spontan zu unserem "Mann vor Ort".


In den Monaten darauf fuhr Jakob immer wieder nach Ägypten, um von dort zu berichten. Auch am Jahrestag der Proteste, am 25. Januar 2012, marschierte er mit tausenden Ägyptern auf den Tahrir-Platz. Er berichtete aus der Menge heraus und schilderte die Emotionen der Menschen, die er hautnah miterlebte.

Von der Straße ins Fernsehen


Die Revolution braucht ihre eigenen Medien. Das dachte sich eine Gruppe junger Aktivisten und gründete das Medienkollektiv Mosireen. Sie wollen Bilder zeigen, die man im öffentlichen Fernsehen nicht sieht, weil das Regime sie nicht zulässt. Ihre Arbeit ist mutig und gefährlich.

Vom Praktikant zum Freiheitskämpfer


Ab nach Kairo, was anderes sehen: Eigentlich wollte Fabian Schönfelder ein harmloses Praktikum machen. Der Job lief gut und Fabian blieb in Ägypten. Für den jungen Deutschen ein angenehmes und entspanntes Leben. Doch dann kam die Revolution auf den Tahrir-Platz. Fabian wurde zum Geburtshelfer des Arabischen Frühlings - inklusive Kalaschnikow.

Vom Schreibtisch zum Krisenort

Christian Wolff beobachtet die Lage in Ägypten von Erlangen aus. Der junge Wissenschaftler promoviert über den Nahen Osten an der Uni in Erlangen und schreibt seine Ergebnisse unter anderem in den Blog fokus-nahost.de. Die jungen Revolutionäre sind die Verlierer der Revolution in Ägypten, sagt der Nahost-Blogger ein Jahr nach Mubaraks Sturz. Im Interview erklärt er, welche Kräfte die Demokratie behindern und was die Jugend tun soll.


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