Jetzt Calm Me Down Shelter Boy

Info Shelter Boy aus Dresden ist das Ergebnis, wenn Mac DeMarco und King Krule sich einen ganz langen Zungenkuss geben und der Storch neun Monate später "Calm Me Down" (2020) vorbei bringt.

#staythefuckhome Warum Musik-Livestreams gerade so wichtig sind

Kneipen und Clubs sind zu, Konzerte verlegt und wir bleiben wegen Corona zu Hause. Das muss so sein - legt aber den ganzen Kultursektor lahm. Dank der vielen Musik-Livestreams auf Social Media geht es trotzdem irgendwie weiter.

Von: Nina Lenz

Stand: 19.03.2020 | Archiv

AnnenMayKantereit bei Startrampe | Bild: BR

Mit ziemlicher Sicherheit kann man sagen: Mit Covid-19 erleben gerade alle Menschen Einschränkungen. Das trifft aber auch vor allem den kompletten Kultursektor, denn durch das Verbot von großen Menschenansammlungen sind Konzerte und Clubgigs abgesagt und alle Bars, Kneipen und Clubs geschlossen. Damit entstehen finanzielle Verluste: Die Einnahmen durch Ticketverkäufe oder Eintrittspreise fallen weg, genauso Getränkeumsätze, und Mitarbeiter*innen wie Barpersonal oder Securitys können nicht mehr arbeiten. Fakt ist nämlich auch, dass viele Mitarbeiter*innen des Kultursektors - vor, hinter und auf der Bühne - selten fest angestellt sind. Keine Arbeit heißt dann: kein Geld.  

Ein kleiner Hoffnungsschimmer in diesem dunklen Corona-Sumpf sind die Musik-Livestreams, die gerade sowohl von Musiker*innen, als auch von Veranstalter*innen auf die Beine gestellt werden. Bands können so trotzdem spielen und DJs können auflegen. Zwar ohne Publikum und meistens noch ohne Honorar, aber ein Anfang ist damit gemacht. Sozusagen eine Beschäftigungstherapie für beide Seiten - sowohl für die Künstler*innen, als auch für das Publikum, das zu Hause vor dem PC oder Handy hockt. 

1. Instagram-Livestreams

Aus dem Proberaum, aus dem Studio oder aus dem Wohnzimmer: Künstler*innen wie Chris Martin, Christine and the Queens oder Diplo versüßen uns den Feierabend mit Insta-Livestreams. Komplett kostenlos, live und gefühlt ganz schön nah dran. Das ist das intime Wohnzimmerkonzert in der virtuellen Version - mit Kommentarfunktion. Auch hierzulande verbreitet sich die Idee: Musiker*innen wie die KYTES oder Henning May haben schon kleine Insta-Konzerte gespielt. Lohnt sich also mal bei den Lieblingsbands auf dem Kanal vorbeizuschauen, denn da wird mit Sicherheit bald noch mehr kommen. Und ganz nebenbei kann man dabei auch auschecken, wie die Lieblings-Musiker*innen so eingerichtet sind.

2. Line Up-Streams

Access all Areas: Auch wenn keine Clubs geöffnet haben - DJ-Sets gibt’s trotzdem. Die Augsburger Club- und Kulturkommission zum Beispiel streamt an den Wochenenden aus verschiedenen Augsburger Clubs auf Facebook. Auch das Blitz in München streamt an den Wochenenden DJ-Sets, die normalerweise vor vollem Club stattgefunden hätten. Virtuell kann man auch in die großen Berliner Clubs: Über die Plattform www.unitedwestream.berlin werden täglich DJ-Sets, Livemusik, Vorträge und vieles mehr gestreamt - alles kostenlos. Wer möchte, kann hier Geld spenden und somit die Clubszene und alle Menschen, die dort ihr Geld verdienen, unterstützen. 

3. Livestreams gegen eine Spende

Ähnlich wie auf einem Konzert muss man auf quarantäne.tv einen kleinen Betrag per PayPal überweisen, um ein virtuelles Konzert ausgewählter Musiker*innen sehen zu können. Diese stellen exklusives Material zur Verfügung, was man sich ganz bequem von zu Hause aus anschauen kann. Durch den virtuellen “Eintritt”, den man zahlt, unterstützt man die Künstler*innen und hilft ihnen so, die Zeit des Social Distancing finanziell zu überstehen. Bei der Plattform können übrigens Vorschläge für Musiker*innen eingereicht werden, die dann dort spielen können. Steckt zwar alles noch in den Kinderschuhen und ist nischiger als ein Insta-Livestream, aber damit nicht weniger spannend. 

Wer darüber hinaus Künstler*innen und Kulturschaffende unterstützen möchte, kann zum Beispiel Petitionen* unterschreiben, die finanzielle Hilfe für Selbstständige und Künstler*innen fordern. Um gezielt Lieblings-Musiker*innen zu supporten, kann man sich deren Merch oder Platten kaufen - oder Tickets für Touren, die im Winter stattfinden. Wer es sich leisten kann, kann außerdem Tickets für Konzerte, die verschoben wurden, einfach behalten - und so den Musiker*innen quasi etwas spenden und sie ein bisschen absichern. Auch ein Blick in die direkte Nachbarschaft schadet nicht, weil man so vielleicht durch Gutscheine und Spenden kleinere Clubs und Kneipen unterstützen kann.

Diese Organisationen bieten Livestreams von bayerischen Künstler*innen an:

Eine Auswahl an Konzert-Livestreams findet ihr hier:

Sendung: PULS am 19.03.2020 - ab 15.00 Uhr