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"Uncool" heißt nicht "schlecht" Warum Coldplay besser sind als du denkst

Von der Indie-Gemeinde verachtet, von Rappern geliebt: Coldplay sind zwar uncool wie Sau, aber auch mit dem sechsten Album wahnsinnig erfolgreich. Und dabei immer noch unterhaltsamer, als alle anderen Stadionrockbands da draußen.

Von: Matthias Scherer

Stand: 13.05.2014 | Archiv

Coldplay Konzert Lieblingsplatten | Bild: dpa/picture-alliance

Natürlich sind Coldplay uncool. Das haben sie sogar schon selbst zugegeben. Vier höfliche Briten, die ihre Kinder Apple nennen, Drogenkonsum innerhalb der Band verbieten und sich anziehen wie französische Revoluzzer aus dem 19. Jahrhundert... C’mon!? Aber nur, weil Coldplay eine uncoole Band sind, heißt das nicht, dass sie auch eine schlechte Band sind.

Stadionreife Songs

Songs zu schreiben, die ganze Fußballstadien mitreißen, ist eine Kunst und Coldplay beherrscht sie seit 15 Jahren. Für Songs wie "Yellow" oder "Strawberry Swings" würden Mumford & Sons heute noch ihre Cowboystiefel verkaufen. Coldplay wollten von Anfang an in die Stadien dieser Welt und schreiben deswegen Refrains, die dann am besten klingen, wenn sie von 10.000 Menschen gesungen werden. Sie machen Musik für die Masse, klingen dabei aber nie so zynisch wie die Killers, so lächerlich wie Muse oder so strunzlangweilig wie die Kings of Leon. Sie nehmen ihre Rolle als Performer ernst. Jede Tournee hat ein anderes, bis ins letzte Detail ausgearbeitetes Design. Sie beziehen jeden Fan mit ein – egal, ob in der ersten oder der letzten Reihe. Natürlich sind Coldplay-Konzerte so cheesy, wie eine Quattro Formaggi mit Käserand – aber auch mindestens genauso befriedigend.

Cred von Rappern und Produzenten

Indie-Schnösel rümpfen seit Jahren die Nase, wenn von Coldplay die Rede ist. Künstler aus anderen Genres sind da offener: Frank Ocean und Chance the Rapper haben Coldplay gecovert, Jay-Z und Kanye West haben mit ihnen zusammengearbeitet und in den Credits des neuen Coldplay-Albums "Ghost Stories" finden sich R'n'B-Veteran Timbaland und der Ambient-Techno-Künstler Jon Hopkins. Warum stehen Hip-Hopper so auf Coldplay? Ganz einfach: Sie wurden nicht im Indie-Rock sozialisiert und mussten sich nicht von jedem bartkraulenden Langweiler anhören, warum Radiohead so viel besser sind. Deswegen haben Frank Ocean, Jay-Z und die anderen keine Vorbehalte gegenüber Coldplay und können sie einfach nur abfeiern.

Klangliche Evolution

Coldplay-Hater werden die Falsetto-Stimme von Chris Martin nie packen, aber Fakt ist: Die Band klingt auf jedem Album anders. Ihr Debütalbum "Parachutes" ist noch leiser Alternative-Pop, aber mit "A Rush of Blood to the Head" beginnt 2002 die Evolution der Band: Elektrische Gitarren, Orchester-Arrangements und Elektro-Einflüsse sind mittlerweile feste Bestandteile des Coldplay-Sounds. In den Stadien dieser Welt gibt es keine bessere, ehrlichere und unterhaltsamere Band als Coldplay. Natürlich gibt es Bands, die innovativer oder mutiger sind. Aber die spielen nicht vor 10.000 Leuten, sondern vor 200.


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Benni, Donnerstag, 15.Mai 2014, 23:11 Uhr

2. Was heißt...

...eigentlich "uncool"? Ist für mich ein Begriff, den Musikjournalisten eigentich nicht in den Mund nehmen sollten. Er beschreibt nichts, ist nur eine hohle Phrase.

Weiterhin muss ich das selbst sehr enge Kastendenken des Autors hier kritisieren. Coldplay sind gerade deshalb so erfolgreich, weil sie nicht in Schubladen denken, sondern mit so unterschiedlichen Musikern wie Rihanna oder Brian Eno zusammenarbeiten. Das sagt so einiges.

Effektivere Songs hört man momentan im Radio selten, aber Coldplay liefern auf ihren ersten vier Alben definitiv großen Pop ab, der einen Platz unter den anderen LP-Diamenten verdient hat.

Christian Smith, Mittwoch, 14.Mai 2014, 06:46 Uhr

1. Coldplay-Kommentar über Muse

Guten Morgen,

Also ich finde den Kommentar, das Muse lächerlich klingen würden, wohl sehr daneben. Matthew Bellamy ist ein Virtuose bezüglich seiner Shows und seinem Gitarrenspiel und Gesang. Ich kann aber auch verstehen, aufgrund seiner speziellen Qualitäten, das es Leute gibt, die ihn nicht mögen.
Mir geht das so mit Coldplay. Ich muss immer den Sender wechseln, heisst aber nicht, das ich nicht verstehe, was ihre Qualitäten sind.

Dieser Kommentar klingt doch sehr nach einer persönlichen Meinung des Schreiberlings...solche Aussagen gehören nicht hierher.

Mit freundlichem Gruß
Christian Smith

  • Antwort von Nicolai Herrmann, Mittwoch, 14.Mai, 18:32 Uhr

    Ich möchte hiermit nur (etwas kompliziert) Christian Smith's Beitrag liken. :-)

  • Antwort von Christoph, Donnerstag, 15.Mai, 12:38 Uhr

    Persönliche Meinung gehört nicht hierher? Warum? Und Muse sind unbestritten gute Musiker, aber wenn ich das ganze Konzert vor einer Windmaschine stehe, die meine 5 cm langen Haare vibrieren lassen soll, dann muss man bisschen Spott schon aushalten :)

  • Antwort von Hannah, Donnerstag, 15.Mai, 19:12 Uhr

    Ich auch. Muse sind gigantisch live!

  • Antwort von Christoph, Freitag, 16.Mai, 09:22 Uhr

    Persönliche Meinung gehört nicht hierher? Warum? Und Muse sind unbestritten gute Musiker, aber wenn ich das ganze Konzert vor einer Windmaschine stehe, die meine 5 cm langen Haare vibrieren lassen soll, dann muss man bisschen Spott schon aushalten :)