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PULS Lesereihe 2014 in Regensburg Freunde! Für immer!

Ein letztes Mal hieß es auf der PULS Lesereihe: "Lasst uns Freunde sein!" Für Regensburg und die Mälze können wir sagen: Ja, wir sind Freunde! Tolles Publikum, tolle Autoren und ein toller Abschluss für unsere Lesetour.

Von: Felicia Reinstädt

Stand: 05.11.2014 | Archiv

Ein bisschen Schleimen darf auch mal sein, so ganz unter Freunden. "Regensburg, ihr seid meine Lieblingsstation!", verabschiedete sich PULS-Moderator Laury Reichart auf der letzten Station der diesjährigen PULS Lesereihe in der Alten Mälzerei in Regensburg. Vor dem Ende lag aber natürlich ein ganzer Abend mit drei Geschichten, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise das Publikum bewegten.

Fremde, Freunde und kleine Sprachbarrieren

Die erstlesende Autorin des Abends, Kristina Pöschl, hatte sich für ihren Text ein brandaktuelles Thema ausgesucht: Wie lebt es sich als Flüchtling in Bayern? Dass das Thema im Moment gerade so hochkocht, konnte Kristina, als sie ihren Text im Frühsommer schrieb, noch nicht wissen. Sie wollte einfach eine Geschichte erzählen, die nichts mit Beziehungen und Freundschaften im klassischen Sinn zu tun hatte. Das ist ihr vorzüglich gelungen: Ein junger Flüchtling aus Nigeria versucht auf dem niederbayerischen Land Anschluss zu finden und hat zunächst mit den lokalen Feinheiten zu kämpfen - in der Sprache und auch im Umgang. Kristina erzählt diese Geschichte durch die Augen des "Fremden" und vermittelt so einen neuen, etwas anderen Blickwinkel auf ihre Heimat.

Ein Leben für die Bühne

Bei Autor Nummer zwei in Regensburg, Rob McChaos, verspricht der Name an sich schon einiges. Und Chaos ist bei Rob durchaus Konzept. Sein Leben spielt sich auf, hinter, neben und sogar unter der Bühne ab. Der Mann spielt, inszeniert und lebt Theater mit jeder Faser seines Körpers. Schon beim Soundcheck vorab bewies der 23-Jährige: In ihm steckt ein wahrer Performer – und den ließ er natürlich auch bei seinem Auftritt am Lesepult raus. Sein Text über eine etwas einseitige und fanatische Freundschaftsbeziehung war so ziemlich alles: lustig, absurd, brutal oder wie es unsere Lesereihen-Musikerin KARO zusammenfasste: "Der Text traf mich wie ein Jumbojet am Kopf". Songzitat erkannt?

"Zartbittere" Reiseerfahrungen

Unter die Haut ging auch die dritte Geschichte an diesem Abend. Die kam von Christina Stimpel, die in ihrem ersten Leben Designerin für Verpackungen ist, in ihrem zweiten Leben Autorin - und zwar eine sehr gute. Christina erzählte in ihrem Beitrag eine Begebenheit, die sie selbst auf einer Reise durch Asien erlebt hatte und die ihr Leben durchaus verändert hat, wie sie unserem Moderator Laury auf der Bühne verriet. Ihr Text "Zartbitter" handelt von der Begegnung mit einem tibetischen Mönch, der vor der Folter der chinesischen Machthaber geflüchtet war. Die Geschichte löste bei den Zuhörern in der Mälze ein Gefühl von Hoffnung, Glück und Verzweiflung zugleich aus.

Neue Freundschaft vs. alte Freundschaft

Ein Leben in Gegensätzen – genau das gefällt auch unserer Tourmusikerin KARO. Ein Beweis dafür ist definitiv KAROs sehr unterhaltsamer Lesereihentext, der auch am vierten Lesereihen-Abend beim Publikum voll zündete. Während KARO in ihren Songs ihre tieftraurige melancholische Seite auslebt, mutiert sie am Lesepult zum wortgewandten Alleinunterhalter und zur Lebensratgeberin. Ihr Freundschaftstipp des Abends: "Wenn ihr mit jemanden befreundet sein wollt, seid nicht knickrig." Auch musikalisch knüpfte die Würzburgerin ganz neue Freundschaftsbande, in dem sie "Song 2" von Blur und "Wonderwall" von Oasis in einem Song mixte. Ob das jetzt den Albarns und Gallaghers dieser Welt gefällt oder nicht - die Harmonie im Universum ist damit wieder hergestellt und einen besseren Abschluss hätte es für die PULS Lesereihe nicht geben können. Da bleibt nicht viel zu sagen, außer: Danke, Freunde, für vier Wochen mit unglaublichen Geschichten, tollen Autoren, verrückten Liveperformances und einem super netten Publikum.

Abstimmung

Welche Geschichte hat euch in Regensburg am besten gefallen?

Diese Abstimmung ist beendet.

Rob McChaos - Ohne Titel

Kristina Pöschl - So viel Grün

Christina Stimpel - Zartbitter

Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.


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