Religion


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Diakone von Rummelsberg Eine Gemeinschaft fürs Leben

Sie sind fast überall, machen Jugend- und Seniorenarbeit, leiten Altenheime und Behinderteneinrichtungen, arbeiten in Krankenhäusern und in der kirchlichen Verwaltung, und doch weiß man wenig über sie: die Diakone der evangelischen Kirche.

Von: Sabine Rauh

Stand: 10.12.2015 | Archiv

Die Philippuskirche in Rummelsberg, geistliche Heimat der Rummelsberger Brüderschaft und der Diakoninnengemeinschaft. | Bild: BR

Die diakonische Brüderschaft, die seit 1905 ihr Zentrum in Rummelsberg hat, wird 1890 in Nürnberg gegründet.

Acht junge Männer schließen sich unter der Leitung eines Pfarrers zu einer geistlichen Gemeinschaft zusammen, wohnen mit ihrem Lehrer zur Untermiete bei einer Pfarrerswitwe und bereiten sich auf das vor, was man heute soziale Arbeit nennt. Seitdem ist die Brüderschaft stetig gewachsen und aus der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche nicht mehr wegzudenken.

Rektorvater, Rektormutter

Lange Zeit sind die Rektoren die Leiter der Brüderschaft. Weil hier das Elternprinzip herrscht, spielt die "Rektormutter" ebenfalls eine große Rolle. Mehr als dreißig Jahre lang ist Karl Nicol Rektor in Rummelsberg. An seiner Seite seine Frau Marie, die hier "in die Einöde bei den frommen Brüdern", wie sie später schreibt, ein großes und offenes Haus führt. Ihre Tagebücher sind ein kostbares Dokument jener Jahre.

Geistliches Zentrum

Seit 1982 ist Rummelsberg auch geistliches Zentrum der Diakoninnengemeinschaft Rummelsberg. Die beiden Gemeinschaften haben Diakon Martin Neukamm und Diakonin Andrea Heußner zu ihren "Ältesten" gewählt. Sie beschreiben, was ein junger Mensch mitbringen sollte und wie es in der Gemeinschaft zugeht. Beide Gemeinschaften sind eigenständig, arbeiten aber eng zusammen und sind im Vorstand der Rummelsberger Diakonie vertreten, mit ihren Angeboten für junge Menschen, Menschen im Alter oder mit Behinderung. Die fast tausend bayerischen Diakone und über 200 Diakoninnen arbeiten in Einrichtungen in ganz Bayern. In Rummelsberg selbst sind das Studienzentrum für Diakonik und eine Schule der Erziehungshilfe – und hier ist die Philippuskirche, der geistliche Mittelpunkt.

Die Brüder und die Diakoninnen verpflichten sich bei ihrer Einsegnung, zu dienen und sich senden zu lassen – dorthin, wo sie gebraucht werden. Die Konsequenzen für die Familie haben sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt. "Sendbruder" sein – eine veraltete Lebensweise? Ein überholter Lebensentwurf? Offenbar nicht.

Buchtipp

"demütig, aufmüpfig und selbstbewusst - Die Geschichte der Frauen der Rummelsberger Brüderschaft ab 1892“ ist im Büro des Brüderseniors unter Tel. (0 91 28) 50 23 91 oder per E-Mail: langguth.karin@rummelsberger.net erhältlich.


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