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Reisetipp Erleben Sie die Mozartstadt Salzburg

Wenn Sie alpenländische Natur mit Stadtleben und Kultur verbinden möchten, sind Sie in Salzburg goldrichtig. Vom Mozarthaus über das DomQuartier bis zu beeindruckenden Schlössern und Museen: Hier gibt es jede Menge zum Schauen und Staunen. Und natürlich zum Genießen - beim Besuch in einem der zahlreichen Wirts- und Kaffeehäuser. Bei schönem Wetter lohnen sich Spaziergänge in und vor den Toren der Stadt. Und die nahegelegenen Seen und Berge laden zu Ausflügen und Wandertouren ein. Lassen Sie sich von Reiseexpertin Annette Eckl mit nach Österreich nehmen. Hier kommen ihre Tipps.

Stand: 06.02.2024 | Archiv

Blick auf Salzburg | Bild: BR / Annette Eckl

Am schönsten ist es, die Mozartstadt ohne Zeitdruck zu entdecken: Dicht an dicht säumen sich barocke Bauwerke vom Dom über das Schloss Mirabell bis hin zur Pferdeschwemme. Salzburg wirkt schon auf den ersten Blick sehr einladend mit der Salzach, die mitten hindurchfließt und das Stadtbild prägt. Hoch oben thront die Festung Hohensalzburg und im Hintergrund erheben sich imposante Berggipfel wie der Untersberg oder es öffnet sich der Blick hinein ins Salzkammergut mit dem Gaisberg.

Blick auf Salzburg

Die Salzburger Altstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Es gibt viele wunderschöne Gassen, zum Beispiel die Linzergasse, die mit einem direkten Aufstieg zum Kapuzinerberg sehr beliebt bei den Einheimischen ist. Die Getreidegasse ist nur 350 Meter lang, aber eine der meistbesuchten und berühmtesten Gassen der Welt. Hier sind noch traditionelle Handwerksbetriebe wie Schirmmacher zu Hause. Hinter den vielen schönen Stadthäusern verstecken sich weitere Manufakturen wie Knopfmacher und Gürtelmacher. Einzigartig sind die vielen "Durchhäuser" mit kleinen Geschäften und Restaurants, sie gelten als architektonisches Phänomen.

Anreise

Via Auto:       
München - Salzburg: 145 km, etwa 1'40 Stunden
Nürnberg - Salzburg: 320 km, etwa 3'25 Stunden
Via Zug:        
München - Salzburg: 1'40 Stunden, einfach ab 12,90 Euro
Nürnberg - Salzburg: 3 Stunden, einmal umsteigen, einfach ab 17,90 Euro

Tipp: Die Anreise ist mit dem Deutschlandticket für 49 Euro möglich sowie mit dem Bayernticket, das sich meist schon ab zwei Personen lohnt (gültig nur im Regionalbahnverkehr, Dauer etwa 2 Stunden).
Und: Wer mit dem Auto auf der Autobahn über den Walser Berg kommt, braucht bis zur Ausfahrt Salzburg Nord keine Vignette.

Auf den Spuren von Mozart

Die "Zauberflöte"

Salzburg und Mozart sind eng miteinander verbunden, und was wäre ein Besuch, ohne sich auf die Spuren des musikalischen Genies zu machen? Ein Besuch in seinem Geburtshaus ist für musikliebende Urlauber natürlich Pflicht. Ich fand es beeindruckend, Mozarts Kindergeige (etwa 1746 gebaut) zu bestaunen, die vielen originalen Noten und die "Zauberflöte". Was für ein Genie dieser Komponist war! Durch den Raum zu gehen, in dem er geboren wurde, und die Küche der Familie zu bestaunen, hat mich hunderte von Jahren zurückversetzt. In Mozarts Wohnhaus, wenige Gehminuten von seinem Geburtshaus entfernt, steht der Flügel, auf dem er gespielt hat. Mit etwas Glück üben dort gerade Studenten des Mozarteums und Sie erleben ein Gratis-Konzert, das Gänsehaut garantiert.

Kunstwerk "Sphaera" vor der Festung

Das DomQuartier, das 2024 sein 10-jähriges Jubiläum feiert, ist wie ein großes Museum mit einmaligen Kunstsammlungen und -installationen. Ein Beispiel ist die riesige goldene Kugel, auf der eine Figur steht, von Stephan Balkenhol auf dem Kapitelplatz. Ein Rundgang führt auf der Empore des Doms direkt an der prachtvollen Orgel vorbei. Sie kommen dabei auch auf eine Dachterrasse mit schönen Ausblicken auf die Stadt. In den Prunksälen mit den riesigen Kronleuchtern treffen wir dann wieder auf Mozart: hier hat er schon als kleiner Bub vor dem Fürsterzbischof musiziert und das in dieser beeindruckenden Kulisse.

Im Dom gibt es jeden Mittag um 12 Uhr ein Orgelkonzert. Nehmen Sie sich dafür eine halbe Stunde Zeit und lassen Sie sich in die Welt der Klassik entführen (Kosten: 9 Euro).

Besonders stimmungsvoll sind die Konzerte im Marmorsaal von Schloss Mirabell, der als einer der schönsten Trausäle der Welt gilt.

Informationen unter www.schlosskonzerte-salzburg.at

Tipp:

Für Kunst- und Kulturinteressierte, die sich vieles anschauen möchten, ist die "Salzburg Card" ideal. Es gibt sie für 24, 48 oder 72 Stunden. Sie beinhaltet freien Eintritt in die meisten Sehenswürdigkeiten und Museen sowie freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Salzburg, inklusive Mönchsbergbahn und Festungsbahn. Sie lohnt sich meist schon ab drei Eintritten und Sie können Sie bereits vorab digital buchen.

Preise:
24 Stunden: 28 Euro, 48 Stunden: 36 Euro und 72 Stunden: 41 Euro.

Stadtwandern mit fantastischem Panorama

Salzburg bietet sich an, zu Fuß entdeckt zu werden. Weil es in kleine Berge eingebettet ist, haben Sie bei Wanderungen auf hoch gelegenen Panoramawegen wunderschöne Ausblicke auf die Stadt und ins Umland.

Tour vom Mönchsberg zur Festung Hohensalzburg:

Wir starten mit einem Aufstieg zum Stadtberg, dem Mönchsberg. Er gilt als das Sahnehäubchen Salzburgs, ein langgezogener Rücken mit knapp zwei Kilometern Länge, der das Stadtbild prägt. Alternativ geht es bequem in nur 30 Sekunden mit dem Mönchsbergaufzug nach oben (Einstieg nahe dem sehenswerten "Haus der Natur"). Oben angekommen, erwartet uns das Museum der Moderne, das alleine einen Besuch wert ist. Von hier machen wir einen kleinen Abstecher zur Humboldt-Terrasse. Es gibt kaum einen besseren Blick auf Salzburg als von dort oben, wenn Ihnen die ganze Barockstadt zu Füßen liegt.

Höhenweg

Dann setzen wir unseren Panoramaspaziergang zur Festung Hohensalzburg fort. Der Höhenweg führt uns vorbei am Naturfreundehaus Stadtalm (Café und Jugendherberge) bis zum Aussichtspunkt Richterhöhe auf 507 Metern Höhe. Verweilen Sie hier unbedingt ein bisschen und genießen Sie das Panorama bis zum Untersberg und weit hinein ins Salzburger Land. Die Pause gibt Kraft, um im Anschluss die Festung Hohensalzburg zu erklimmen, eine imposante Burganlage aus dem 11. Jahrhundert, das Wahrzeichen der Stadt.

Oben auf der Festung, die wie eine eigene kleine Stadt wirkt, gibt es noch viel zu erkunden: eine Ritterschenke, kleine Schaumodelle und Wissenswertes über Salz. Wenn Sie dem Schild "Panorama-Tour" folgen, kommen Sie bis ganz hinauf auf den Aussichtsturm mit großartigem Blick über die Stadt.

Auch der Abstieg zurück in die Altstadt ist ein Genuss, er führt mit Blick übers Domviertel vorbei an alten Villen, bis wir unten bei den Festspielhäusern wieder herauskommen.

Tipp:

Wer Lust auf gemeinsames Stadtwandern hat, bekommt Infos über geführte Touren online unter www.salzburg.info.
Doch auch ohne "Stadtwandern" ist die Festung bequem über die Festungsbahn zu erreichen.

Winterwandern vor den Toren Salzburgs

Ob mit oder ohne Schnee: Wandern ist im Salzburger Land immer eine Option, gerade die Gegend um den Fuschlsee und Hintersee ist perfekt, um in die Natur einzutauchen. Nur wenige Kilometer hinter Salzburg öffnet sich das Salzkammergut.

Der Fuschlsee:

Fuschlsee

Der Fuschlsee ist einer meiner Lieblingsseen und wunderbar zu umrunden: Der Weg ist die meiste Zeit des Jahres begehbar. Sie müssen aber nicht die ganze Strecke um den See laufen, was dreieinhalb Stunden dauert. Besonders schön ist es, in Fuschl zu starten. Das bietet sich vor allem an, weil es hier eine kleine Strandpromenade gibt, die auch im Winter ihren Reiz hat. Oder Sie starten am Parkplatz Westufer in der Nähe von Schloss Fuschl und schnuppern dort ein bisschen Seeluft.

Faistenau:

Das Langlaufdorf Faistenau liegt in einem Nebental am Rande des Salzkammerguts und gilt als Hochburg für Langläufer. Die Langlaufloipen liegen auf einem sonnigen Plateau. Es gibt auch Möglichkeiten zum Winterwandern. Und ein schöner Hügel mitten im Ort bietet sich zum Schlittenfahren an.

Der Hintersee:

Ein wunderbar gelegener Bergsee auf 685 Metern Höhe, den Sie in einer guten Stunde umrunden können, die Strecke ist rund fünf Kilometer lang. Sein tiefes Blau und die umliegenden Berge sorgen für eine besondere Stimmung. Im Dorf Hintersee gibt es auch eine Langlaufloipe, die aufgrund ihrer Lage sehr schneesicher ist.

Infos zu Schneelage und gespurten Loipen unter www.langlaufdorf.at und www.hintersee.at.

Tipp:

Zur Entspannung, aber auch als Schlechtwetter-Alternative, empfiehlt sich das Abtauchen in der Therme Salzburg in Bad Golling: Hier gib es Solebecken und eine Saunalandschaft mit Bergblick.

Übernachtungsmöglichkeiten

Hotel in der Altstadt:

Sie können zum Beispiel in zentraler Lage, mitten in der Fußgängerzone und mit historischem Ambiente, für etwa 150 Euro für zwei Personen im Doppelzimmer übernachten. Das Mozart-Wohnhaus, der Mirabellgarten sowie die berühmte Getreidegasse sind dann in wenigen Gehminuten erreichbar.

Ferienwohnung oder Urlaub auf dem Bauernhof:

Übernachtungen sind zum Beispiel auch in einem sanierten Gutshof aus dem 17. Jahrhundert in Salzburg Leopoldskron, nahe dem Leopoldskroner Weiher, ab etwa 150 Euro pro Nacht möglich. Oder in der Fuschl- und Hintersse-Region, mit den Wanderwegen direkt vor der Tür, auf einem Bauernhof für etwa 125 Euro pro Nacht für zwei Personen.

Kulinarisches

Salzburger Nockerln

Am schönsten finde ich es, in einem der typischen Wirthäuser mit hervorragender Wirtshausküche einzukehren, die auch bei den Einheimischen beliebt sind. Österreichische Spezialitäten sind beispielsweise Fleischkrapfen, Tafelspitz oder Wiener Backhendl. Dazu kommen lokale Spezialitäten wie Forellen aus dem Fuschlsee, Salzburger Bierfleisch oder Biersuppe - denn Salzburg gilt als Bierstadt. Süße Klassiker sind die Salzburger Nockerln. Diese fluffigen Nocken aus Ei, Mehl und Zucker sind ein wahres kulinarisches Meisterwerk. Sie symbolisieren die drei Hausberge Mönchsberg, Kapuzinerberg und Gaisberg und sollen "süß wie die Liebe sein und zart wie ein Kuss".

Legendär sind natürlich auch die Mozartkugeln. Hier ist immer die Frage im Spiel, welche Mozartkugel ist das Original? In Salzburg jedenfalls gibt es originale Mozartkugeln, die immer noch handgemacht werden. Die Kreation aus Pistazien, Marzipan und feinem Nougat wurde 1890 von Paul Fürst erfunden.

"Wer allein sein möchte, aber das in Gesellschaft genießen mag" sollte die Kaffeehaus-Romantik ausprobieren. Sie dürfen so lange bleiben, wie Sie möchten, auch wenn Sie sich nur eine Melange bestellen, die österreichische Version von Cappuccino. Sie sollten allerdings auch unbedingt eine Torte oder einen Strudel probieren, den es in allen Variationen gibt, zum Beispiel mit Marillen, Zwetschgen oder Topfen. Hier in Salzburg finden Sie das älteste Kaffeehaus Österreichs, dessen Geschichte bis ins Jahr 1700 zurückreicht. Außerdem viele Bäckereien mit langer Tradition.

In der Getreidegasse gibt es eine traditionsreiche Likör- und Punschmanufaktur, deren Markenzeichen Orangenpunsch ist.

Tipp:

Besuchen Sie den Grünmarkt auf dem Universitätsplatz. Hier finden Sie vom Würstelstand bis zum Käsekrainer viele Produkte aus dem Umland und treffen die Einheimischen.

"Salzburg ist perfekt für alle Urlauber, die Kultur und Natur verbinden möchten, und das auch ohne Auto, falls gewünscht. Sie müssen keine Angst vor dem berühmt-berüchtigten Salzburger ‚Schnürl-Regen' haben. Denn Sie finden hier ganz bestimmt Ihr persönliches Lieblingskaffeehaus oder -museum."

Annette Eckl

Viel Spaß in Salzburg wünschen Ihnen Annette Eckl und "Wir in Bayern"!


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