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Stundenablauf Vorschläge für Unterrichtseinheiten "Wie arbeiten Auslandskorrespondent*innen?"

Wie passt das alles in 45 Minuten? Hier haben wir einige Vorschläge erarbeitet ...

Stand: 06.12.2020

Fernseher mit Auslandkorrespondenten auf einer Weltkugel | Bild: Montage: BR

Sachinformation

Wenn die Menschen in Deutschland wissen wollen, was bei Demonstrationen in Hongkong, einem Wirbelsturm in den USA oder bei Konflikten im Nahen Osten wirklich passiert, können sie sich auf die Arbeit von Auslandskorrespondent*innen verlassen. Die ARD hat 31 Auslandsstudios auf der ganzen Welt, in denen rund 100 Korrespondenten und Korrespondentinnen arbeiten. Dazu kommen noch 18 Studios des ZDF und sechs des Deutschlandradios. Zusammen bilden sie eines der größten Korrespondenz-Netzwerke der Welt.

Korrespondent*innen sind Journalist*innen aus Deutschland, die im Ausland leben, das Land und die Menschen dort kennen und ihre Sprache sprechen. So können sie vor Ort recherchieren und die Informationen für das Publikum in Deutschland einordnen. Manche sind dabei für ein Land zuständig, andere auch für mehrere. Nicht immer sind sie in dem jeweiligen Land willkommen, denn nicht in allen Gebieten der Erde herrscht Pressefreiheit. Und manchmal müssen die Korrespondent*innen auch aus gefährlichen Kriegs- oder Krisengebieten berichten.

Auch in Deutschland gibt es Korrespondent*innen aus anderen Ländern, wie zum Beispiel Russland, Griechenland oder den Niederlanden, die von hier aus für ihre Heimatmedien berichten.

Methodische Überlegungen

Zu Beginn der Unterrichtseinheit sehen die Schüler und Schülerinnen (SuS) das Intro des Beitrags zur Arbeit von Korrespondent*innen. Der Clip wirft die Frage auf, wie Journalist*innen in Deutschland an Informationen aus anderen Ländern kommen. Zu dieser Frage sammelt die Klasse dann Vermutungen an der Tafel. So wird das Vorwissen der SuS aktiviert. Ihre Vermutungen werden dabei nicht bewertet oder korrigiert, denn die Jugendlichen sollen diese am Ende der Unterrichtseinheit selbst reflektieren.

Anschließend bekommen die SuS Arbeitsblatt 1 und 2 und sehen den zweiten Teil des Films. Darin erfahren sie, wie ein*e Auslandskorrespondent*in arbeitet. Während sie den Film sehen, notieren die SuS die Aufgaben des*der Korrespondent*in. Dabei verwenden sie spezifisches Medienvokabular aus dem Film. Als Hilfestellung können sie Arbeitsblatt 2 nutzen. Darauf sind die wichtigsten Medienbegriffe, die im Film verwendet werden, erklärt. Die SuS ordnen die Begriffe den passenden Erklärungen zu. So ist gewährleistet, dass die SuS die Definitionen lesen, verstehen und sie im Anschluss im Klassengespräch richtig anwenden können. Anschließend bespricht die Lehrkraft mit der Klasse, welchen Eindruck sie von der Arbeit des Korrespondenten und von dessen Arbeitsbedingungen hatten. Die SuS stellen Vermutungen darüber an, für welche Themen man noch Korrespondent*innen braucht.

Ein entsprechendes Beispiel liefert dann der dritte Teil des Films. Die SuS lernen die Korrespondentin Astrid Corall kennen, die in Brüssel aus dem Europaparlament berichtet. Sie notieren auch ihre Aufgaben auf Arbeitsblatt 1. Die Ergebnisse werden anschließend kurz im Plenum besprochen. Durch das zweite Beispiel sollen die SuS erkennen, dass Korrespondenten und Korrespondentinnen nicht nur für Berichte aus fernen Ländern gebraucht werden. Ihr Expertenwissen und die Recherche vor Ort sind auch für Ereignisse in näherer Umgebung wertvoll.

Nun diskutieren die SuS in Partnerarbeit, welchen Mehrwert sie persönlich von der Berichterstattung der Auslandskorrespondent*innen haben. Sie sammeln konkrete Beispiele von Informationen, die sie interessieren und die sie ohne die Arbeit der Korrespondent*innen nicht bekommen könnten. So wird eine Verbindung zwischen der Lebenswelt der Jugendlichen und der Arbeit der Journalisten und Journalistinnen geschaffen. Die Ergebnisse werden kurz im Plenum besprochen.

Als Hausaufgabe nehmen die Jugendlichen begründet Stellung zur Frage „Braucht man Korrespondente*innen?“. Dabei wägen sie ihre eigenen alternativen Ideen zur Informationsbeschaffung aus dem Ausland vom Anfang der Stunde gegen die Arbeit der Korrespondent*innen ab.

Tipp:

Lernziele

Die Bedeutung von Medien für die politische Meinungsbildung und Entscheidungsfindung erkennen und nutzen: Den Stellenwert von Auslandskorrespondent*innen erkennen.

Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler ...

  • verstehen, was Auslandskorrespondent*innen sind und für wen sie arbeiten,
  • verstehen, welchen Risiken Korrespondent*innen in manchen Ländern ausgesetzt sind,
  • journalistische Begriffe verstehen und benutzen können,
  • einordnen, welche Funktion die Berichterstattung aus anderen Ländern erfüllt.
  • Grenzen und Herausforderungen der Berichterstattung im Ausland verstehen.
Methodisches Vorgehen im Überblick
ZeitInhaltSozialformMedien/Material
7 MinDie Klasse sieht das Intro des Films bis 0:53 Min. 
Sie sammelt an der Tafel Vermutungen zur Frage „Woher soll ich / sollen Journalisten und Journalistinnen wissen, was in Brasilien passiert?“.
KlassengesprächBeamer
Whiteboard / Tafel
12 Min






5 MIn
Die Klasse sieht den zweiten Teil des Films bis Min. 10.00. 
Die SuS notieren dabei auf AB 1 die Aufgaben des Korrespondenten in Brasilien. Als Hilfestellung erhalten sie auf AB 2 Erklärungen zu Medienbegriffen.
Die SuS stellen Vermutungen darüber an, für welche Themen man noch Korrespondenten und Korrespondentinnen braucht.
Einzelarbeit, KlassengesprächBeamer
Arbeitsblatt 1
10 MinDie Klasse sieht nun den Rest des Films und notiert sich die Aufgaben der Korrespondentin aus Brüssel.
Die Ergebnisse werden kurz im Plenum besprochen.
Einzelarbeit, KlassengesprächTafel

Quiz
5 MinDie SuS diskutieren in Partnerarbeit ihren persönlichen Mehrwert aus der Berichterstattung von Korrespondenten und Korrespondentinnen und notieren Beispiele.PartnerarbeitArbeitsblatt 1
5 MinBesprechen der Ergebnisse.
Als Hausaufgabe nehmen die SuS begründet Stellung zur Frage „Braucht man Auslandskorrespondenten und Auslandskorrespondentinnen?“.
Klassengespräch, HausaufgabeArbeitsblatt 1
Whiteboard /Tafel

Benötigtes Material

  • Film „Arbeit der ARD-Auslandsstudios“
  • Arbeitsblatt 1 „Was machen Auslandskorrespondent*innen“
  • Arbeitsblatt 2 „Was bedeuten diese Medienbegriffe

Tipps zur Weiterarbeit

Die SuS befassen sich mit den Grenzen und Herausforderungen der Berichterstattung bzw. der Pressefreiheit in anderen Ländern.

Außerdem recherchieren die SuS auf der Internetseite von „Reporter ohne Grenzen“, wie es weltweit um die Pressefreiheit bestellt ist.

Am Beispiel von Natalie Amiri vollziehen sie nach, welchen Bedrohungen Journalisten und Journalistinnen persönlich in totalitären Systemen ausgesetzt sind (dazu sind u.a. mehrere Videos von Zapp frei verfügbar).

Weiterführende Links


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