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Info Seeed standen 2018 vor einer schwierigen Aufgabe: Nach dem Tod von Frontmann Demba Nabé auflösen oder weitermachen? Die Berliner entscheiden sich für den zweiten Weg. Mit "Ticket" (2019) haben sie ihre Ode ans Leben geschrieben.

09:12 Uhr She Says Gurr

Vulven normalisieren 5 gute Ideen, unseren Umgang mit Vulven zu normalisieren

Willkommen im 21. Jahrhundert, wo es kein Wort für das weibliche Geschlechtsorgan gibt, das so richtig normal für unsere Ohren klingt. Das hat mit einem tief verankerten Tabu zu tun - das wollen Künstler und Aktivist*innen ändern.

Von: Lea Otte

Stand: 25.04.2019 | Archiv

Vagina mit Schloss | Bild: BR

Kennt ihr ein gutes, normales Wort für Vulva? Wie wär's mit: Mumu, Scheide, Yoni, Muschi, Pussy? Klingt irgendwie alles nicht so super, oder? Die Worte klingen für uns deshalb so cringy, weil sie nicht im normalen Sprachgebrauch angekommen sind. Es wird einfach zu wenig über Vulven geredet! Das Problem daran ist, dass dieser Sprachgebrauch auch das Körperbild vieler Frauen beeinflusst. Logisch: Wenn es noch nicht mal ein normales Wort für das Geschlechtsteil gibt, kann man ja mit der eigenen Vulva nur im Clinch liegen. Dabei würde vielen helfen, einfach mal darüber zu sprechen und festzustellen: Alle sind anders, alle sind okay! Diese Künstler*innen und Aktivist*innen wollen das Vulva-Tabu brechen.

1. Pussy Pairs: "Mumury"

Die Wiener Künstlerin Gloria Dimmel hat den weiblichen "Schwanzvergleich" auf eine neue Ebene gehoben. Sie will spielerisch das Tabu um das weibliche Geschlechtsorgan brechen und die Berührungsängste reduzieren – ihre Lösung: ein Vulva-Memory-Spiel. Zwei gleiche aussehende Vulven ergeben ein Paar und sind übrigens echte Gipsabdrücke von insgesamt 18 Models. Der Name "Mumury" kommt von Mumu-Memory. Bisher ist es noch nicht auf dem Markt, man kann für die Idee aber crowfunden. Und jeder Spender bekommt dann ein Memory, sobald es auf dem Markt ist.

2. The Great Wall of Vagina

Einen ähnlichen Ansatz wie "Mumury" hat die Wall of Vagina. Das Motto ist "changing female body image through art", also durch Kunst das Körperbild von Frauen verändern. Künstler Jamie McCartney hat 400 Gipsabdrücke von verschiedenen Vaginen gemacht und sie in zehn rechteckigen Rahmen zusammengestellt. Aktuell sind für diese Skulptur leider keine Ausstellungen mehr geplant, aber es gibt "The Great Wall of Vagina"-Merch. Zum Beispiel Handy-Hüllen und eine Tasse voll mit Vaginen. Oder ein Casting Kit für die eigene Vagina-Gipsform. Man kann sich auch eine Mini-Vagina-Wall kaufen, zum Beispiel mit zehn, 57 oder 70 Vaginen als Panel. Das sind sogar die gleichen Abdrücke wie bei der originalen Wand.

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thegreatwallofvagina 01.02.2019 | 20:11 Uhr Genital shaming is whack! Don’t do it people

Genital shaming is whack! Don’t do it people - PLEASE!!! A penis isn’t better coz it’s bigger or straighter and a vagina isn’t better coz it’s smaller or ‘tidy’ (whatever the blazes that even means!!!) Love them all and they’ll love you. Ask yourself - does it work? If the answer is yes you’re all good. 🍑🍆👀❤️ The Great Wall of Vagina - panel 4 of 10. Plaster casts taken of 400 different vulvas by @mcc.art.ney 2011. Celebrating genital diversity. Fighting unnecessary labiaplasty. Changing female body image through art. Being the change ❤️🍑
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#vulva #vagina #greatwallofvagina #labialove #labiaplasty #vulvaart #vulvalove #loveyourvulva #bodypositive #bodylove #sexpositive #vaginalove #loveyourlabia #loveyourself #labia #gynocologist #gynaecology #sexeducation #sexpositive #bethechange #artactivism #feminism #feministart #embracediversity #respectwomen #respecteachother #empoweringwomen #empowerment #vulvanotvulgar #jamiemccartney | Bild: thegreatwallofvagina (via Instagram)

Auf der Website häufen sich dankbare Kommentare. Eine Frau hätte zum ersten Mal eine Vulva mit ähnlich langen Schamlippen gefunden, eine andere Frau ließ sich wohl so überzeugen, ihre Schamlippen doch nicht mit Hilfe einer OP verändern zu müssen. Wir finden: Well done, Jamie!

3. Scheide-Song

In Böhmermanns Neo Magazin Royale schon vor zwei Jahren veröffentlicht – immer noch ein Hit: "Verdammte Schei*e" von Giulia Becker. Im Scheide-Song geht es auf eine sehr lustige Art eher über den Sexismus im Alltag und wie die Scheide manchmal im Weg steht: "Wir haben eine Scheide. Schuld ist unsere Scheide. Es ist egal wie viel wir leiden. Wir haben nun mal Scheiden."

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Giulia Becker - "Verdammte Schei*e" | NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann - ZDFneo | Bild: NEO MAGAZIN ROYALE (via YouTube)

Giulia Becker - "Verdammte Schei*e" | NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann - ZDFneo

Viel Spaß mit dem Ohrwurm, gern geschehen! Giulia Becker ist übrigens auch auf dem neuen Album von Sängerin und Songwriterin Mine vertreten und singt auch dort über Body Positivity und Feminismus.

4. #vaginas in eurem Newsfeed

Die vielleicht einzige Sache, die wir alle aus dem Kunstunterricht mitgenommen haben? Wohl das Phallussymbol. Habt ihr euch schon mal gefragt, was eigentlich das Gegenteil ist? Im Internet stößt man zu dieser Frage nur auf Frageforen, die keine richtige Antwort bieten. Die Natur ist auf jeden Fall voll von solchen weiblichen Phallussymbolen. In sehr ästhetischen und künstlerischen Bildern in Szene gesetzt, bringt der Account "talk_to_vagina" eine tägliche Portion Vagina in euren Newsfeed. Ob mit Orchideen, Grapefruit oder verhüllten Frauen – vaginas everywhere! Und ihr werdet auch im Alltag feststellen wie allgegenwärtig die Form ist.

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talk_to_vagina 19.10.2018 | 19:44 Uhr

 | Bild: talk_to_vagina (via Instagram)

Wenn ihr mehr Bock auf Body Positivity und Quotes of the Day habt, solltet ihr zum Beispiel mal "the vaginabible" auschecken. Die Message: Mögt euch selbst und auch eure Periode ist total normal!

5. Buch: "Viva la Vagina"

Sexualberaterinnen und Autorinnen Nina Brochmann und Ellen Støcken plädieren für mehr Direktheit. Sie wollen keine vokabularen Ausflüchte, wie "da unten" oder "Muschi", sondern sagen der Scham mit klaren Worten den Kampf an. Sie sind sich sicher, dass das ganze Körpergefühl der Frau auch mit der Wahrnehmung der eigenen Vagina zu tun hat. Wie der Untertitel "Alles über das weibliche Geschlecht" schon vermuten lässt, klären die Ärztinnen über die medizinische Seite auf.

6. Podcast "Im Namen der Hose"

Auch PULS spielt schon länger im Vulven-Game mit, wenn auch nicht zum Fühlen, wie das Mumu-Memory, dafür aber auf die Ohren. Im PULS Podcast "Im Namen der Hose" spricht Linda Becker über Vulvalippen und welche Formen die haben können (Spoiler: einfach jede) oder redet zusammen mit Ariane Alter über Frauenkörper im Ganzen. Und glaubt uns: Auch für Frauen gibt es da sicher das eine oder andere Neue zu erfahren. 

7. Dokumentarfilm "Vulva 3.0"

Weniger spaßig widmet sich dieser Film der ernsten Thematik Intimchirurgie. Beleuchtet wird das Bild des weiblichen Geschlechtsorgans, das die Pornoindustrie uns vermittelt. Das ist nämlich oft ziemlich Fake. Schon im Trailer sehen wir zum Beispiel wie sehr Bilder bearbeitet werden, damit das überhaupt zustande kommt. Weil viele Frauen sich aber eben gar nicht mit anderen über Schamlippen unterhalten, kann das verunsichern. Und bringt einige Frauen sogar dazu, sich für eine Intim-OP zu entscheiden. Schwere Kost also, mit FSK 16.

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Vulva 3.0 (2013) Teaser, OmU | Bild: epd Film (via YouTube)

Vulva 3.0 (2013) Teaser, OmU

Sendung: PULS am 25.04.2019 - ab 10 Uhr