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So geht Glücklichsein Intelligente Menschen brauchen weniger Freunde

Was macht uns eigentlich glücklich? Viele würden jetzt sagen: Freunde. Intelligente Menschen würden wahrscheinlich eher was anderes sagen, denn laut einer Studie brauchen sie weniger Freunde als Menschen mit geringerem IQ.

Von: Verena Fücker

Stand: 23.03.2016 | Archiv

Die Band Friends | Bild: Universal Music

Sie sind mit das Schönste im Leben: Freunde. Obwohl sie einen oft auch zur Verzweiflung treiben können - Freunde machen glücklich. Das haben auch Forscher aus London und Singapur herausgefunden. Sie haben 15.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren gefragt, was für sie das Leben lebenswert macht. Das Ergebnis: Wer in einer Gegend wohnt, die dünn besiedelt ist, wird glücklicher als Menschen, die in dicht besiedelten Gebieten wohnen. Und: Glücklichere Menschen haben mehr soziale Beziehungen als unglückliche.

Das gilt allerdings nicht für Leute, die intelligent sind. Die machen ihr Lebensglück deutlich weniger abhängig davon, wie viele Freunde sie haben. Sie waren in der Studie sogar weniger mit ihrem Leben zufrieden, wenn sie viele soziale Beziehungen hatten. Die Bevölkerungsdichte ihres Wohnorts hat bei intelligenten Menschen außerdem einen deutlich geringeren Einfluss darauf, wie glücklich sie sind.

Wie so oft liegen die Gründe für das, was wir als Glück empfinden, in der Evolution. Die Forscher sagen: Unser Gehirn war eigentlich darauf eingestellt, dass wenige Menschen in einem großen Gebiet wohnen und dass der Mensch sein Leben lang mit einer Gruppe zusammenwohnt - mit Freunden, Familie und Verbündeten. Unser Leben hat sich seit der Steinzeit aber deutlich verändert - es ist durch Technik und Digitalisierung einfacher geworden. Aber auch einsamer. Mit einer großen Gruppe leben heute nur die aller wenigsten zusammen. Intelligente Menschen können mit diesem Fortschritt einfach deutlich besser umgehen als Leute, die einen geringeren IQ haben.

Die Washingtion Post hat sich die Studie noch mal gemeinsam mit der Glücksforscherin Carol Graham genauer angeguckt. Für sie sind die Ergebnisse der Forscher in London und Singapur wenig überraschend. Sie sagt:

"The findings in here suggest (and it is no surprise) that those with more intelligence and the capacity to use it ... are less likely to spend so much time socializing because they are focused on some other longer term objective."

Glücksforscherin Carol Graham

Intelligente Menschen verfolgen also ein höheres Ziel. Eine Menge Ärger erspart ihnen das auf jeden Fall, aber auch jede Menge Spaß.


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