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Interview zu HPV "Kondome können eine Ansteckung nicht völlig verhindern"

HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomviren. Fast jeder infiziert sich einmal im Leben mit diesem Virus. Meist ist das kein Problem - HPV kann aber auch zu Tumoren am Penis oder Gebärmutterhalskrebs führen.

Von: Linda Becker

Stand: 05.10.2018 | Archiv

HPV Graphik | Bild: BR

Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich einmal im Leben mit HPV. Meist heilt der Virus spontan aus, ohne dass es sichtbare Symptome gibt. Kondome schützen nur bedingt vor einer Ansteckung. Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren können sich allerdings auf Kosten der Krankenkasse dagegen impfen lassen. Wer schon älter ist, kann eine Impfung bei seinem Frauenarzt erfragen. Erst seit ein paar Monaten gibt es auch eine Impfempfehlung für Jungs. Das ist in anderen europäischen Ländern längst Standard, denn der Virus ist für Männer und Frauen gefährlich. Er kann in manchen Fällen Genitalwarzen oder sogar Krebs hervorrufen.

Dr. Sven Scheuering, Urologe im Martha-Maria Krankenhaus in Nürnberg, beantwortet im Interview mit PULS die wichtigsten Fragen.

PULS: Wie fängt man sich die Humanen Papillomviren denn ein?

Dr. Sven Scheuering: Der Virus ist durch Körperkontakt übertragbar. Das muss jetzt nicht mal konkret Geschlechtsverkehr sein, denn die Viren befinden sich zwar oft im Schambereich, aber auch in der Mund- oder Analschleimhaut. Diese Viren können Tumore auslösen. Am häufigsten ist der Gebärmutterhalskrebs – es können aber auch Tumore am Penis, am Anus oder in der Mundhöhle vorkommen. Schleimhautverletzungen erhöhen die Ansteckungsgefahr noch mal. Wenn man also bereits Genitalwarzen hat und sich bei der Genitalrasur verletzt, dann entstehen aus einer Warze mal schnell zwanzig. Und genauso kann es natürlich sein, dass man eine Verletzung im Mund hat und sich die Viren dann zum Beispiel beim Oralverkehr dort einnisten.

Wie merkt man denn, dass man HPV hat?

In vielen Fällen merkt man eine Infizierung erst mal nicht. Fast jeder sexuell aktive Mensch ist schon mal mit dem Virus in Kontakt gekommen. Das heißt aber nicht, dass der Virus wirklich ausgebrochen ist. Der Körper kann das auch selbst regulieren – da kommt es auf die Aggressivität des Virustyps an und wie er sich eingenistet hat. Männer können HPV aber optisch an kleinen Warzen am Penisschaft, an der Eichel oder auch zwischen den Schamhaaren erkennen. Die Warzen können dann aber auch zu größeren blumenkohlartigen Wucherungen heranwachsen.

Bei Frauen können sich auch sichtbare Warzen bilden. Diese müssen aber nicht zwingend im äußeren Schambereich sein. Die können auch in der Scheide sein, sogar in der Harnröhre oder in der Blase.

Wie kriegt man den Virus wieder weg?

Als Mann sollte man zum Urologen gehen, als Frau zum Gynäkologen. Dort kann man entweder mit einer Salbe an die Sache rangehen – das kann aber recht langwierig werden. Zwischen acht und 16 Wochen dauert so eine Behandlung. Es gibt aber auch eine schnellere, aggressivere Variante – da werden dann die Warzen weggelasert oder mit Strom rausgeschnitten. Wichtig ist, dass alle Warzen weg sind und beim Partner durch einen Abstrich überprüft wird, ob er oder sie auch betroffen ist. Frauen lassen dazu einen PAP-Abstrich machen.

Kondome helfen zwar, können eine Ansteckung aber nicht völlig verhindern, da sie ja nur einen Teil des Schambereichs bedecken. Daher ist eine Impfung für Mädchen und Jungs am sinnvollsten.

Mehr über HPV hört ihr in unserem Sexpodcast:

Sex kann so schön sein – und so scheiße. Ariane Alter und Linda Becker reden im Sexpodcast "Im Namen der Hose" über die "Oh ja!" und die "Oh no!" Momente im Bett. Das Motto: Alles kann, nichts muss.

Sendung: Filter vom 08.10. ab 15 Uhr