Jetzt No Cowards Handsome

Info Die Australierin Handsome feiert mit ihren Songs alle Farben des queeren Regenbogens. Ihr Sound liegt zwischen R'n'B undElektropop. Im Video zu "No Cowards" (2018) sieht man sie mit ihrer Freundin und ihrer Community.


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Vorgestellt // LCAW Das Remix-Wunderkind

Mit Remixen für bekannte Indiepopsongs wurde der Münchner LCAW 2013 quasi über Nacht zum SoundCloud-Star. Nach Festivalgigs in ganz Europa arbeitet der 20-jährige jetzt an seinem ersten eigenen Album - und kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück.

Von: Mara Wecker

Stand: 27.02.2015 | Archiv

LCAW | Bild: Marco Lowes

Leon, der Orchestermusiker - so war eigentlich der Plan. Mit einer Klavierlehrerin als Mutter, Klavierstunden in Windeln, Cellounterricht noch vor der Einschulung, später einem Posten im Bundesjugendorchester schien die Karriere in der klassischen Musik für den Münchner schon geritzt. Bis ihn kurz vor dem Abi die elektronische Musik packt.

Von einem Freund zieht Leon Weber sich eine Produktions-Software auf den Laptop, fuchst sich rein und lädt vier Tage später unter dem Namen LCAW seinen ersten Track bei SoundCloud hoch, einen Remix von Daughters "Run". Ehemals eine akustische Downtempo-Nummer, jetzt ein fluffiger Clubtune. Volltreffer. Quasi über Nacht wird LCAW im April 2013 zum gehypten Remixer.

Leon, der Remixer

Das Rezept ist einfach: zurückhaltender Deep-House trifft auf gefühlvolle Popsongs und eingängige Melodien. Heraus kommt Musik, die bei YouTube gerne mit halbnackten Mädchen im Sonnenuntergang bebildert wird. LCAW kommt damit genau zur richtigen Zeit: Kollegen wie Robin Schulz, Wankelmut oder Alle Farben haben es mit ähnlichen Remixen schon in die Charts geschafft.

LCAW hebt durch seine indieverliebte Songauswahl ab. "Ich habe etwas übrig für Gitarrenmelodien und weibliche Vocals", verrät er im Interview mit PULS. Die melancholischen London Grammar mixt er zum Gute-Laune-Track, Parov Stelars "The Sun" schenkt er ein wenig federnde Deepness, The xx kriegen genauso das LCAW-Makeover wie Bon Iver und Milky Chance. Mit Beats, die beim Gemüseschnibbeln genauso passen wie zur Afterhour.

LCAW, der DJ

Mit den sechsstelligen Klickzahlen kommen nicht nur Remix-Aufträge - Lenny Kravitz, La Roux und Herbert Grönemeyer haben schon angeklopft - sondern auch Booking-Anfragen. LCAW muss plötzlich den DJ geben und spielt bei Festivals in ganz Europa seine Edits vor tausenden von Menschen - eine komplett neue Erfahrung fürden Münchner. In knapp zwei Jahren ist aus dem 20-Jährigen einer der gefragtesten Newcomer in der europäischen Elektronik-Szene geworden. Spätestens jetzt ist klar: LCAW kann von der Musik leben.

Für 2015 stehen Touren durch Nordamerika. Australien und Asien und ein eigenes Album an. LCAW ist inzwischen beim Münchner Disco-House-Label Gomma unter Vertrag, werkelt an eigenen Songs und holt sich dafür gestandene Musiker wie Tobias Kuhn (Monta/Tomte) oder Christian Noether von Selig ins Studio. Ab und zu im Gepäck ist jetzt auch wieder Leons altes Cello. Wenn LCAW jetzt anfängt, seine klassische musikalische Ausbildung mit seinem Talent für tanzbare Beats zu verbinden, könnte es richtig spannend werden. Dann wäre Leon nicht mehr Remixer oder DJ -  sondern einfach LCAW, der Musiker.


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