Der Verbreitungsweg aus dem All
Das Satellitenfernsehen ist bei den Deutschen beliebt wir nie zuvor: Fast jeder zweite Fernseh-Haushalt empfängt sein Signal inzwischen aus dem All. Der Empfang funktioniert jetzt ausschließlich digital, seit am 30. April 2012 alle deutschen TV-Anbieter die analoge Verbreitung über Satellit endgültig eingestellt haben. Seit dem Digitalumstieg sind auch zunehmend mehr HDTV-Programme im hochauflösendem Format auf Sendung.
Satellitenempfang lebt von der freien Sicht ins All: Die Außeneinheit der Satellitenanlage sammelt die vom geostationären Satelliten in 36.000 Kilometer Entfernung gesendete und auf der Erdoberfläche gerade noch ausreichende Energie ein, fokussiert und konvertiert die Signale und liefert so das gewünschte Programm.
Deutschsprachige Angebote über ASTRA
Unbestritten ist, dass die digitale Satellitenübertragung eine enorme Programmanzahl bietet und viele Länder gleichzeitig damit versorgt. Die Ausleuchtzone eines einzelnen Satelliten, der so genannte Footprint, deckt viele Länder ab. Von Spanien bis Norwegen genügt auf der Empfangsseite in der Regel eine 60 Zentimeter große Satellitenschüssel, um das Bayerische Fernsehen oder seine HDTV-Version BR HD, BR-alpha sowie die Radioprogramme des BR europaweit zu empfangen. Für deutschsprachige Angebote in Europa ist ASTRA auf der Orbitposition 19,2° Ost mit seiner Satellitenflotte ungeschlagen die Nummer Eins.
Die Satellitenübertragung ist heute ein Grundpfeiler der Radio- und TV-Verbreitung. Nicht nur der Direktempfang hat sich seit dem Start in den 80er-Jahren als Empfangsweg etabliert, auch für die Zuführung der Programme zu Kabelkopfstationen oder als alternativer Ersatzweg zu den terrestrischen Grundnetzsendern des BR spielt das Satellitensignal eine bedeutende Rolle.
ARD-Programme: Unverschlüsselt und frei empfangbar
Für das umfangreiche Programmbouquet ARD Digital im Standard DVB-S (Digital Video Broadcasting - Satellite) betreiben die ARD-Rundfunkanstalten mehrere digitale Satelliten-Uplinkstationen sowie Playoutcenter in Potsdam, Frankfurt , Langenberg (Rheinland) und Betzdorf. Der BR liefert sein Bayerisches Fernsehen im Standardformat SD und als HD-Programm nach Frankfurt zum Hessischen Rundfunk (Uplink für Transponder 71 und 25). Die Radioprogramme und BR-alpha werden dagegen zum WDR nach Langenberg (Uplink für Transponder 93) geschickt.
Bevor die Signale ihre Reise ins All und von dort zurück verteilt auf die Erde antreten, werden die BR-Programme noch mit weiteren ARD-Programmen zu einem gemeinsamen Datenstrom zusammengefasst - im Fachjargon heißt das "gemultiplext" - und erst dann zum Satelliten transportiert. Sämtliche Programme der ARD im SD- oder HD-Format werden unverschlüsselt ausgestrahlt und sind mit einem DVB-S-Receiver frei empfangbar.

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