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Empfang via Satellit Überblick

Stand: 24.07.2017

Satellitenschüssel am Ammersee | Bild: BR/Daniel Paul

Satellitenfernsehen beginnt ab den 1980er-Jahren in Deutschland eine wachsende Rolle zu spielen. Anfangs diente der Signalweg hinauf ins All und wieder zurück zur Erde dem Bayerischen Rundfunk der Programmzuführung: 1985 wurde das Bayerische Fernsehen auf den Fernmeldesatelliten Intelsat V A-F 12 aufgeschaltet und von dort per Satelliten-Rückempfang ins Berliner Kabelnetz eingespeist. Als nach und nach der Direktempfang über Satellit bei den Zuschauern immer populärer wurde, startete das "Dritte" aus Bayern 1993 auf dem ASTRA-Satelliten - damals noch als analoges Fernsehprogramm. Fünf Jahre später startete der Bildungskanal BR-alpha via Satellit.

Auch die Radioprogramme fanden schon früh eine europäische Verbreitung - so wurde Bayern 4 Klassik ab 1988 über die Satelliten TV SAT 2 und Kopernikus in DSR-Technik (Digitales Satelliten Radio) übertragen. Als ASTRA später die Möglichkeit bot, Radioprogramme via ADR-Unterträger (Astra Digital Radio) im Huckepack eines Fernsehprogramms zu übertragen, konnten die fünf BR-Radiowellen ab 1994 weit über Bayern hinaus empfangen werden. Bald erschien mit Digital Video Broadcasting (DVB) ein ganz neues System auf der Bildfläche und begann die bisherige digitale Übertragungstechnik in den Schatten zu stellen. Folglich wurde auch das auf Kopernikus noch bestehende DSR-Angebot 1998 eingestellt.

Start des digitalen Zeitalters und Ende der Analog-Ära

Zur Internationalen Funkausstellung 1997 startete offiziell die neue Digital-Ära: Das ARD-Digital-Bouquet war geboren - mit anfangs 16 Fernseh- und zehn Radioprogrammen, darunter drei neue exklusive Digitalprogramme EinsExtra, EinsMuXx und EinsFestival, eine elektronische Programmzeitschrift (Electronic Programme Guide/EPG) sowie der Prototyp des interaktiven ARD-Online-Kanals. Zur IFA 2005 folgte der so genannte ARD-Hörfunktransponder mit rund 60 Radioprogrammen, der das Radioangebot der ARD via Satelllit praktisch vervollständigte.

ARD Digital hat sich seither zu einem umfassenden Angebot mit allen TV- und Radioprogrammen der Landesrundfunkanstalten entwickelt und ist nach wie vor europaweit unverschlüsselt und frei empfangbar. 2010 ist mit dem Start von "Das Erste HD" sowie "ZDF HD" in die Annalen von ARD und ZDF eingegangen und das Jahr 2012 als Ende der Analog-Ära über Satellit. Letzteres hat erst den Start von weiteren HDTV-Programmen der ARD-Landesrundfunkanstalten und des ZDF mit seinen hochauflösenden, detailreicheren und schärferen Fernsehbildern - neben den Programmen in Standardauflösung - ermöglicht.

Inzwischen nutzen fast die Hälfte der deutschen TV-Haushalte einen Empfang via Satellit und immer mehr Zuschauer bevorzugen dabei den Empfang der HD-Programme.


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