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Kontrovers Schadensfälle bei Solaranlagen erwartet

Fachleute befürchten eine Welle von Schadensfällen bei Solaranlagen. Der Experte für solare Energien vom TÜV Rheinland, Willi Vaaßen, führte gegenüber dem BR-Politikmagazin "Kontrovers" den Qualitätsverlust vor allem auf die staatlichen Förderungen zurück. Das Bundesumweltministerium sieht auf Anfrage von „Kontrovers“ keine Mitverantwortung für die steigende Zahl von Schadensfällen.

Stand: 21.05.2013

Funkhaus in München | Bild: BR/Ralf Wilschewski; Montage: BR

Der Experte für solare Energien vom TÜV Rheinland, Willi Vaaßen, im „Kontrovers“-Interview: "Wir beobachten, dass die Qualität im freien Fall ist.“ Verantwortlich dafür sei die starke staatliche Förderung von Solaranlagen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in den vergangenen Jahren. "Das schnelle Wachstum hat dazu geführt, dass wir Hasardeure am Markt gefunden haben, die sehr schnelles Geld machen wollten", so Vaaßen weiter. Besonders in Asien seien viele neue Firmen entstanden, die unausgereifte Produkte nach Deutschland lieferten. Die Mängel der Anlagen machten sich jetzt nach einigen Betriebsjahren bemerkbar.

Inzwischen wurde die EEG-Förderung schrittweise abgesenkt. Das habe zu weiteren Problemen geführt, kritisieren TÜV-Experte Vaaßen und andere Sachverständige. "Wir haben das Problem, dass durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz Stichtage definiert waren, und dass natürlich vor diesen Stichtagen extreme Hektik aufkam", sagte Vaaßen im „Kontrovers“-Interview. Um den Ansturm zu bewältigen, hätten viele Installateure Subunternehmen eingesetzt. Deren Mitarbeiter seien für die Montage von Solaranlagen oftmals nicht qualifiziert gewesen. Das habe zu drastischen Mängeln bei der Installation der Anlagen geführt.

Das Bundesumweltministerium weist eine Mitverantwortung für die steigende Zahl von Schadensfällen bei Solaranlagen zurück. Auf Nachfrage von „Kontrovers“ sagte ein Sprecher: Die Verantwortung liege bei den Anlagenbesitzern. Sie müssten sich vor Kauf und Installation besser über die Qualität informieren.  


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