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Wirtshaustipp Landhotel "Weißes Roß" in Illschwang

In der fünften Generation führt die Familie Nägerl das Landhotel "Weißes Roß" auf einem mehr als erstaunlichen Niveau. Hier könnte bald ein Stern von Michelin leuchten, aber auf jeden Fall glänzen jetzt schon die Oberpfälzer Gastlichkeit und eine Küche mit internationaler Klasse, findet Wirtshausexperte Wolfgang Schneider.

Stand: 28.01.2016 | Archiv

Landhotel "Weißes Roß", Illschwang | Bild: BR/Wir in Bayern

Was ist das Besondere am "Weißen Roß"?

"Es ist ein Haus, dessen Betreiber auf der Suche nach Perfektion sind. Selten hab ich in einem Betrieb so viel Leidenschaft verspürt. Es ist ein gastronomisches Konzept, bei dem nur der Wandel beständig ist. Dem Gast will man immer wieder neue Erlebnisse bieten. Dabei gilt uneingeschränkt das Credo des 52-jährigen Patrons Hans-Jürgen Nägerl: 'Es geht immer um Qualität, nie um Quantität.'

In seinem über 70-köpfigen Team versteht er sich als 'primus inter pares' - also als Erster unter Gleichen. Vor knapp 20 Jahren hat er den Betrieb von seinen Eltern übernommen. Er ist Küchenmeister, hat in einem Sternerestaurant gelernt und unter anderem bei 'Käfer' in München gearbeitet. Zum Kernteam gehören seine Frau Susanne, Hotelmeisterin, sowie Tochter Katharina, Hotelfachfrau und Köchin. Für Impulse in der Küche sorgt Schwiegersohn in spe, Christian Fleischmann, passionierter Gemüse- und Kräutergärtner, Metzger und Koch. Er hat im 'Weißen Roß' gelernt und dann ein Jahr lang beim Drei-Sterne-Mann und 'Wir in Bayern'-Koch Christian Jürgens gearbeitet."

Das "Weiße Roß" von außen

"Schon im 15. Jahrhundert wurde hier erstmals urkundlich ein Gasthaus erwähnt. Es liegt, wie es sich für ein Dorfwirtshaus gehört, direkt neben der Kirche. Seit 1840 ist es in Familienbesitz und jede Generation hat das Anwesen nach ihren Vorstellungen erweitert. Mitte der 60er-Jahre wurde die Landwirtschaft aufgegeben, in den Folgejahren dann die Metzgerei ausgebaut. Hinzu kamen im Laufe der Jahrzehnte Gästezimmer, ein Saal, ein Wellnessbereich und die Saunalandschaft. 2013/2014 entstanden ein neuer Außen- und Innenpool, luxuriöse Zimmer, Behandlungsräume für Kosmetik, sowie Rezeption und Lobby."

Das "Weiße Roß" von innen

"Bei aller Modernität ist es ein Dorfwirtshaus geblieben. Das kann man fühlen und sehen, wenn man in der alten Wirtsstube sitzt. An mehreren Tagen in der Woche ist hier der Stammtisch besetzt. Dicker Pluspunkt dafür, dass jederzeit Karten gespielt werden darf. Neben der alten Wirtsstube gibt es selbstverständlich neue Räume wie das 'Pilszimmer' oder das 'Kaminzimmer' - beide sehr geschmackvoll. Im Kaminzimmer wurde sogar das Holz eines alten Oberpfälzer Stadels verbaut."

Küchenart

"Es gibt die feine Regionalküche, aber auch eine innovative, gehobene Küche, die durchaus Erlebnischarakter hat. Und immer steht dabei die Qualität des Produkts im Vordergrund. Denn wir wissen alle: Das Gute kann nur vom Guten kommen. Etwa 90 Prozent der Produkte stammen aus der Region. Die Palette reicht vom Schweinsbraten und dem Wiener Schnitzel bis hin zur Barbarie-Entenbrust und zur geschmorten Kalbsschulter mit im Heu gegartem Sellerie."

Schneiders Vorspeise

"Es gab Saibling auf Kürbis. Das klingt zunächst einmal nicht sonderlich spektakulär. Aber jetzt kommt's: Der Saibling wird in Olivenöl gegart (exakt fünf Minuten bei 53 Grad) und als fein abgeschmecktes Tatar gereicht. Dazu gibt's den Kürbis in zahlreichen Variationen: geschmort, eingelegt süß-sauer, als Ragout, als Püree und Suppe. Nach diesen unterschiedlichen Texturen merkt man wirklich, wie unglaublich gut und wie verschieden so ein Kürbis schmecken kann. Außerdem finden sich auf diesem Vorspeisenteller Sanddorngel, eine süße Chilisauce und ein Saiblingchip. So schmeckt und sieht gehobene Küche aus, die in Richtung Stern unterwegs ist. Ein vollkommenes Geschmackserlebnis."

Schneiders Hauptspeise

"Auf dem Niveau der Vorspeise ging es weiter mit einem Rehrücken. Im Wildgewürz, perfekt rosarot zubereitet, dazu Blaukraut mit hausgemachten Preiselbeeren, Dörrbirne und handgemachten Tortellini, gefüllt mit Ziegenfrischkäse und einer Soße zum Niederknien."

Preise

"Die Vorspeise 15,80 Euro, der Rehrücken 24,80 Euro. Hauptspeisen beginnen bei 9,90 Euro für den Schweinsbraten und enden bei 26 Euro. Wenn Sie Zeit haben und sich mal richtig verwöhnen wollen, dann bestellen Sie sich das Fünf-Gänge-Menü für 69,00 Euro."

Anfahrt

Adresse
Landhotel "Weißes Roß"
Hans-Jürgen Nägerl
Am Kirchberg 1
92278 Illschwang

Telefon: 09666/188050
E-Mail: info@weisses-ross.de
www.weisses-ross.de

Anreise
Von München aus sind es 200 km, von Nürnberg 60 km und von der Hauptstadt der Oberpfalz Regensburg sind es knapp 90 Kilometer.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag von 11.30 bis 14 Uhr und von 18 bis 21.30 Uhr
Sonntag von 11.30 bis 14 Uhr und von 17 bis 21 Uhr

Freizeittipp

"Wenn man nach oder vor dem Essen noch etwas Bewegung haben will, dann lohnt ein Spaziergang durch den schönen Ort Illschwang. Die gut 2.000 Einwohner zählende Gemeinde wurde 1990 mit dem Bundespreis 'Europa nostra' für eine mustergültige und nachhaltige Dorferneuerung ausgezeichnet. 1992 verlieh eine internationale Jury Illschwang noch den 'Europäischen Dorferneuerungspreis'. Und ein originelles Hopfenmuseum gibt’s auch noch. Das macht allerdings erst wieder im Mai auf und dann immer sonntags von 14 bis 16 Uhr."


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