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Stand Up Paddling "Willst du Action, gehst du ins Wildwasser"

Mario Stecher wollte nie normal sein. Wenn er etwas macht, dann ist es extrem. Deshalb holt er auch aus Stand Up Paddling alles raus. Rentnersport? Sicher nicht!

Von: Maximilian Ringsgwandl

Stand: 03.06.2016 | Archiv

Mario Stecher beim Wildwasser-SUPen | Bild: Starboard/Andi Klotz

Wenn die Zwillinge Manuel und Mario Stecher nicht surfen oder kiten, dann sind sie auf dem SUP-Board unterwegs. Auf einem breiten Brett stehen und in der Gegend rumtreiben, das ist für beide allerdings zu langweilig. Sie unternehmen Expeditionen und nehmen an Meisterschaften teil. Mario Stecher ist der erste Deutsche Meister im Wildwasser SUP.

PULS Playground: Du surfst und kiteboardest. Was macht für Dich den Reiz beim Stand Up Paddling aus?

Mario Stecher: Die spezielle Aussicht. Man sieht die Landschaft aus einer neuen Perspektive und immer mal wieder Fische unter seinem Brett.  Von der Herausforderung her reizt mich das Wildwasser, da gibt es jede Menge Action. Dann versucht man immer schwierigere Passagen zu stehen und tastet sich langsam vorwärts.

SUP hat den Ruf, ein Rentner-Sport zu sein…

Jeder, der das sagt, sollte sich mal überlegen, wie facettenreich der Sport ist. Willst du mehr Action, gehst du ins Wildwasser. Willst du es gediegen, gehst du auf den See. Bist du eher der Ausdauertyp, dann nimmst an einem Rennen teil, und wenn du an deine körperlichen Grenzen gehen willst, paddelst du einfach mal länger. Wir waren letztens 15 Stunden am Stück unterwegs. Man kann SUP so verrückt machen, wie man es möchte.

Du hast alleine und mit Freunden ein paar Expeditionen unternommen. Im Oktober bist du mit deinem Bruder von Innsbruck nach Passau gepaddelt. Was treibt Dich an?

Ich will einfach immer wieder meine Grenzen ausloten. Das treibt alle Extremsportler an. Ich wollte noch nie normal sein. Jetzt habe ich zwei Kinder und bin stolzer Vater. Für viele bedeutet das Vatersein das Ende für den Sport. Aber das ist nichts für mich.

Hast du schon ein neues Ziel?

Als Nächstes würde ich gern mal 24 Stunden durchpaddeln: Nonstop auf dem Brett bleiben und nur mal kurz zum Essen stoppen. Das versuche ich bei meinem nächsten Projekt. Ich will allein den Plattensee umrunden, den größten See Mitteleuropas. Mit meinem Bruder und Freunden habe ich schon den Gardasee und den Genfersee umrundet.  Also den zweit- und drittgrößten See in Mitteleuropa. Da kann ich jetzt nicht aufhören. Das wäre sonst gefühlt wie ein Abbruch kurz vor dem Gipfel beim Bergsteigen. Deswegen muss der Plattensee noch abgehakt werden.


Wieviel Zeit planst du dafür ein?

Das ist schwer zu sagen, kommt sehr stark auf den Wind an. Reine Paddelzeit rechne ich etwa 36 Stunden. Das werden also knackige drei Tage. Ansonsten habe ich dieses Jahr noch ein bisschen Elternzeit und möchte das zum Wellenreiten mit dem Wave-SUP nutzen. Mit dem Wohnmobil und der Familie geht’s nach Spanien. Sonst komme ich ja leider nicht so oft zum Reisen.

Du arbeitest in einer therapeutischen Einrichtung. Könnte man auch vom SUP leben?

Man kann. Kommt drauf an, wie du deinen Sport ausleben willst. Jeder Profi-SUPer muss auf Meetings gehen, Vorträge halten und Anfängerkurse anbieten. Das hält mich davon ab. Wenn ich jeden Tag Anfängern zeigen müsste, wie man paddelt, würde bei mir wahrscheinlich irgendwann die Leidenschaft dafür verloren gehen. Es ist viel schöner, wenn man es macht, weil man dafür brennt, und nicht weil man es machen muss.

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Was rätst du Leuten, die ihre erste SUP-Tour starten wollen?

Auf jeden Fall langsam ran tasten. Immer mit Safety-Leash (Sicherungsleine) und Schwimmweste paddeln gehen. Das ist ein Muss – du weißt einfach nie genau, was kommt. Ansonsten würde ich sagen: Geht raus vor die Haustür und erkundet erst mal die heimischen Seen und Weiher. Da kennt man sich einfach am besten aus. Wenn das dann Spaß macht, kann man sich Stück für Stück an anspruchsvollere Touren wagen. Eine spezielle Empfehlung ist schwierig. Allein im Allgäu gibt’s so unglaublich viele schöne Seen.


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