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Aman aus Eritrea Traumjob Putzmann

Was für viele Deutsche unvorstellbar klingt, ist für Aman ein Traumjob. Er putzt für 450 Euro im Monat sieben Stunden am Tag Büros und Hotels. Alles ist besser, als in der Flüchtlingsunterkunft zu sitzen, sagt der Eritreer.

Von: Verena Fücker

Stand: 14.10.2015 | Archiv

Aman wollte sich nicht offen vor der Kamera zeigen. Er kommt aus Eritrea. In dem ostafrikanischen Land werden Menschen unterdrückt, ohne Grund jahrelang inhaftiert oder wie Sklaven zum unbegrenzten Wehrdienst in der Armee gezwungen. So auch Aman. Er war Soldat. Wenn er sich zeigt, dann könnte das für seine Familie in Eritrea ziemlich gefährlich werden. Aman und seine Frau Melitta wohnen seit etwa 16 Monaten in Thalham, einem Ortsteil von Weyarn in Oberbayern. Thalham – das sind sechs Häuser und keine Einkaufsmöglichkeiten. Nur zweimal am Tag fährt ein Bus Richtung Miesbach. Die Asylsuchenden wohnen in einem ehemaligen, kleinen Hotel. Viel zu tun gibt es für sie nicht, auch wenn der Helferkreis Asyl aus Weyarn sich bemüht und jeden Tag kostenlosen Deutschunterricht anbietet.

Das macht Aman in Deutschland

Aman arbeitet seit einigen Monaten für eine Gebäudereinigungsfirma, er putzt ein Hotel mit Restaurant oder Büros.

"Ich arbeite sehr gerne. Ich möchte jeden Tag zur Arbeit gehen. Es ist nicht schön, in der Unterkunft zu sitzen und nichts zu tun. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß und die Kollegen sind sehr nett. Dort gefällt es mir gut."

Aman aus Eritrea

Der 33-Jährige macht einen 450-Euro-Job, der ihm über den Helferkreis Asyl in Weyarn organisiert wurde. Der Helferkreis hatte im lokalen Anzeigenblatt und auf seiner Homepage Unternehmen aus der Region gesucht, die Jobs für Asylbewerber anbieten. Doch obwohl sich direkt jemand gemeldet hat, musste Aman erst mal abwarten, bis er den Job wirklich annehmen konnte. Er fällt nämlich unter das so genannte "Vorrangprinzip": Zwar dürfen Flüchtlinge eigentlich nach drei Monaten arbeiten, allerdings muss in den ersten 15 Monaten geprüft werden, ob ein Deutscher oder ein Europäer den Job machen möchte. Der hätte dann Vorrang vor dem Asylbewerber. Bis geklärt ist, ob sich jemand beworben hat, können Wochen vergehen. Für Azubis oder Praktikanten gilt diese Regelung nicht.

Das Warten auf eine Arbeitsgenehmigung von der Ausländerbehörde sei das größte Hindernis für Leute, die noch so lange da sind, erklärt Susanne Wormslev vom Helferkreis Asyl. "Das ist für den Arbeitgeber natürlich schwierig, weil die möglichst schnell Leute brauchen. Man muss wirklich dankbar sein, wenn die Geduld haben, da selber mal anrufen, bisschen Druck machen und das alles mitmachen." Aman hatte also Glück mit seinem Putzjob, würde aber gerne mehr arbeiten.

"Ich bin schon sehr traurig, weil ich im Oktober nicht so oft arbeiten kann. Ich habe wenige Schichten bekommen. Im September habe ich fünf Mal pro Woche je fünf bis sieben Stunden gearbeitet."

Aman aus Eritrea

Das bewegt Aman

Aman ist froh, in Deutschland zu sein und hofft, dass er hier in Frieden leben kann. Nur zwei Sachen fehlen ihm in Deutschland: Er und seine Frau mussten ihr zehnjähriges Kind in Eritrea zurücklassen. "Wir würden es gerne zu uns holen, aber uns fehlen die nötigen Papiere", sagt Aman traurig. Das Kind lebt bei der Großmutter in Eritrea.

Außerdem würde Aman gerne mehr Deutsch lernen. Momentan hat er nur zwei Stunden Kurs pro Woche. Aber in der Arbeit spricht Aman mit seinen Kollegen viel Deutsch. Der Job ist momentan seine beste Schule. Aman sagt, er würde gerne mehr Deutsch lernen, mehr Kurse besuchen. Er muss aber immer arbeiten, wenn die ehrenamtlichen Helfer in die Unterkunft kommen. Susanne Wormslev vom Helferkreis in Weyarn sagt: "Aber man merkt, dass Aman mit seinen Kollegen in der Arbeit viel Deutsch redet. Dadurch ist er viel besser geworden."


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